Bildungsgeschichte in OHZ
Osterholz-Scharmbeck. Die Volkshochschule in Osterholz-Scharmbeck hat allen Grund zu feiern. Stolze 80 Jahre besteht die Bildungseinrichtung in der Kreisstadt und gehört damit zu einer der ältesten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Ihno Schild, der Leiter der vhs Osterholz-Scharmbeck, Hambergen, Schwanewede, und sein Team wollen gemeinsam mit vielen Gästen am Sonntag, 31. Mai, eine große Jubiläumsfeier begehen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.
Wie alles begann
Die Geschichte der Volkshochschulen begann in Deutschland bereits 1919. Da wurde die „tragende Säule der Erwachsenenbildung“ erstmals im Artikel 148 der Weimarer Verfassung aufgeführt. Reich, Länder und Gemeinden sollten das Volksbildungswesen einschließlich der Volkshochschulen fördern. Heute bieten rund 900 Volkshochschulen bundesweit ein Netz kommunal verankerter Weiterbildungs- und Kultureinrichtungen. Es gilt das Recht auf Bildung für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sozialem Status oder Alter. Die Bildungsangebote sind ein Beitrag zur Chancengleichheit und bieten der Bevölkerung einen Zugang zu lebenslangem Lernen.
In Osterholz-Scharmbeck gab der erste Bürgermeister der Kreisstadt nach dem Zweiten Weltkrieg, Hermann Rahtjen, den Startschuss für die Gründung einer vhs. Er schrieb im August 1945 einen Brief an den damaligen Oberstleutnant Jos. R. Reed der amerikanischen Militärregierung mit dem Betreff „Aufbau des kulturellen Lebens in Osterholz-Scharmbeck“. Anfang Januar 1946 lud Hermann Rahtjen zur konstituierenden Sitzung des Volksbildungswerkes ein. 32 Anwesende spendeten zur Anschubfinanzierung an jenem Abend 183 Reichsmark. Am 29. des Monats erfolgte schließlich die Gründung des „Volksbildungswerks Osterholz-Scharmbeck (VBW)“. Im April erschien das erste Programm. Der Winter 1946 war sehr kalt und so wurden die Kursteilnehmer aufgefordert, Kohle zum Heizen mitzubringen. Im Januar 1951 erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister 103 unter „Volkshochschule (Volksbildungswerk) Osterholz- Scharmbeck“.
Ein Meilenstein in der Geschichte der vhs war 1970 die Anerkennung nach dem Erwachsenenbildungsgesetz und damit die Förderberechtigung durch das Niedersächsische Kultusministerium. Im Laufe der Jahre kam es zu diversen Anpassungen. Seit 1995 wird die Einrichtung hauptamtlich geführt und im Juni 2003 beschloss die Mitgliederversammlung eine Änderung der Vereinssatzung. Die vhs bekam einen neuen Namen: „Volkshochschule Osterholz-Scharmbeck/Hambergen/Schwanewede e. V.“ Mit dem Semesterbeginn am 1. September 2015 bezog die vhs dann die neuen Räumlichkeiten im „Bildungshaus im Campus“, einem Ort für Weiterbildung und Begegnung.
Semesterbeginn Frühjahr
Die „Volkshochschule Osterholz-Scharmbeck/Hambergen/Schwanewede e. V.“ startet wie gewohnt auch in diesem Frühjahr mit einem abwechslungsreichen Kursangebot. Neben vielen seit Jahren bewährten Seminaren, gibt es einige Premieren zu vermelden. Heinz Dejan Ott lädt zum Intensivkurs „Experimentelles Malen – Interesse am Außergewöhnlichen?“ ein, Robin Höth vermittelt „Niederländisch für Anfänger:innen“, Gabriele Haar lockt mit „Tanz dich frei! Für Personen 60plus“ und der Bildungsurlaub bei Jesmmy Gemio Beltrán „Worte, die stärken“, hat als Ziel, mehr Sicherheit, Gelassenheit und Freude in der Kommunikation zu erfahren.
Das komplette Seminarprogramm ist unter vhs-ohz.de einsehbar. Dort kann auch das aktuelle vhs-Magazin „Echos“ in digitaler Form gelesen werden.
Während es bis zur 80-Jahr-Feier im Mai noch ein wenig dauert, konnten sich die Kurs- und Seminarleiter beim Neujahrsempfang schon einmal an einer von Bäcker Behrens kunstvoll erstellten Jubiläumstorte erfreuen.

