Worpswede neu entdecken
Worpswede. Künstlerinnen und Künstler wie Paula Modersohn-Becker, Heinrich Vogeler, Clara Westhoff, Fritz Mackensen, Bernhard Hoetger, Hans am Ende oder Rainer Maria Rilke haben einst Worpswede bekannt und berühmt gemacht. Noch heute besuchen jährlich tausende Touristen die zahlreichen Museen, Ausstellungen und Veranstaltungen im Ort. Einen neuen Ansatz, Worpswede zu erkunden und neue Perspektiven über die Menschen, die hier leben, kennenzulernen, soll das Projekt „Beziehungsweisen Worpswede“ ermöglichen. Initiiert wurde die besondere Recherche-Produktion durch den Heimat- und Geschichtsverein Worpswede in Kooperation mit der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg und zahlreichen weiteren Kooperationspartnern.
Geschichten von 38 Worpswedern
Die Macher des Hörtheaters beschreiben ihr Projekt folgendermaßen: „Worpswede hat einen klangvollen Namen, aber als ‚Künstlerkolonie‘ auch eine übermächtige Mythos-Erzählung, die das alltägliche Ortsleben überlagert. Welche unterschiedlichen Blickwinkel und Erzählungen gibt es sonst noch auf und über den Ort? Jeder Bewohner, jede Bewohnerin hat sein und ihr eigenes Worpswede, eigene Wege, Kontakte, netzwerke, Erfahrungen, Lieblingsorte. Was, wenn man von dem Worpswede des Anderen wüsste? Den eigenen Ort durch die Erfahrungen und Geschichten des Anderen neu erleben würde?“
Um diese Fragen beantworten und die Antworten auch anderen Menschen zugänglich machen zu können, befragte Michael Uhl, Lehrbeauftragter an der HKS, insgesamt 28 Bürgerinnen und Bürger aus Worpswede. Es wurden seit 2025 in Interviews, performativen Recherchen, Erzählcafés und Workshops vielfältige Geschichten und Perspektiven gesammelt und diese sollen nun zu einer rund 100-minütigen „Hörspiel-Theater-Kunst-Erzählung“ aufbereitet werden.
Quer durch Worpswede
Erlebbar wird das „Hörtheater“ auf fußläufigen Abenteuer-Touren quer durch Worpswede. Nach einer verbindlichen Anmeldung trifft sich das Publikum an einem Ausgangspunkt, bekommt Kopfhörer ausgeliehen und wird mit den Stimmen und Erzählungen der Interviewten durch den Ort geführt. Hans-Hermann Hubert vom Heimat- und Geschichtsverein weist darauf hin, dass diese Touren nicht mit den herkömmlichen Gästeführungen vergleichbar seien. „Da sind auch Wege dabei, wie wir als Gästeführer so gar nicht gehen.“
Termine und Anmeldung
Wer gerne an einer „Beziehungsweise-Worpswede-Tour“ mitmachen möchte, kann sich auf der Website beziehungsweise-worpswede.de/buchung verbindlich zu einem der Termine anmelden. Die Premiere am Freitag, 29. Mai, ist bereits ausgebucht. Die Initiatoren weisen darauf hin, dass die Touren nicht barrierefrei sind. Deshalb wird am Donnerstag, 4. Juni, um 15 Uhr eine „Nicht-Mobile-Veranstaltung“ in der Bötjerschen Scheune angeboten, die ohne Anmeldung besucht werden kann.
Zwei weitere Events sind für Sonntag, 14. Juni, und Donnerstag, 25. Juni, geplant. Am ersten Termin soll es ab 15 Uhr beim Open Space in der Bergstraße ein kleines Fest geben und am zweiten Termin in der Bötjerschen Scheune ab 19 Uhr ein Publikumsgespräch unter dem Motto „Ein „Weltdorf“ – und nun?“. Wer weitere Fragen hat, darf sich an buchung@beziehungsweisen-worpswede.de wenden. Die Rufnummer lautet: 0151/47290569 und ist von 11 bis 13 Uhr erreichbar. Die Touren sind kostenlos, der Veranstalter bittet um Spenden für das Projekt.

