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Ralf G. Poppe

Diskussion zum falschen Zeitpunkt?

Während viele Händler:innen den Wochenmarkt auf dem Marktplatz halten wollen, sprechen sich Geschäftsleute am Rathausmarkt für die geplante Verlegung aus.

Marktbeschicker Harry Vorthmann möchte den Wochenmarkt gerne am jetzigen Standort behalten.

Marktbeschicker Harry Vorthmann möchte den Wochenmarkt gerne am jetzigen Standort behalten.

Bremervörde. Der Bremervörder Wochenmarkt erfreut sich seit jeher großer Beliebtheit. Als Bürgermeister Michael Hannebacher jedoch kürzlich im Stadtrat ankündigte, den Markt zum Frühjahr 2024 auf den Rathausmarkt zurückholen zu wollen, entbrannte eine Diskussion um den zukünftigen Standort.

Sowohl in den angrenzenden Geschäften des Rathausmarktes als auch an den Verkaufsständen der Standplatzbetreiber:innen auf dem Parkplatz zwischen Huddelberg und der Marktstraße - früher mit der vor gut 25 Jahren abgerissenen Markthalle auch als Marktplatz bekannt - können in der Ostestadt Petitionen für oder gegen den Umzug des freitäglichen Wochenmarktes unterschrieben werden.

 

Pro und Contra

 

Dabei gibt es gute Argumente sowohl für als auch gegen eine Rückverlagerung des Wochenmarktes auf den Rathausmarkt. In den umliegenden Geschäften liegen Vordrucke für eine Unterschriftsaktion aus, die den Markt an die frühere Stelle zurückholen will. „Ich bin für eine Rückkehr des Wochenmarktes auf den Rathausmarkt. Meiner Meinung nach ist dies wichtig für die Belebung der Innenstadt und des Rathausmarktes selbst. Im Übrigen denke ich, dass ein Wochenmarkt in ein Stadtzentrum gehört, wie es auch in vielen Städten üblich ist. Dies hat seine ganz eigene Atmosphäre“, sagt Marie-Luise Hauschild, Mitarbeiterin in der Rats-Apotheke.

Die Mehrheit der Marktbeschicker:innen sieht das allerdings anders. Gemüse- und Kartoffelhändler Harry Vorthmann aus Nordleda vertritt ganz klar den Standpunkt, dass man einen gut funktionierenden Markt nicht wieder umsiedeln sollte. Auch Kersten Schütt von der Geflügelhandlung aus Jork findet, dass der derzeitige Standort kundenfreundlicher ist: „Wir haben uns über die Jahre eine treue Stammkundschaft erarbeitet. Zudem bietet der Platz bessere Park- und Präsentationsmöglichkeiten.“

Der Stadt Bremervörde hingegen könnte der Standort in Hinblick auf Einnahmemöglichkeiten, was Standgelder oder Steuerbeträge betrifft, relativ egal sein – sie ist Eigentümerin beider Flächen. Anfallende Gebühren landen also auf jeden Fall im Stadtsäckel.

 

Rathausmarkt muss erst neu gestaltet werden

 

Der derzeit engagiert geführten Diskussion um den besten Standort für den Wochenmarkt nimmt der pensionierte Realschullehrer Joachim Hake den Wind aus den Segeln. Er nahm kürzlich an einer Veranstaltung im Rathaus teil, bei der Studierende der Buxtehuder „hochschule 21“ Ideen für die Umgestaltung des Rathausplatzes vorstellten. Hake weist darauf hin, dass der Rathausplatz im Frühjahr 2024 noch gar nicht fertig gestaltet sein könne. „Die Diskussion um die Verlegung des Wochenmarktes auf den Rathausplatz kommt zum falschen Zeitpunkt. Erst wenn die Gestaltung des Rathausmarktes abgeschlossen ist, sollte über eine Verlegung entschieden werden. Für die Gestaltung des nördlichen Teiles liegen exzellente Entwürfe vor, packen wir‘s an!“, so Hake. Er spricht sich dafür aus, dass zunächst einträchtig alle Kräfte gebündelt werden, damit bestmöglich für die Stadt und ihre Einwohner:innen ein schöner Ortsmittelpunkt gestaltet wird. Erst wenn der Rathausplatz fertig sei, wäre der richtige Zeitpunkt, über das Für und Wider des Wochenmarkt-Standortes zu diskutieren.


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