

Die Filme des Studio Ghibli
Große Geschichten, zeitlose, immer innovative Animation und vor allem unvergessliche Bilder: Die Meisterwerke des legendären japanischen Animationsstudios Studio Ghibli kommen für einmalige Vorführungen zurück ins Kino. Den Auftakt macht am Sonntag, 5. Juli, das Antikriegsdrama Die letzten Glühwürmchen, das vom Überlebenskampf zweier Geschwister in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erzählt. Zwei Wochen später, am 19. Juli, folgt Hayao Miyazakis Fantasy-Klassiker Nausicaä aus dem Tal der Winde, eine poetische Geschichte über Mut und Hoffnung in einer zerstörten Welt. Fast die gesamte Welt ist vom Meer der Fäulnis überwuchert, das von seltsamen giftigen Pilzen und riesigen, furchteinflößenden Insekten beherrscht wird. In einigen Tälern leben noch Menschen, darunter im Tal der Winde, wo Prinzessin Nausicaä und ihr Vater friedlich regieren. Nausicaä unternimmt immer wieder Erkundungen in die von Fäulnis befallenen Gebiete, um Möglichkeiten für ein harmonisches Zusammenleben zu finden.
Sonntag, 5. Juli, 11 Uhr („Die letzten Glühwürmchen“), und Sonntag, 19. Juli, 11 Uhr („Nausicaä aus dem Tal der Winde“)
Obsession – Du sollst mich lieben
Genre- und vor allem Horrorfilme leben von bekannten Mustern. Und davon, dass immer wieder Filme aus diesen Mustern ausbrechen und gleichwohl auf sie bezogen bleiben. Obsession, der erste Film des YouTube-Stars Curry Barker, schlägt einen anderen Weg ein. Der schüchterne Bear ist seit Jahren heimlich in Nikki verliebt. Aus Verzweiflung greift er zu einem mysteriösen Wunschzweig, der erfüllt, was er verspricht. Doch aus der ersehnten Liebe wird zerstörerische Besessenheit. Curry Barker verbindet in seinem Low-Budget-Debüt schwarzen Humor mit psychologischem Horror und erzählt eine irrwitzige, gleichwohl aber alltägliche Geschichte über Konsensualität, Projektionen und toxische Beziehungen, ohne einfache Antworten zu liefern. Der Schriftsteller und Filmkritiker Anselm Neft war unter anderem von der Vielschichtigkeit auf allen Ebenen begeistert: „Ob ich lache, erschrocken zusammenzucke oder mich unangenehm berührt im Sitz winde – der Film überlässt es mir!“
Im Filmpalast Schwanewede
Backrooms
Aus einem viralen Internet-Phänomen ist einer der erfolgreichsten Horrorfilme des Jahres geworden. Als der gescheiterte Möbelhändler Clark (Chiwetel Ejiofor) in seinem Geschäft den Zugang zu einem endlosen Labyrinth aus leeren Räumen entdeckt, gerät er in eine Welt, die jeder Logik zu widersprechen scheint. Hinter monotonen Fluren, flackerndem Neonlicht und dem Summen der Leuchtstoffröhren lauert eine Bedrohung, die sich nie ganz greifen lässt. Regisseur Kane Parsons, gerade einmal 21 Jahre alt, überträgt die berühmte Creepypasta-Urban-Legend und seine eigene gleichnamige YouTube-Serie in hoher atmosphärischer Dichte auf die Leinwand und setzt dabei auf subtile Spannung statt billiger Schockeffekte. Noch einmal Anselm Neft: „Man spürt die Einsamkeit, den Innendruck, die Entfremdung und die knisternde Stille.“
Im Central Theater Osterholz-Scharmbeck
15 Liebesbeweise
Elternwerden verändert Beziehungen. In Alice Douards warmherziger Tragikomödie 15 Liebesbeweise erwarten Nadia (Monia Chokri) und Céline (Ella Rumpf) ihr erstes gemeinsames Kind. Mit dem Beginn der Schwangerschaft von Nadia beginnt für beide eine Zeit voller Vorfreude, aber auch voller Zweifel und neuer Herausforderungen. Alltägliches – Behördengänge, Familienfragen – vermischt sich mit den großen Fragen nach Liebe und Verantwortung. Statt großer Dramatik setzt 15 Liebesbeweise auf lebensnahe Beobachtungen und glaubwürdige Figuren.
Dienstag, den 14. Juli, und Mittwoch, den 15. Juli, um 20 Uhr in den Ritterhuder Lichtspielen
Nouvelle Vague
Wie entsteht ein Film, der Kinogeschichte schreibt? Richard Linklater widmet sich in seinem neuen Werk den Anfängen des jungen Jean-Luc Godard (Guillaume Marbeck), der Ende der 1950er-Jahre als Filmkritiker von einer eigenen Regiekarriere träumt. Mit viel Improvisationsgeist, wenig Geld und den späteren Stars Jean-Paul Belmondo (Antoine Besson) und Jean Seberg (Adrien Rouyard) entsteht schließlich Außer Atem und damit der filmische Inbegriff der Filmbewegung Nouvelle Vague. Statt eines klassischen Biopics erzählt Linklater mit Leichtigkeit und Humor von einem kreativen Aufbruch, der das Kino nachhaltig geprägt und modernisiert hat. Eine ebenso charmante wie kenntnisreiche Liebeserklärung an die Magie des Filmemachens.
Dienstag, den 28. Juli, und Mittwoch, den 29. Juli, um 20 Uhr in den Ritterhuder Lichtspielen.


