

Bremervörde. Wie viel Nähe ist in Begleitung schwerkranker Menschen hilfreich – und wo braucht es klare Grenzen? Mit diesen und weiteren Fragen setzten sich ehrenamtlich Engagierte des ambulanten Hospizdienstes im April intensiv auseinander. Unter dem Titel „Beziehungen starten, leben und beenden – zur besonderen Nähe in Begleitungen“ stand die Fortbildung ganz im Zeichen der zwischenmenschlichen Verbindung, die im hospizlichen Kontext eine tragende Rolle speilt.
Beziehungen und Bindungen prägen das Leben eines jeden Menschen – doch in der hospizlichen Arbeit erhalten sie eine besondere Tiefe und Bedeutung. Die ehrenamtlichen Begleiter:innen stehen Menschen in ihrer letzten Lebensphase zur Seite. Dabei entsteht eine intensive Form der Nähe.
Im Mittelpunkt der Fortbildung standen daher grundlegende Fragen. Die Teilnehmenden reflektierten, wie Vertrauen entstehen kann und wie wichtig klare Absprachen im gemeinsamen Miteinander sind.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Umgang mit Nähe und Distanz. Wann wird eine Beziehung zu eng? Wie viel Persönliches darf oder sollte man von sich selbst einbringen? Diese Themen führten zu lebhaften Gesprächen und ehrlichem Austausch.
Auch die eigene Rolle als Ehrenamtliche:r wurde intensiv beleuchtet. Ziel war es, mehr Klarheit darüber zu gewinnen, wie diese Rolle gestaltet und gehalten werden kann – gerade in emotional herausfordernden Situationen. Ein weiterer Fokus lag auf dem Abschiednehmen.
Die Fortbildung verfolgte dabei keine einfachen Patentlösungen. Vielmehr wurden die Teilnehmenden dazu angeregt, durch Selbstreflexion und Austausch eigene Antworten zu entwickeln. Auch das bewusste Setzen von grenzen, das Verständnis für Unterschiede zwischen privater und ehrenamtlicher Nähe sowie die Vertiefung einer wertschätzenden Haltung gehörten zu den Themen der Fortbildung.
Am Ende nahmen die Ehrenamtlichen nicht nur neue Impulse für ihre Tätigkeit mit, sondern auch ein gestärktes Gefühl der Verbundenheit.


