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Orte des Erinnerns

Der Gedenksättenverein Sandbostel lädt am Samstag, 7. November, zu einer Studienfahrt nach Hamburg ein, die an vier Stationen an die Oper der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen erinnert.

 

Gedenkort auf der Straße der Inklusion in Alsterdorf.

Gedenkort auf der Straße der Inklusion in Alsterdorf.

Bild: Eb

Sandbostel. Mehr als 200.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie geistigen oder körperlichen Behinderungen wurden während der nationalsozialistischen Herrschaft im Rahmen des sogenannten Euthanasieprogramms ermordet. Mit einer eintägigen Studienfahrt zu vier Lern- und Gedenkorten in Hamburg möchte der Gedenkstättenverein Sandbostel an die Opfer erinnern und über die Hintergründe der systematischen Krankenmorde aufklären. Die Fahrt findet am Samstag, 7. November, von 9 bis 17 Uhr statt. Begleitet wird sie von Dr. Michael Wunder, der für seine Forschungen zur Geschichte der NS-„Euthanasie“ ausgezeichnet wurde und als Experte für medizinische Ethik gilt.

 

Vier Stationen der Erinnerung

Die erste Station ist der Lern- und Gedenkort der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Dort wird unter anderem die Beteiligung kirchlicher Einrichtungen an den nationalsozialistischen Krankenmorden thematisiert.

Anschließend besuchen die Teilnehmer den Gedenkort der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn. Die Einrichtung steht beispielhaft für die Deportation tausender Patienten in Tötungsanstalten. In einer sogenannten Kinderfachabteilung wurden zudem Kinder mit Behinderungen systematisch ermordet.

Im Medizinhistorischen Museum am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf vermittelt die Ausstellung „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“, wie medizinisches Personal die nationalsozialistische Rassenideologie übernahm und an deren Umsetzung mitwirkte.

Den Abschluss bildet das ehemalige Kinderkrankenhaus Rothenburgsort. Dort berichtet ein Initiativkreis über seine Bemühungen, einen Gedenkort für die Opfer einzurichten.

Neben der historischen Aufarbeitung soll die Studienfahrt auch Raum für Diskussionen über aktuelle gesellschaftliche Fragen bieten. Dazu zählen die Teilhabe und Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen sowie ethische Debatten über Pränataldiagnostik und Sterbehilfe.

 

Anmeldung

Die Studienfahrt steht sowohl Mitgliedern es Gedenkstättenvereins als auch weiteren Interessierten offen. Die Abfahrt erfolgt um 9 Uhr in Kleinbussen am Bahnhof Bremervörde. Dort endet auch die Rückfahrt.

Die Teilnahme kostet 40 Euro pro Person, die bei der Abfahrt zu entrichten sind. Kosten für Verpflegung und Pausen tragen die Teilnehmenden selbst. Anmeldungen sind bis Mittwoch, 4. November, per E-Mail an klawima22@gmail.com möglich. Dabei sollte eine Handynummer angegeben werden.


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