

Hackemühlen.
Mit einem traditionellen Richtfest wurde der nächste Meilenstein der neuen Mehrzweckanlage in Hackemühlen gebührend gefeiert. Zahlreiche Bewohner der Orte Hackemühlen, Rahden und Ihlbeck waren gekommen, um die Entwicklung und den Fortschritt ihres gemeinsamen Projektes zu sehen. Bevor der offizielle Richtspruch verlesen und die Richtkrone angebracht wurde, hatten die 12- und 13-jährigen Mädchen Sophie Plate, Sophie Buck, Amelie Buck und Michelle Kohrs eine Überraschung parat und präsentierten ein Gedicht zum Bau dieses Gemeinschaftsprojekts.
Gemeinsam für ein neues Dorfzentrum
Der seit Jahrhunderten bestehende Richtspruch wurde vom Zimmermann Johann Christoph Bebba auf dem Dach des Rohbaus gemeinsam mit seinen Kollegen Jonas Küver, Tim Müller und Dennis Zuleger vorgetragen und mit dem Zerbrechen der Glasflasche soll dem Haus und den Bewohnern viel Glück beschert werden. Lamstedts Bürgermeister, Manfred Knust, bedankte sich in seiner Rede bei den zahlreichen Unterstützern und Mitstreitern des Bauvorhabens – darunter die Techniker Jens Junge und Bernd Steffens von der Samtgemeinde Lamstedt sowie die Mitglieder der örtlichen Vereine und Vereinigungen, die am Bau maßgeblich beteiligt sind. Zu den Vereinen zählen der Sportverein Hackemühlen, der Landfrauenverein, die Landjugend HaWoRaHe, der Kriegerverein, die Jagdgemeinschaft und der Ihlbecker Schleusenverband.
Knust erinnerte an die Entstehung dieses Projekts, denn mit der Schließung der Dorfgaststätte „Hackemühlener Krug“ vor fünf Jahren fehlte ein Raum für Zusammenkünfte, Vereinsaktivitäten und Versammlungen. Auch Ihlbeck und Rahden standen vor dieser Herausforderung – so war es naheliegend, sich auch hier zusammenzuschließen und etwas zu planen, von dem alle drei Dörfer profitieren. Der Ankauf des „Hackemühlener Kruges“ war aus Kostengründen nicht wirtschaftlich und somit wurde dann überlegt, ob ein gemeindeeigenes Grundstück im Ort für einen Neubau genutzt werden kann. 2022 und 2023 wurden die ersten offiziellen Gespräche geführt, pro und kontra diskutiert und Bautechniker Bernd Steffens hatte schnell die ersten Entwurfszeichnungen und Ideen parat.
Die veranschlagten Kosten konnten durch eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro über das Amt für regionale Landentwicklung sowie Eigenleistungen der örtlichen Vereine und der Bevölkerung von über 200.000 Euro und die finanziellen Eigenmittel der Gemeinde von etwa 300.000 Euro gestemmt werden. Knust bedankte sich noch mal ausdrücklich bei allen Beteiligten, darunter die Firmen Trinkes mit den Erdarbeiten, Malte Schimmelpfennig für Beton- und Maurerarbeiten und Holzbau D. Tiedemann für die Dachkonstruktion. Ein besonderer Dank ging an Bautechniker Jens Junge, der in seiner ruhigen und besonnenen Art jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung steht.
Eigenleistung als Zeichen des Zusammenhalts
Wie wichtig Demokratie und Dorfgemeinschaft ist, zeigt der Zusammenhalt und das Engagement, das seitens der Samtgemeindeverwaltung, aber auch seitens der Bevölkerung erbracht und gelebt wird. Sabrina Mahler, Dirk Buhbe und Reiner Steffens zeigen sich gerade in dieser Zeit sehr engagiert und stehen immer als Ansprechpartner und Verbindungsglieder zwischen den Ortschaften zur Verfügung.
Samtgemeindebürgermeister Frank Springer ist ebenfalls besonders stolz auf das Börde-Projekt. „Wenn ich mich hier umschaue, sehe ich nicht nur Holz, Beton und Stahl. Ich sehe vor allem den Einsatz vieler Menschen. Menschen, die geplant, organisiert, gerechnet, gebaut und mit angepackt haben. Besonders beeindruckend finde ich den Anteil der Eigenleistung – in Börde typischer Manier. Rund 20 Prozent der gesamten Bauleistung werden von engagierten Bürgerinnen und Bürgern erbracht. Das bedeutet: Feierabend heißt eben nicht immer Sofa. Dann geht es noch einmal zur Baustelle. Da wird geschraubt, gefegt, getragen und natürlich auch diskutiert. Und seien wir ehrlich: Auf einer Baustelle gibt es mindestens so viele Fachleute wie Akkuschrauber. Aber genau das macht unsere Dörfer aus. Am Ende packen alle gemeinsam an.“
Die Wichtigkeit des Zusammenhaltes und der Dorfgemeinschaft hob auch MdL Claus Seebeck hervor, der das Projekt gerne mitbegleitet hat. „Wenn die Jugend keine Zukunft hat, dann wird es die Dörfer nicht mehr geben – zum Glück ist die Landjugend HaWoRaHe eine feste Größe in der Börde.“ Mit weiteren Grußworten, gemeinsamem Austausch und anschließendem Essen feierten etwa 160 Gäste das Richtfest in Hackemühlen. Für die Mehrzweckhalle wird übrigens noch ein Name gesucht – Vorschläge dazu können bei Manfred Knust oder einem der örtlichen Ansprechpartner abgegeben werden.



