Ute Mahler-Leddin

John Langley bei den LandFrauen

Iselersheim (uml). Wenn die Bremervörder LandFrauen zu einem „grünen Thema“ einladen, kommen erfahrungsgemäß viele Zuhörer - bei der verbalen Exkursion zum Thema „Grünes Herz und blühende Vielfalt“ mit NDR-Fernsehgärtner und Gartenbotschafter John Langley kamen trotz Corona so viele Frauen, dass Gastwirt Pülsch in Iselersheim schnell noch ein paar Kannen Kaffee mehr kochte.

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Iselersheim. Wenn die Bremervörder LandFrauen zu einem „grünen Thema“ einladen, kommen erfahrungsgemäß viele Zuhörer - bei der verbalen Exkursion zum Thema „Grünes Herz und blühende Vielfalt“ mit NDR-Fernsehgärtner und Gartenbotschafter John Langley kamen trotz Corona so viele Frauen, dass Gastwirt Pülsch in Iselersheim schnell noch ein paar Kannen Kaffee mehr kochte.

181 Frauen und 1 Mann - die Bilanz der Zählung des Nachmittages. Die zweite Vorsitzende der Bremervörder LandFrauen, Gesa Brinkmann, lies aber zuerst die letzten Veranstaltungen des Vereins Revue passieren. Die Vorstandsbienen stellten die Sommerfahrten und die Anmeldemodalitäten für das kommende Halbjahr vor - weitere Informationen dazu folgen.
Grünes Herz und
blühende Vielfalt
Nach einer Kaffeepause stellte Gartenbotschafter John Langley sich und seine Arbeit kurz vor. „Gartenbotschafter“ nennt sich der junggebliebene Gärtner und Florist, der sogar bei „Loki“ Schmidt die Schulbank drücken durfte. „Grünes Herz und blühende Vielfalt“ nannte der Wahl-Husumer seinen humorvollen und anschaulichen Vortrag. Ein Garten würde ein gutes Gewissen widerspiegeln, in dem Jung und Alt alles anfassen, begreifen, fühlen, schmecken und vor allen Dingen Verantwortung übernehmen kann, sozusagen eine große Wertschätzung für Blumen und Pflanzen, aber auch für kleine und große Tiere.
„Gärtnern beginnt im Kopf
und endet im Rücken“
Langley nimmt die Frauen mit auf einen bebilderten Gartenrundgang, zeigt, was sich durch die phänologischen Jahreszeiten geändert hat und warum der Frühling nun etwa 30 Tage früher bei uns angekommen ist. „Gärtnern beginnt im Kopf und endet im Rücken“, sagt der Gartenbotschafter humorvoll und zeigt auf, warum die Pflanzen Frost zum Blühen brauchen, warum ein Perspektivwechsel neue Lust auf Gärtnern macht und wieso das Gießen mit der Gießkanne intelligent und gezielter sein kann. Die aus dem Boden schießende „Spontanbotanik“ biete eine nicht zu verachtende Bereicherung der körperlichen Ertüchtigung und trotzdem solle man (Frau) auch mal fünfe gerade sein lassen und Laub und Stauden als natürlichen Rückzugsort für kleine Tiere übrig lassen.
Den eigenen Garten
kennenlernen
Die weltweite Klimaveränderung habe inzwischen auch schon Auswirkungen auf die privaten Gärten: mehr Moos, Pilzbefall und Krankheiten und extreme Wetterbedingungen im Wechsel - hier sollte der Hobbygärtner überprüfen, ob die vorhandenen Pflanzen überhaupt passend für den jeweiligen Boden und die Umgebung sind. Mit einem erhobenen Zeigefinger mahnte Langley, keinen Blaukorn und keinen Torf mehr zu nutzen, die Gärten seien bereits alle überdüngt. Kompostieren sei das Mittel der Wahl - Bakterien, Fadenwürmer, Pilze, Tausendfüßer, Algen und Regenwürmer würden mit dem Kompost, dem sogenannten „Gold des Gartens“ für Erfolge sorgen. Jeder sollte seinen eigenen Garten kennenlernen und dann nach der Bodenbeschaffenheit die passenden Pflanzen besorgen. Mulchen findet der Fachmann sehr gut, hier erinnert aber an die Hornspäne, die vorher auf den Boden gestreut werden sollte.
Artenvielfalt im Garten
„Bio Diversität“ ist das große Lieblingswort des Tages, und bedeutet Artenvielfalt im Garten - ein Zusammenspiel von Flora und Fauna, die Tiere und die Pflanzen ergänzen sich und sorgen für einen lebendigen Garten. Für die kommende Saison befürchtet Langley eine Wiederholung der Mäuseplage, denn der milde Winter hat dafür gesorgt, dass diese Gattung nicht dezimiert wurde. Etwas, was sich kaum ein Gärtner in seinem eigenen Umfeld wünscht, sind Maulwürfe. Die seien aber ein wichtiger Helfer und ein Indikator für einen guten Boden.
Blühstreifen anlegen
Zum Umweltschutz und für die Insekten jeder Art bittet der Mann mit dem weißen Rauschebart darum, dass jeder einen kleinen Beitrag in Form eines Blühstreifens mit Wildblüten anlegen kann, am besten mit regionalen auf den passenden Boden abgestimmten Samen.
Ein fast zweistündiger, sehr informativer und doch humorvoller Vortrag endete mit einem großen Dankeschön an alle LandFrauen, die der Bitte des Gastes nachgekommen sind, und ein paar Schneeglöckchen aus dem (eigenen) Garten mitgebracht haben.


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