50 Jahre Musikleidenschaft
Osterholz-Scharmbeck. Ein halbes Jahrhundert auf der Bühne, mehr als 40 Jahre als musikalischer Leiter des Circus Roncalli und ein unverwechselbarer Stil: Georg Pommer gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der modernen Zirkusmusik. Im November ist der Pianist mit seinem Ensemble im Rahmen der Konzertreihe „Rathaus unplugged“ im Ratssaal von Osterholz-Scharmbeck zu Gast.
Pommer gilt als einer der dienstältesten Zirkuskapellmeister der Welt. Seine Verbindung zum Circus Roncalli begann 1983, als Zirkusgründer Bernhard Paul ihn fragte, ob er die musikalische Leitung übernehmen wolle. Für Pommer eröffnete sich damit die Möglichkeit, traditionelle Zirkusmusik neu zu interpretieren und einen eigenständigen Klang zu entwickeln. Daraus entstand der charakteristische Roncalli-Sound, der längst zu einem Markenzeichen des Zirkus geworden ist.
Seit 1984 leitet Pommer durchgehend das Roncalli-Orchester und trägt als musikalischer Direktor die Verantwortung für sämtliche Produktionen des Unternehmens.
Internationale Besetzung
Für seine Jubiläumskonzerte in Osterholz-Scharmbeck hat Pommer eine sechsköpfige Band mit international erfahrenen Musikern zusammengestellt. Neben ihm selbst am Klavier und an den Keyboards stehen Marcel Mader am Schlagzeug und an der Percussion, Bernd Kistemann aus Köln am E-Bass sowie Michael Bedesdorfer aus Saarbrücken an den Gitarren auf der Bühne. Peter van der Heusen aus Düsseldorf übernimmt Saxophon und Klarinette. Für den Gesang sorgt Lina Posada, die musikalische Verbindungen nach New York und Bogotá mitbringt. Achim Hausherr aus Hannover ist für Tondesign und Videotechnik verantwortlich.
Musikalisch erwartet die Besucher eine abwechslungsreiche Reise durch unterschiedliche Stilrichtungen. Das Repertoire reicht von lateinamerikanischen und karibischen Rhythmen über Jazzrock und Fusion bis zu modernen Jazzinterpretationen und freien Improvisationen.
Zu den musikalischen Bezugspunkten zählen Künstler wie Chick Corea, Andy Narell und Pat Metheny sowie Gruppen wie die Yellowjackets und Weather Report. Auch Einflüsse der klassischen Musik des frühen 20. Jahrhunderts, etwa von Charles Ives, und zeitgenössischer Komponisten wie Arvo Pärt finden sich in Pommers musikalischer Arbeit wieder.
Daneben greift das Ensemble des reduzierten nordischen Jazz und der Musik des Keith-Jarrett-Trios auf. Vertraute Melodien treffen dabei auf improvisatorische Freiräume und ungewöhnliche Klangfarben.
Die beiden Konzerte sollen zugleich einen Einblick in Pommers musikalische Entwicklung geben. Seine Arbeit verbindet Einflüsse aus fünf Jahrzehnten und zeigt, wie unterschiedlichste Musikrichtungen zu einer eigenen Klangsprache zusammenfinden können.
Karten und Einlass
Die Konzerte beginnen am Samstag, 7. November, und Sonntag, 8. November, jeweils um 19 Uhr im Rathaus. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Tickets sind bei Musicland in der Bahnhofstraße 18 sowie an allen Vorverkaufsstellen von Nordwest-Tickets erhältlich.
