Käte Heins

Ländlicher Raum wird abgehängt - Superintendent Helmers mahnt vor zu viel Bürokratie

Oese. Das Pendel schlägt zurück. Immer weniger Mitglieder, mehr Bürokratie und der demografische Wandel machen den Seelsorgern das Leben in den Kirchengemeinden schwer. Superintendent Wilhelm Helmers warnte vor der zunehmenden Bürokratisierung und deren Folgen.

Bilder
Neu im Kirchenkreis: Die Diakonninen Louisa Backmann (r.) ,Annika Brunotte (2.v.l.) und Pastor Stephan Dreytza. Vorsitzender der Kirchenkreissynode Helmut Kück (li.)stellte die neuen Mitarbeiter vor.  Foto: khe

Neu im Kirchenkreis: Die Diakonninen Louisa Backmann (r.) ,Annika Brunotte (2.v.l.) und Pastor Stephan Dreytza. Vorsitzender der Kirchenkreissynode Helmut Kück (li.)stellte die neuen Mitarbeiter vor. Foto: khe

Oese. Das Pendel schlägt zurück. Immer weniger Mitglieder, mehr Bürokratie und der demografische Wandel machen den Seelsorgern das Leben in den Kirchengemeinden schwer. Superintendent Wilhelm Helmers warnte vor der zunehmenden Bürokratisierung und deren Folgen.
„Manche Zuweisungsformen seitens der Landeskirche passen nicht mehr zu den Entwicklungen in der Fläche“, so Helmers. In seiner leidenschaftlichen Rede verwies er darauf, dass im nächsten Planungszeitraum, von dem man nicht wisse, ob er drei oder vier Jahre dauern wird, im Kirchenkreis Bremervörde-Zeven mindestens drei Kirchengemeinden, deren Mitgliederzahl unter 1.000 gesunken sei. „Es stellt die Gemeinden und den Kirchenkreis vor besondere Herausforderungen“, fügte Helmers hinzu.
Aus den Mitteilungen des Landessynodalen Angelus Müller war zu entnehmen, dass die Themen, Trauung gleichgeschlechtlicher Paare und die Teilnahme von Kindern am Abendmahl in der Landesynode abgeschlossen seien. Zudem soll eine Kooperation zwischen den Kirchengemeinden für eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Entwicklung, um die kirchliche Präsenz zu erhalten, gestärkt werden.
Glücklich sei man über die Tatsache, die Durststrecke der Vakanzen überwunden zu haben und die Pfarrstellen in Iselersheim mit Pastor Simon Laufer sowie in Hesedorf mit Pastor Stephan Dreytza neu besetzt zu haben. Besonders erfreulich sei, dass Pastor Gerhard Schäfer zum 1. April sein Amt in St. Liborius in Bremervörde antritt.
Ebenfalls neu im Kirchenkreis sind die Diakoninnen Annika Brunotte und Louisa Backmann. Sie wurden vom Vorsitzenden Helmut Kück den anwesenden Mitgliedern vorgestellt. Die neue Kantorin Imke Weitz stellte sich ebenfalls vor und begleitete die Sitzung musikalisch am E-Piano.
„Dass nicht nur der Titel des Landessuperintendenten geändert wurde, sondern sich der Kirchenkreistag jetzt Kirchenkreissynode genannt wird, daran müssen wir uns erst noch gewöhnen“, schmunzelte Helmut Kück.
Schwierig und zögerlich, gestaltete sich die Wahl eines beisitzenden Mitgliedes und zusätzliche Mitglieder für den Bauausschuss zu gewinnen. Die Tagesordnungspunkte wurden auf die nächste Sitzung am 7. Mai vertagt. Zum stellvertretenden Synoden-Vorsitzenden wurde Diakon Jens Heidemann gewählt.
„Wer macht und bezahlt eigentlich die Mehrarbeit?“, fragte Vorsitzender Kück in die Runde. Mit Sorge schaut Superintendent Helmers auf seinen Berufsstand und die Arbeit in den Kirchengemeinden. Ob im Pfarramt, über andere Berufsgruppen bis hin zur Pfarrsekretärin - es wird stillschweigend der Abschied vom Priesteramt hingenommen.
Es wächst das Empfinden zu Buchhaltern, Bauleuten und Verwaltungsdienstleistern umgeschult zu werden. Dabei bleibt die Seelsorge auf der Strecke.
Die Mitarbeiter im Haupt- und Ehrenamt spüren, dass trotz guter Arbeit die Menschen der Kirche den Rücken zukehren. „Auch wenn die Gemeinschaft der Glaubenden kleiner werden mag und die Bereitschaft zum Ehrenamt abnimmt - in unseren Gemeinden und im Kirchenkreis sehe ich trotzdem mancherlei Potenzial“, so Helmers.
Dem Klima- und Gewässerschutz sowie sich am Bündnis „United 4Rescue“, das ein Rettungsschiff aufs Mittelmeer schicken wird, zu beteiligen - diesen Fragen und Themen will sich der Kirchenkreis Bremervörde-Zeven mit größerer Intensität stellen.
Diakon Michael Freitag-Parey lud anlässlich der Befreiung des Lager Sandbostel am 29. April zur Gedenkfeier in die Gedenkstätte nach Sandbostel ein. Landesbischof Ralf Meister und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) haben bereits zugesagt.


UNTERNEHMEN DER REGION