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Sechs Tote nach Schüssen in Stade

Mutmaßlicher Täter soll wegen Sorgerechtsstreits in Jugendhilfeeinrichtung geschossen haben

Bild: Ruediger Kottmann

Stade. Nach tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade dauern die Ermittlungen an. Sechs Menschen kamen am Montag ums Leben, darunter vier Frauen und zwei Männer. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei den Opfern um Mitarbeitende der Einrichtung beziehungsweise des Jugendamts. Drei der Getöteten sollen nach NDR-Angaben Mitarbeiter der Region Hannover gewesen sein.

Der Tatort war eine Mutter-Kind-Wohngruppe in der Dankersstraße. Dort hatte der mutmaßliche Täter, ein 45 Jahre alter Mann aus dem Raum Hannover, nach bisherigen Erkenntnissen einen Termin im Zusammenhang mit dem Sorgerecht für seine drei Monate alte Tochter. Hintergrund ist nach Einschätzungen der Ermittler vermutlich ein Sorgerechtsstreit- Die 34 Jahre alte Mutter des Kindes und das Baby selbst zählen nicht zu den Todesopfern.

Gegen 12 Uhr waren mehrere Notrufe bei der Leitstelle eingegangen. Einsatzkräfte fanden in der Einrichtung zunächst vier Tote. Eine weitere Person starb trotz Reanimationsversuchen, ein sechstes Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Anders als zunächst gemeldet gibt es nach aktuellem Stand keine weiteren Verletzten.

Der mutmaßliche Schütze floh nach Polizeiangaben in einem Auto. Am Steuer soll eine 65-jährige Frau gesessen haben, die nach bisherigen Erkenntnissen eine enge familiäre Verbindung zu dem Mann hat. Beide wurden festgenommen. Die Polizei sicherte die mutmaßliche Tatwaffe. Der 45-Jährige war den Behörden bereits bekannt, galt nach Angaben der Polizei aber nicht als gewalttätig.

Die Polizei richtete ein Hinweisportal ein und bittet Zeuginnen und Zeugen, Fotos, Videos oder andere Beobachtungen an die Ermittler zu übermitteln. Hinweise auf eine Gefahr für die Bevölkerung gab es nach der Festnahme nicht.

Der Präsident des Niedersächsischen Landkreistages, Landrat Marco Prietz, sagte zu der Gewalttat, dass der Tod von sechs Menschen ihn zutiefst erschüttere. „Beschäftigte der Jugendhilfe, die Kindern und Erwachsenen in familiären Krisen beistehen und sie schützen wollen, wurden grausam aus dem Leben gerissen. Dies ist ein Moment tiefer Trauer, unser Mitgefühl gilt den Betroffenen“, so Prietz in der Pressemitteilung des Niedersächsischen Landkreistages.

 

Andacht in der Kirche

In Stade herrscht nach der Gewalttat große Betroffenheit. Die evangelische Kirche lädt für Dienstag, 30. Juni, um 18 Uhr zu einer Andacht in die St.-Willehadi-Kirche ein. Sie woll Raum für Trauer, Erschütterung und Anteilnahme geben. Notfallseelsorgende werden die Andacht begleiten. „Mit der Andacht in St. Willehadi möchten wir Raum geben, um mit unserem Erschrecken , unseren Fragen und unseren Erlebnissen nicht allein zu sein“, so die Regionalbischöfin Sabine Preuschoff.


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