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Großer Ehrentag

Ein Leben im Dienst der Gemeinschaft: Der frühere Lehrer und Bürgermeister Ernst-August Bayer wurde für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – und rührt damit nicht nur sich selbst.

Zwei die sich mögen: Bundesverdienstkreuzträger Ernst-August Bayer (links) und Gnarrenburgs Bürgermeister Marc Breitenfeld.

Zwei die sich mögen: Bundesverdienstkreuzträger Ernst-August Bayer (links) und Gnarrenburgs Bürgermeister Marc Breitenfeld.

Bild: Akl

Gnarrenburg. Ernst-August Bayer wurde am 21. April 1946 in Glückstadt geboren. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er bis heute in Kuhstedt, dem westlichen Teil der Gemeinde Gnarrenburg im niedersächsischen Landkreis Rotenburg (Wümme). Einen Monat vor seinem 80. Geburtstag erhielt der ehemalige Lehrer im Gasthof Ahrens das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Tief bewegt genoss der umtriebige Ehrenbürger gemeinsam mit seiner Ehefrau Antje, seinen Söhnen, Schwiegertöchtern, Enkeln und rund 70 geladenen Gästen die Feierstunde. Ausgezeichnet wurde er für sein jahrelanges, ehrenamtliches Engagement in vielen Ämtern und Vereinen.

 

Verdienstorden seit 1951

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde erstmalig im September 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet. Damals wie heute wird die Auszeichnung an in- und ausländische Frauen und Männer für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik, zum Beispiel aus sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereichen. Dabei stehen langjährige ehrenamtliche Tätigkeiten zugunsten des Gemeinwohls im Vordergrund.

Rotenburgs Landrat Marco Prietz, der die Verleihung des Ordens in Vertretung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Olaf Lies vollzog, erläuterte den anwesenden Gästen den Weg zum Verdienstkreuz: „Erste Regel: man darf sich nicht selbst vorschlagen.“ Ansonsten könne jeder Bürger eine herausragend engagierte Person für die Auszeichnung ins Spiel bringen. Der Vorschlag gehe dann an die Staatskanzlei in Hannover und anschließend werde die jeweilige Kreisverwaltung involviert. Der Landkreis hole im weiteren Verlauf Stellungnahmen bei Wegbegleitern in Institutionen und Vereinen ein. „Am Ende schreibe ich dann nach Hannover und mache durch die Art und Weise wie ich das schreibe deutlich, ob ich das befürworte oder nicht“, so der Landrat.

Im Fall von Ernst Bayer habe er den Antrag ausdrücklich befürwortet. Das ganze Prozedere habe sich über eineinhalb Jahre hingezogen, was nicht ungewöhnlich sei.

 

Ehrenamtliche Aktivitäten

Die Liste der ehrenamtlichen Aktivitäten aus der Begründung der Niedersächsischen Staatskanzlei für die Vergabe des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Ernst-August Bayer ist lang. So habe sich der Geehrte von 1991 bis 2006 für die Weiterentwicklung der Gemeinde Gnarrenburg eingesetzt – zuerst als Ratsmitglied, danach als ehrenamtlicher und zuletzt als hauptberuflicher Bürgermeister. Von 2007 bis 2024 folgten vielfältige Tätigkeiten in der Kirchenkreissynode des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Bremervörde-Zeven. Als Ausschussvorsitzender des Bauausschusses leitete er nicht nur die Sitzungen des Gremiums, sondern begleitete sämtliche Baumaßnahmen im Kirchenkreis. Zusätzlich war er von 2013 bis 2025 Mitglied im Kirchenkreisvorstand und war in dieser Funktion am Bau des Hospizes zwischen Elbe und Weser sowie der Erweiterung der Freizeit- und Begegnungsstätte in Oese beteiligt.

Seit 2005 gehört Ernst Bayer der Archäologischen Gesellschaft im Landkreis Rotenburg (Wümme) e. V. an. Dort hält er eigene Vorträge und veröffentlichte zahlreiche Ortschroniken. Zu seinen Veröffentlichungen gehören unter anderem die Festschriften „800 Jahre Kuhstedt“, „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kuhstedt“, „25 Jahre Ernteclub Kuhstedt“ und „100 Jahre Posaunenchor Kuhstedt“.

Außerdem ist der rüstige Rentner mittlerweile Ehrenmitglied des Turn- und Sportvereins Kuhstedt e. V., gehört der Feuerwehr, dem Schützenverein und dem Pfeifenclub „Silberkapsel“ an. Das letzte Wort an diesem denkwürdigen Tag hatte der neue Träger des Verdienstordens: „Ohne alle Familienmitglieder wäre das Ganze nicht möglich gewesen und ich bedanke mich auch noch mal bei Euch.“


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