Widerstand jetzt!
Bremervörde. Der Gedenkstättenverein Sandbostel e. V. und das Bremervörder Bündnis für Menschenwürde veranstalten von Montag, 16. März bis Mittwoch, 25. März, ihren Beitrag zu den Internationalen Wochen gegen den Rassismus auf der Kulturbühne in Bremervörde. Die Veranstaltungsreihe beinhaltet drei Veranstaltungen zum Thema Rassismus.
Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek
Am Montag, 16. März, um 19.30 Uhr gibt es den Konzertfilm „Cato“. „Die Liebe zu allen werde ich dalassen“ - Es geht um eine berührende Begegnung mit der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek. Der Film von Helge Burggrabe würdigt Cato Bontjes van Beek, die am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde – im Alter von nur 22 Jahren. Mit ihrem Engagement für mehr Menschlichkeit ist sie ein zeitloses Vorbild für Mut und Entschlossenheit im Kampf gegen Unterdrückung und Unfreiheit.
Die Original-Texte von Cato liest die Schauspielerin Julia Jentsch, die bereits Sophie Scholl im preisgekrönten Kinofilm spielte. Erzähler ist Lorenz Meyboden, Sprecher der männlichen Rollen Christoph Jöde vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Die vom Komponisten Helge Burggrabe vertonten Cato-Texte interpretiert das renommierte Vokalensemble SJAELLA ebenso wie Musik aus den 1930er Jahren oder von J. S. Bach.
Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Am Donnerstag, 19. März, folgt – ebenfalls um 19.30 Uhr – ein Vortrag von Silke Struck. Die Kuratorin der Sonderausstellung an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin thematisiert „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“. Unter diesem Titel konnte die sehr gut besuchte Sonderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin 2024 neue, erstaunliche Ergebnisse vorstellen. Sie beweisen die Breite der sozialen Herkunft und die Vielfalt der Motivation der Frauen, die sich dem NS-Regime und seiner Lebenswelt widersetzten. Silke Struck, Dipl. Politologin, wird auf diese Fragen in ihrem bebilderten Vortrag eingehen und Schicksale einiger Frauen vorstellen, die damals Widerstand leisteten. Am Ende ihrer Präsentation wird es Raum für Fragen und Diskussionen geben.
Dies ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von Gedenkstättenverein Sandbostel und Gedenkstätte Lager Sandbostel auf der Kulturbühne Bremervörde. Gastgeber ist der Verein Tandem e. V.
Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört
Den Abschluss bildet am Mittwoch, 25. März, abermals um 19.30 Uhr, eine Lesung mit anschließender Diskussionsveranstaltung mit dem Historiker und Fachautoren Dr. phil. Volker Weiß zu seinem Buch „Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört“. Weiß war viele Jahre als Fachautor für DIE ZEIT und ZEIT Geschichte, Jungle World, Frankfurter Rundschau, FAZ, Taz, Spiegel-Online tätig und schreibt heute exklusiv für SZ. Sein Thema: Die extreme Rechte spricht von einem geistigen Bürgerkrieg, der in Deutschland tobe – und den sie gleichzeitig anheizt. In diesem Kampf geht es um nichts weniger als um die Deutungshoheit über Geschichte und Gegenwart, um Deutschland aus dem Westen herauszulösen. Die widersprüchlichen, verklärenden und oft schrillen Geschichtskonstruktionen der extremen Rechten weisen auf ein Ziel: ein „Deutsches Demokratisches Reich“ als Synthese aus den autoritären Systemen der deutschen Vergangenheit. Mit seinem aktuellen Buch knüpft Weiß an seinen Bestseller „Die autoritäre Revolte“ an, und analysiert diese neuen Methoden der kulturellen Kriegsführung vor allem in den Feldern der Geschichts- und Geopolitik.
Im Vorfeld der Bundestagswahl zeigt der Historiker die aktuelle Entwicklung des neuen rechten Denkens auf. Die wichtigsten Strömungen und Akteure werden hierbei untersucht, und immer wieder weitet der Autor den Blick hin auf vergleichbare Aktionen der rechten Milieus in Russland und den USA. Eine kluge wie schonungslose Darstellung der strategischen Umdeutung unserer Geschichte und der gezielten Zerstörung demokratischer Werte durch die extreme Rechte.
Kontaktadresse
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen auf der Kulturbühne in der Bremer Straße 11 ist frei. Spenden sind jedoch erwünscht. Weitere Informationen und Anmeldungen unter menschenwuerde@tandem-brv.de

