Patrick Viol

Gastkommentar zur Modernisierung der CDU

Die Ortsbürgermeisterin Vanessa-Kim Zobel bezieht Stellung zur der Frage, ob es in der CDU eine Frauenquote braucht.
 

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Vanessa-Kim Zobel ist Ortbürgermeisterin von Mehedorf.

Vanessa-Kim Zobel ist Ortbürgermeisterin von Mehedorf.

In diesen Tagen wird viel über die Einführung von Frauenquoten in der CDU diskutiert. Wie ist die Situation vor Ort? Braucht es wirklich eine Quote, um als Frau eine Chance zu haben? Wie fühle ich mich als politisch engagierte Frau, wenn darüber diskutiert wird?
Als ich 2016 das erste Mal mit der Kommunalpolitik in Berührung kam, ging es um die Kandidatur zur Ortsbürgermeisterin für meine Ortschaft Mehedorf. Natürlich war auch das eine kleine Sensation, denn die umliegenden Ortschaften werden alle von Ortsbürgermeistern regiert. 2016 war man von einer Frauenquote weit entfernt und dennoch hat der CDU-Vorstand aktiv versucht, Frauen für eine Stadtratskandidatur zu überzeugen. Leider bin ich die einzige Frau in der CDU-Stadtratsfraktion. Vielleicht war ich damals auch ein leichtes Opfer: motiviert und vor allem ohne Kinder. Heute als Mutter von zwei Kindern kann ich verstehen, warum viele Frauen beim Gedanken an eine aktive politische Rolle zurückhaltend sind. Der Ausgleich vom politischen Ehrenamt und Familie spielt eine große Rolle.
Meiner Meinung nach braucht es in der Kommunalpolitik vor allem Aufklärung und Unterstützung für Frauen und Mütter. Wir müssen daran arbeiten, dass man gleichzeitig eine Familie haben und sich politisch engagieren kann. Es gibt viele politisch interessierte Frauen, die sich aufgrund der Unwissenheit nicht trauen, zu kandidieren und somit den Männern das Feld überlassen. Information und Pressearbeit ist ein wichtiger erster Schritt. Der Bremervörder CDU-Vorstand macht es vor. Wir haben den Anteil der Frauen seit 2016 stetig erhöht. Mittlerweile sind fünf von 14 Vorstandsmitgliedern weiblich - in unterschiedlichen Lebenslagen und ganz ohne Quoten. Alles ist möglich, Frau muss sich nur trauen. Mindestens genauso wichtig: Uns ist es 2016 gelungen, auch die jüngeren politisch engagierten Köpfe in die CDU zu holen. Sechs der 17 gewählten Ratsmitglieder im Stadtrat waren zum Zeitpunkt der Wahl jünger als 30. Wir können uns am besten für die Bürger einsetzen, wenn alle Alters- und Berufsgruppen vertreten sind. Die Mischung bringt uns voran. Ich sehe die CDU vor Ort deshalb auf dem richtigen Weg, auch ohne eine feste Frauenquote und freue mich persönlich über jede engagierte Person, egal mit welchem Geschlecht und in welchem Alter. Bleiben Sie gesund. Ihre Vanessa-Kim Zobel
Der ANZEIGER hat Frau Zobel eingeladen, als Frau in der CDU zum Thema „Frauenquote in der CDU“ Stellung zu beziehen. Wir danken ihr für ihren Beitrag, in dem sie auschließlich ihre Meinung präsentiert.


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