

Hollnseth. Der 2. Januar steht in Hollen traditionell im Zeichen des Faslom. Ein Brauch, der inzwischen schon über sieben Jahrzehnte in Hollen zelebriert wird. Wie muss man sich „Faslom in Hollen vorstellen“? Für Neulinge schwer zu erklären, für Einheimische oder „getaufte“ aber inzwischen ein nicht wegzudenkendes Brauchtum.
Die Hollener Männer, deren Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen treffen sich am späten Vormittag, um vom Faslompräsidenten Henry Springer den aktuellen Faslommarsch, die aktuelle Route und die geltenden und zwingend notwendig einzuhaltenden Regeln zu erfahren.
„Dann leg ich Schlager auf“ von Mickey Krause und Tim Toupet war das diesjährige Faslomlied, das von der sechs Mann starken Kapelle Popp in jedem Haus mindestens einmal erklang. Die Kassenführer erbitten den festgelegten Obolus von den Mitgängern und unter musikalischer Begleitung ging es ins erste der 13 Häuser und endete abends mit einem zünftigen Ball im Dörphuus. Jeder Gastgeber bot den Gästen eine Mahlzeit an, die natürlich, bedingt durch die Anzahl der Häuser, nicht von jedem Mitgänger angenommen wurde. Grünkohl, verschiedene Suppen, Kartoffelsalat mit Würstchen und belegte Brötchen sorgten für eine abwechslungsreiche kulinarische Mischung während des ganzen Tages. Getränketechnisch blieb es bei dem Klaren oder mal einen Kaffee oder Bier dazu – und einen Korn abzuschlagen kostest Strafgeld, wenigstens „anbeißen“ sollte man ihn, besagen die Faslomregeln. „Das Ganze soll so einfach wie möglich gehalten werden, denn die Frauen der Gastgeber haben an diesem Tag ja bereits genug Arbeit zu bewerkstelligen“, sagt Faslompräsident Springer dankbar, denn ohne die Frauen würde es das Fest sicherlich nicht mehr geben. Gut 20 bis 30 Minuten ist die Musik in jedem Haus, dann wird „muss i denn“ aufgespielt und der erste Tross mit dem Faslompräsidenten verlässt das Haus und macht Platz für die nächsten – es wird aber nicht erwartet, das man Platz für eine Hundertschaft bietet, und so rücken immer alle zusammen, berichten die Hollener stolz. Festgeschriebene und seit Jahren immer wieder in Erinnerung gerufene Regeln machen das Fest somit zu einem für alle annehmbaren „Ausnahmezustand“ in Hollen. Auch wird sehr penibel darauf geachtet, dass keiner unter 18 Jahren an diesem doch sehr feucht-fröhlichen Fest teilnimmt.
Höhepunkt des Tages ist die Taufe der Neulinge, wobei hier aber nur die Auswärtigen getauft werden, die das erste Mal am Faslom teilnehmen. In diesem Jahr fand die Taufe in bei Familie Franeztki in der ehemaligen Backstube statt. Faslompräsident Henry Springer freute sich, in diesem Jahr acht Täuflinge vor sich und den Hollener auf den Knien zu sehen. Getauft mit Korn von außen und innen wurden die Neulinge offiziell in den Club der Faslomgänger aufgenommen. Nach dem die gut 80 Faslomgänger die Häuser mit Standhaftigkeit gemeistert hatten, sorgten die Musiker auf dem Saal des Dörphuus mit flotter Musik für Stimmung und es wurde mit den dazu gekommenen Frauen des Ortes bis in die Morgenstunden getanzt und gefeiert.




