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Kinder besser schützen

Landkreis Rotenburg. Polizei und Landkreis schließen Kooperationsvereinbarung und reagieren damit auf Kritik an Jugendämtern und Ermittlungsbehörden im Fall der jahrelangen sexualisierten Gewalt an Kindern auf einem Campingplatz in Lügde.

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Fabian Bernert (v. li.), Ute Schwiebert und Torsten Oestmann von der Polizei mit Imke Colshorn, Landrat Hermann Luttmann und Ulrike Helle vom Landkreis.

Fabian Bernert (v. li.), Ute Schwiebert und Torsten Oestmann von der Polizei mit Imke Colshorn, Landrat Hermann Luttmann und Ulrike Helle vom Landkreis.

Um das Wohl von Kindern und Jugendlichen im Landkreis effektiv und nachhaltig zu schützen, ist zwischen dem Jugendamt des Landkreises und der Polizei eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit unerlässlich. Vor diesem Hintergrund haben beide Institutionen gemeinsam eine Kooperationsvereinbarung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor körperlicher Gewalt und sexuellem Missbrauch erarbeitet, die kürzlich von Landrat Hermann Luttmann und Polizeidirektor Torsten Oestmann unterzeichnet wurde.
Mit der Vereinbarung werden verbindliche Verfahrensweisen und Handlungsstandards zum Informationsaustausch zwischen den Kooperationspartnern festgelegt. Die Kenntnis und Akzeptanz sowie das Respektieren des jeweiligen Auftrages des Kooperationspartners soll erhöht und die zwischen der Polizei und dem Landkreis vertrauensvolle Kooperation auf diesem Wege bestärkt werden.
„Auch wenn wir aktuell eine sehr gute Zusammenarbeit und Austausch zwischen dem Landkreis und der Polizei feststellen, macht es doch Sinn, grundlegende Verfahrensschritte eindeutig und schriftlich zu vereinbaren. Hierdurch wird beiden Institutionen mehr Handlungssicherheit gegeben. Mögliche Fehlerquellen werden so von vornherein ausgeschlossen“, sagt Polizeidirektor Oestmann.
 
Hintergrund
 
Anfang 2019 wurde bekannt, dass auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde gegen eine große Anzahl von Kindern langjährig sexualisierte Gewalt ausgeübt wurde. Der Haupttäter wurde später unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs in 223 Fällen verurteilt. Der Fall erlangte bundesweit Aufmerksamkeit. Neben den beteiligten Jugendämtern gerieten auch die Strafermittlungsbehörden in die Kritik.
Im Abschlussbericht der eingesetzten „Lügde-Kommission“ werden Empfehlungen zur Zusammenarbeit zwischen den Jugendämtern und der Polizei ausgesprochen. Die seit Jahren bestehende Zusammenarbeit des Landkreises und der Polizei wurde unter Einbindung dieser Empfehlungen nun als Kooperationsvereinbarung verschriftlicht.


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