

Elbe-Weser. Derzeit sind wieder vielerorts Rauch- und Mehlschwalben zu beobachten. Mitten im Brutgeschäft sind sie unermüdlich auf der Suche nach Insekten, um ihren Nachwuchs zu versorgen. Doch der Rückgang geeigneter Brutplätze durch die energetische Sanierung vieler Gebäude, das schwindende Insektenangebot und die zunehmend extremen Wetterlagen setzen den eleganten Flugkünstlern immer stärker zu. Aus diesem Grund sind die Schwalbenbestände bundesweit deutlich zurückgegangen. Umso wichtiger ist eine gezielte Unterstützung.
Brutplätze erhalten und neue schaffen
Viele Schwalben kehren jedes Jahr an denselben Brutplatz zurück. Bestehende Nester sollten deshalb möglichst erhalten bleiben. Wo natürliche Nistmöglichkeiten fehlen, bieten künstliche Nisthilfen eine gute Alternative. Wer neue Nisthilfen anbringen möchte, sollte dies möglichst nach der aktuellen Brutsaison und damit rechtzeitig vor der nächsten tun. Auch ein etwa 60 Zentimeter unterhalb des Nestes angebrachtes Kotbrett kann nützlich sein: Es fängt den Kot auf und erleichtert das Zusammenleben von Mensch und Vogel.
Lehm für den Nestbau
Schwalben formen ihre Nester aus kleinen Lehmbällchen. Doch geeigneter Boden ist vielerorts rar geworden. „Eine feuchte Bodenstelle oder mit Wasser angerührter Lehm in einer flachen Schale kann für Schwalben den entscheidenden Unterschied machen“, erklärt Jana Jensen, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser. „Wichtig ist, dass sich die Lehmstelle möglichst in der Nähe des Brutplatzes befindet und für Katzen nicht erreichbar ist.“
Naturnahe Gärten fördern
Schwalben jagen Fluginsekten wie Mücken oder Fliegen – doch deren Bestand nimmt vielerorts ab. „Ein naturnaher Garten mit heimischen Blühpflanzen, offenen Bodenstellen und ohne den Einsatz von Pestiziden bietet zahlreichen Insekten einen Lebensraum und hilft damit auch den Schwalben“, so Jensen.
Schwalbenfreundliches Haus
Menschen, die Schwalben aktiv schützen, können sich für die NABU-Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben. Ausgezeichnet werden Hausbesitzer:innen, die Schwalbennester erhalten, Nisthilfen anbringen oder geeignete Lebensräume schaffen.
„Noch gehören Schwalben zum Sommer in unseren Dörfern und Städten. Damit das auch in Zukunft so bleibt, sind wir auf die Unterstützung vieler Menschen angewiesen“, sagt Jensen. Wer sich für die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ bewerben oder den Aktionsleitfaden Schwalbenschutz erhalten möchte, kann sich an die NABU-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser unter info@NABU-Elbe-Weser.de wenden. Alternativ stehen die Mitarbeitenden auch jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr unter 04161/6532493 zur Verfügung.




