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IG BAU: Kein Sparen am falschen Ende

Landkreis Rotenburg (eb). Auch wenn die Steuereinnahmen aufgrund der Pandemie sinken, darf der Landkreis nicht auf Investitionen verzichten, fordert die IG BAU.

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Gleisbauer arbeiten an den Verkehrswegen von morgen. Wichtige Zukunftsinvestitionen dürfen nicht auf der Strecke bleiben, warnt die Gewerkschaft IG BAU.  Foto: IG BAU

Gleisbauer arbeiten an den Verkehrswegen von morgen. Wichtige Zukunftsinvestitionen dürfen nicht auf der Strecke bleiben, warnt die Gewerkschaft IG BAU. Foto: IG BAU

Landkreis Rotenburg (eb). Auch wenn die Steuereinnahmen aufgrund der Pandemie sinken, darf der Landkreis nicht auf Investitionen verzichten, fordert die IG BAU. Vom neuen Radweg bis zum sanierten Schuldach: Trotz sinkender Steuereinnahmen durch die Corona-Pandemie soll der Kreis Rotenburg wichtige Zukunftsinvestitionen nicht verschleppen. Dazu hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Verantwortlichen in der Kommunalpolitik aufgerufen. Im vergangenen Jahr investierte der Landkreis laut Kassenstatistik 59,5 Millionen Euro in öffentliche Infrastruktur - das sind 363 Euro pro Kopf, wie eine Abfrage der Gewerkschaft bei den Statistikämtern der Länder ergab. „Dieses Level muss mit Blick auf den jahrelangen Investitionsstau gehalten werden, auch wenn die Kämmerer aktuell auf jeden Euro schauen müssen. Ein Sparen an der Infrastruktur wäre ein Sparen am falschen Ende“, sagt Inge Bogatzki, Bezirksvorsitzende der IG BAU Land Bremen und Umzu. Investitionen sichern Arbeitsplätze Neue Kitas, renovierte Ämter und moderne Wasserleitungen seien für eine nachhaltige regionale Wirtschaftsentwicklung in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung. „Kommunale Investitionen sichern zugleich viele Arbeitsplätze vor Ort - ob beim Dachdeckermeister oder im Architekturbüro“, so die Gewerkschafterin. Allein das Bauhauptgewerbe beschäftigt im Landkreis Rotenburg an der Wümme laut Arbeitsagentur rund 3.300 Menschen. Nachholbedarf Verkehrswede „Hinzu kommt ein großer Nachholbedarf in puncto Verkehrswende. Nur wenn flächendeckend deutlich mehr in Gleise, Radwege und Ladestationen für Elektroautos investiert wird, sind die Klimaziele erreichbar“, betont Bogatzki. Gleiches gelte bei der energetischen Gebäudesanierung, die in öffentlichen Gebäuden häufig besonders dringend sei. Mit Blick auf die angespannte kommunale Kassenlage verweist die IG BAU auf die Hilfen aus den sogenannten Corona-Konjunkturpaketen. Danach erstattet der Bund den Kommunen Ausfälle bei der Gewerbesteuer - ihrer wichtigsten Einnahmequelle - im laufenden Jahr mit bis zu 6,1 Milliarden Euro. Weitere 4,8 Milliarden Euro sollen die Länder beisteuern. Zusätzliche Milliardenhilfen gibt es bei den Hartz-IV-Kosten sowie für die Gesundheitsämter und die Kindertagesbetreuung. „Klar ist, dass die Bundesregierung auch in den nächsten Jahren gefordert ist, um die Kommunen bei den Folgen der Coronakrise zu entlasten. Dass die Investitionen vor Ort jetzt stabil bleiben, ist keine Luxusfrage, sondern entscheidend für den Zusammenhalt der Gesellschaft und unsere Zukunft“, so Bogatzki. Im bundesweiten Vergleich liegt der Kreis Rotenburg mit einer Investitionsquote von 363 Euro pro Einwohner für Infrastruktur im Mittelfeld.


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