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LEE warnt vor Energiekrise

Niedersachsen (eb). Der Wirtschaftsstandort Niedersachsen steuere auf eine Energielücke zu, die sich nur durch einen zügigen Ausbau von Erneuerbaren Energien schließen lasse.

Dies erklärte Vorsitzende des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE), Bärbel Heidebroek, im Rahmen einer Landespressekonferenz in Hannover. Die Bundesregierung habe deutlich zu wenig für den Ausbau von regenerativen Energien unternommen.
Gefordert werde daher ein Politikwechsel, der den sofortigen Einstieg in Erneuerbare Energien ermögliche, damit die Energielücke nicht durch Laufzeitverlängerungen von alten Kraftwerken geschlossen werde. Ein solcher Politikwechsel müsse auch einen grundsätzlichen Umbau des Strommarktes beinhalten, der Flexibilitäten für Erzeuger und Verbraucher:innen schaffe und die dezentrale Energieproduktion berücksichtige.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien verringere die Abhängigkeit von Energieimporten, die maßgeblich für die derzeit extrem hohen Strom- und Energiekosten verantwortlich sind. Ökostrom aus Wind- und Wasserkraft sowie Bio- und Solarenergie hingegen, so Heidebroek, ließe sich konkurrenzlos günstig produzieren. Niedersachsens Erneuerbaren-Branche stehe bereit, der drohenden Energielücke durch Investitionen von mehr als einer halben Milliarde Euro in kurzer Zeit zu begegnen, so Heidebroek weiter.
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Ausbau Erneuerbarer Energien ist aus Sicht des LEE, dass Landkreise und Kommunen ausreichend Flächen für Erneuerbare Energien-Anlagen zur Verfügung stellen.
„Wir sind mit 0,58 Prozent Windfläche in Vorranggebieten weit von den künftig benötigten 2,1 Prozent der Landesfläche entfernt,“ so Heidebroek.
Zudem erschwere die Niedersächsische Bauordnung die Solarisierung von Gebäuden. Dabei verfüge Niedersachsen über ein erhebliches Dachflächenpotenzial. Land und Kommunen sollten als Vorbild dienen und alle in öffentlicher Hand befindlichen Gebäude solarisieren. Eine Solarpflicht auf allen neuen Gebäuden und bei Dachsanierungen helfe, Konzepte für den Bestand würden aber benötigt.
Der zügige Ausbau der Energiewende scheitere auch häufig an den Genehmigungsverfahren Erneuerbarer Energien-Anlagen, die sich nicht selten über Jahre hinzögen. Der LEE schlägt daher unter anderem die Einrichtung einer Clearingstelle „Wind Genehmigungsverfahren“ vor, um schwierige Sachverhalte nach einheitlichen Standards zur Entscheidung zu bringen.


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