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Im Dialog mit Barbara Otte-Kinast

Hollnseth (uml). Über den „Niedersächsischen Weg“, den Wolf, die Düngeverordnung und schwer nachvollziehbare Auflagen für die Landwirtschaft diskutierten kürzlich Bürger*innen und Landwirte mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast.

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Zahlreiche Landwirte nutzten die Chance zum Austausch mit Barbara Otte-Kinast.  Foto: uml

Zahlreiche Landwirte nutzten die Chance zum Austausch mit Barbara Otte-Kinast. Foto: uml

Hollnseth (uml). Über den „Niedersächsischen Weg“, den Wolf, die Düngeverordnung und schwer nachvollziehbare Auflagen für die Landwirtschaft diskutierten kürzlich Bürger*innen und Landwirte mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Auf Einladung des CDU-Samtgemeindeverbandes Börde Lamstedt war kürzlich die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast, zu einer Open-Air-Diskussionsveranstaltung auf dem Vorplatz der Hollener Mühle in Hollnseth. Knapp 150 Teilnehmer hatten sich, zu einer für Landwirte etwas unglücklichen Uhrzeit von 18 Uhr, eingefunden, um Aktuelles aus Hannover und Berlin zu erfahren, aber auch um eigene Fragen zu stellen. Landwirtschaft als DNA der Dörfer Bevor es aber soweit war, begrüßte der Vorsitzende der CDU der Börde Lamstedt, Uwe Junge, die anwesenden Gäste, darunter auch die örtliche Bürgermeisterin Melanie Steffens, MdL Lasse Weritz, den Samtgemeindebürgermeister Holger Meyer und weitere namhafte Politiker aus dem Einzugsgebiet. Lasse Weritz betonte in seinem Grußwort die Wichtigkeit der Landwirtschaft gerade in unserer Region. Die Landwirtschaft im Landkreis Cuxhaven sei die DNA, die die dörfliche Struktur zusammen und am Leben erhalte. Die Landwirte liebten ihren Beruf, aber ob sie es bei der momentanen Situation noch ihren Kindern weiterempfehlen könnten, stehe auf einem anderen Blatt. Auch die Ministerin Barbara Otte-Kinast stellte eindringlich fest: „Ohne die Landwirtschaft haben wir nichts zu essen, ohne die Landwirtschaft würden die Dörfer ausbluten.“ „Der Wolf gehört nicht hierher“ Die ehemalige Landfrauenvorsitzende aus Beber in Bad Münder bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann ebenfalls einen landwirtschaftlichen Betrieb und weiß, wovon sie spricht. Der „Niedersächsische Weg“ bei dem Natur-, Arten- und Gewässerschutz wichtige gesellschaftliche Anliegen sind, sei ein unabdingbarer Weg. Auch zum heißen Thema „Wolf“ sagte Otte-Kinast deutlich: „Er gehört hier nicht hin – wir brauchen dringend wolfsfreie Regionen.“ Die Düngeverordnung stößt nicht nur der Politikerin auf, denn die Betriebe seien inzwischen durch die Protokollierung zu „gläsernen Betrieben“ geworden. Hier sei aber Berlin die treibende Kraft und Hannover habe nicht viel Einfluss auf die jeweiligen Gebiete. Krähen in Sonderkulturen In der anschließenden Diskussionsrunde ging es unter anderem um das Problem der Krähen in Sonderkulturen. In Kehdingen und entlang der Oste haben viele Obstbauern starke finanzielle Einbußen durch Krähen, die sich an den reifen und unreifen Äpfeln gütlich tun. Matthias König aus Hüll erklärte anschaulich das Problem und bezifferte den durchschnittlichen Schaden auf knapp 2.500 Euro pro Hektar, für den es aktuell keinen Schadensersatz geben würde. Heimische Produktion unterstützen Die Hollener Tierärztin Irmgard Erdweg sprach ihre Sorgen für die Zukunft der Landwirtschaft und dem nachgelagertem Gewerbe aus. Ob es Tierärzte, Schmiede, Zimmermänner, das Baugeschäft oder der Futterhandel sei, viele Branchen seien auf eine Planungssicherheit durch den Arbeitgeber Landwirtschaft angewiesen. Erdweg regte an, die heimische Produktion zu unterstützen, wer brauche im Winter schon Erdbeeren von der Südhalbkugel. Als Landwirt selbst entscheiden Für Michael Brand aus Bremervörde sei es unverständlich, dass er als gut ausgebildeter Landwirt mit jahrelanger Erfahrung nicht selbst für sein Land entscheiden könne. Wenn er einen Acker mit schlechter Qualität neu bestellen möchte, müsse er dafür die Erlaubnis holen – umgekehrt müsse ein gut funktionierender Acker umgebrochen werden, auch wenn die Ertragslage noch sehr gut sei. Die Entscheidung, was erlaubt sei und was nicht, werde - mit zeitlicher Verzögerung durch die deutsche Bürokratie - in Hannover, von Mitarbeiter*innen getroffen, die teilweise eine kaufmännische oder verwaltungstechnische Ausbildung hätten und nur nach „Ackerstatus“ und „Grünlandumbruchverordnung“ gucken, so die Kritik des Landwirts. Weitere Themen, für die sich Otte-Kinast ihre Notizen machte, waren die Vernässung der Moore, alte (Landwirtschaftliche) Gebäude, die Bauland blockieren, die niedrigen Renten, Freiflächen-PV-Anlagen und finanzielle Unterstützung für die Lehrlinge in der Landwirtschaft.


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