Tausendsassa im Hintergrund

Ralf G. Poppe Neu

Someday Jacob kehrt am Freitag, 30. Oktober, nach Bremervörde zurück – diesmal mit dem vielseitigen Bassisten und Musikproduzenten Jens Wrede.

Bremervörde. Ein Höhepunkt der diesjährigen Festivalreihe „Zwischen den Stühlen“ auf der Bremervörder Kulturbühne ist das Gastspiel von Someday Jacob, deren Gitarrist und Sänger Jörn Schlüter bekanntlich in Bremervörde aufgewachsen ist. Am Freitag, 30. Oktober, kommt die Formation in einer ganz besonderen Besetzung in die Ostestadt.

Someday Jacob spielte erstmals am 14. Juli in Bremervörde – damals als Support von Selig auf der Seebühne. Anschließend gab es mehrere Konzerte auf der Kulturbühne. Diesmal wird dort erstmals Jens Wrede am Bass dabei sein.

 

Tiefe Töne für AnNa R. und Ina Müller

Wrede ist nicht nur Bassist bei Someday Jacob, sondern seit mehr als 20 Jahren als Musiker, Komponist, musikalischer Leiter und Produzent in der Hamburger Musikszene tätig. Als Studio- und Livemusiker arbeitete er unter anderem mit AnNa R., Ina Müller, Stefan Gwildis, Heinz Rudolf Kunze, Gregor Meyle und Max Mutzke.

Der 1966 in Konstanz geborene Musiker wuchs an der Weser auf und studierte in Bremen, Groningen und Hamburg. Seit Sommer 2025 gehört er zur Abba-Tribute-Show „ABBAMANIA – The Show“ und zum Projekt „Pop Divas“ von Semmel Concerts.

Hinzu kommen zahlreiche Musical- und Theaterproduktionen, darunter „Mamma Mia“, „Tarzan“, „Evita“ und „The Rocky Horror Show“. Seit 2014 ist Wrede außerdem für Produktionen des Altonaer Theaters als musikalischer Leiter tätig. Zudem schreibt und produziert er Musik für Film- und Fernsehproduktionen.

Die Anzeiger-Redaktion stellte dem musikalischen Tausendsassa vor seinem ersten Konzert in Bremervörde einige Fragen.

 

„Seit zirka drei Jahren spiele ich die meisten Termine“

 

Anzeiger: Wann bist Du wie zu Someday Jacob gekommen?

Jens Wrede: Ich kenne die Band schon länger, da ich seit fast 30 Jahren mit Uli Kringler (dem Someday Jacob-Gitarristen) befreundet bin. Irgendwann wurde darüber nachgedacht, ob ich den Bassisten Manuel bei einzelnen Auftritten in Norddeutschland vertreten kann, um ihm seine langen Fahrten (er wohnt in Marburg) zu ersparen. Auf dem aktuellen Album ‚Oxygen Will Flow‘ habe ich schon mal bei zwei Titeln Kontrabass gespielt, seit zirka drei Jahren spiele ich die meisten Termine. So auch demnächst in Bremervörde. Momentan arbeiten wir arbeiten wir an einem neuen Album, bei dem ich voraussichtlich alle Titel mit Bässen versorgen werde.

 

Ihr habt in der Vergangenheit unter anderem das Programm von R.E.M. gewürdigt und ihre Stücke bei Lesungen mit der Rolling Stone-Redakteurin Birgit Fuss gespielt. Werdet ihr in Bremervörde auch Coverversionen spielen?

Nein, im eigentlichen Programm von Someday Jacob spielen wir sehr selten Coversongs. Songs von Neil Young oder Jason Isbell stehen ab und zu mal vereinzelt auf der Setliste, sind aber nicht regelmäßig dabei.

 

Bevor Du bei Someday Jacob eingestiegen bist, hast Du bereits in vielen anderen Formationen gespielt. Welches Projekt hat dir neben Someday Jacob am besten gefallen?

Das lässt sich definitiv nicht genau sagen! Bei AnNa R. war ich ja knapp 15 Jahre fester Bestandteil der kleinen Familie und habe mich dort kreativ sehr gern eingebracht. Das hat mir sehr gut gefallen. Ihr Tod war für uns alle ein sehr schwerer Schlag. Sie hinterlässt eine große Lücke in unseren Herzen. Ich finde meistens bei jeder musikalischen Herausforderung meinen Spaß. Am 10. Oktober habe ich nach drei Jahren zum Beispiel mal wieder bei Stefan Gwildis ausgeholfen. Das war wieder toll. Auch meine Auftritte als Vertretung für die festen Bassisten bei Heinz-Rudolf Kunze und Ina Müller sind immer ein großes Vergnügen.

 

Gibt es Tonträger, auf denen Du zu hören bist?

Ja klar. Momentan fallen mir allerdings nicht viele ein, außer den letzten Alben von AnNa R. und Gleis 8 (Anna direkt nach Rosenstolz). Vereinzelte Aufnahmen oder komplette Alben z.B. bei den Söhnen Hamburgs, Jörg Erb oder dem Hamburger Liedermacher Eddy Winkelmann. Da ich seit zirka 15 Jahren ein Teil des Ramon Kramer Networks (RKM) bin, hört man mich und Kompositionen von mir in Dokumentationsfilmen für ARTE oder den NDR und einigen anderen Sendern. Bei diesen Stücken spiele ich in der Regel alle Instrumente (wenn auch teilweise nicht besonders virtuos) selbst.

Danke für das Interview.

 

Karten für das Konzert

Das Konzert beginnt am Freitag, 30. Oktober, um 19.30 Uhr auf der Kulturbühne, Bremer Straße 11 in Bremervörde. Tickets sind im Vorverkauf für 18 Euro erhältlich, an der Abendkasse kosten sie 20 Euro. Reservierungen sind unter anmeldung@tandem-brv.de möglich.