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Ralf G. Poppe

Den Landkreis weiter entwickeln

Landrat Marco Prietz sprach bei einem Besuch im Suter Dental Labor unter anderem darüber, warum Familienfreundlichkeit im Landkreis groß geschrieben werden muss

Landrat Marco Prietz (hinten re.) nahm beim Termin in Bremervörde mit Vannessa-Kim Zobel und Arne Suter (li.) lokale Unternehmen in den Fokus.

Landrat Marco Prietz (hinten re.) nahm beim Termin in Bremervörde mit Vannessa-Kim Zobel und Arne Suter (li.) lokale Unternehmen in den Fokus.

Bremervörde. Er wünsche sich, dass „wir“ als Bürger rücksichtsvoller miteinander umgehen, sagte Landrat Marco Prietz kürzlich bei einer Betriebsbesichtigung in Bremervörde, bei der es thematisch eigentlich um Entwicklungspotenziale im Landkreis Rotenburg (Wümme) ging. Doch das eine hat bekanntlich auch mit dem anderen zu tun.

Die Impfdebatte während der Pandemie, die „Klimakleber“ sowie die jüngsten „Bauernproteste“ hätten in einem erschreckenden Maß gezeigt, dass ein Riss durch die Bevölkerung zu gehen scheint. Dem müsse man unbedingt entgegenwirken, so Prietz.

Natürlich nicht nur im privaten, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich. Da das eine ohne das andere nicht funktionieren könne, müsse man den Fokus auf Familienfreundlichkeit legen. Dazu gehöre ein Gesamtangebot an vorbildlichen Schulangeboten, Vereinsvielfalt und kulturellen Angeboten. Die Region müsse attraktive und bezahlbare Lebensbedingungen bieten – darauf hatte im Gespräch nicht nur Gastgeber Arne Suter, sondern zuvor z.B. auch bereits der Vorsitzende des Regionalausschusses Rotenburg der IHK für den Elbe-Weser-Raum, Boris Thomas von der Thomas GmbH, mehrfach hingewiesen.

 

Auf Fachkräfte angewiesen

 

Um neue Ideen umsetzen zu können, seien die Unternehmen im Landkreis Rotenburg (Wümme) auf ortsnahe Fachkräfte angewiesen. Wenn man z.B. die Altersstrukturen der Region analysiere, erkenne man die Notwendigkeit von Zuzugsmöglichkeiten für junge Familien. Hierfür würden unbedingt Baugebiete bzw. Miet- und Eigentumswohnungen als enorm wichtige Standortfaktoren generiert werden müssen, damit junge Fachkräfte in die Region kommen, bzw. gar nicht erst wegziehen.

Prietz, der in Begleitung der stellvertretenden Bremervörder Bürgermeisterin Vanessa-Kim Zobel erschienen war, berichtete von einigen Kommunen im Landkreis, die stetig neue Bauplätze ausweisen könnten. Diesbezüglich würde Bremervörde leider hinterherhinken, konstatierte der Landrat. In der Ostestadt stagniere die Bereitstellung von Bauplätzen. Dazu komme noch die voranschreitende Überalterung des Ortes sowie Probleme in der Verkehrssituation.

 

Wirtschaftsförderung verbessert

 

Was die Kompetenzen des Landkreises betrifft, verspricht Prietz Hilfe: „Als Landkreis möchten wir Ansprechpartner für unsere Unternehmen sein. Deswegen haben wir unsere Wirtschaftsförderung personell noch besser aufgestellt und beraten unter anderem zu Innovationsthemen und Fördermitteln“, so Prietz weiter.

Dies geschah auch im Fall der nachhaltigen Umbaupläne von Karen und Arne Suter im vergangenen Jahr. Der Besuch des Landrates in deren Betrieb in Bremervörde war zustande gekommen, da das Suter Dental Labor kürzlich eine Komplettsanierung ihres Bestandsgebäudes durchgeführt sowie das Firmengrundstück auf 2.000 Quadratmeter erweitert hatte (der Anzeiger berichtete ausführlich). Vor Ort wurden nun die Ergebnisse mit konstruktivem Blick in die Zukunft diskutiert. Das Dental Labor sei laut Landrat ein Beispiel dafür, „welche innovativen mittelständischen Unternehmen wir in unserem Landkreis beheimaten“.

 

Stabile Internetstrukturen

 

Damit diese Unternehmen arbeiten könnten, sei ein stabiles Internet unumgänglich. Das Suter Dental Labor habe kürzlich die Produktions einstellen müssen, weil alle Internetverbindungen ausgefallen waren. Für die Standortsicherung der Betriebe im Landkreis sei die Entwicklung der Infrastrukturen diesbezüglich entscheidend. Hierbei sei die Netzstabilität die Grundvoraussetzung für eine Unternehmensentwicklung. „In unserem Betrieb ist das digitale Handwerk 2.0 vollumfänglich realisiert. Ausfälle oder Engpässe in der Internetstruktur bedeuten für uns Totalausfall der Betriebsfähigkeit“, gab Suter denn auch zu bedenken.

Vanessa-Kim Zobel fasste alle Erkenntnisse der fast zweistündigen Diskussionsrunde zusammen: „Die Zukunft liegt in der Verbindung von Tradition, Motivation und der Umsetzung der schnelllebigen Digitalisierung. Um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden, müssen wir gemeinsam an der Verbesserung der Infrastruktur arbeiten, vor allem an der Wohnraumentwicklung. Die Erfahrungen des Suter Dental Labors zeigen, dass eine familiäre Unternehmenskultur gepaart mit Arbeitgeberattraktivität die Chance für eine zukunftsfähige Entwicklung geben.“


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