Schatz aus dem 18. Jahrhundert
Bremervörde. Zum 25-jährigen Jubiläum der Stiftung Bachmann-Museum Bremervörde stellen die Vorstandsmitglieder ein Objekt aus der Museumssammlung vor. Frank Pingel hat sich für eine Ofenplatte entschieden, auf der im Relief das Wappen des britischen Königs Georg II. zu sehen ist.
Frank Pingel gehört seit 2022 dem Stiftungsvorstand als stellvertretendes Mitglied an. „Ich war schon als Jugendlicher gern in Bremervörde im Kreisheimatmuseum in der Vorwerkstraße, das unser Sammlungsgründer August Bachmann konzipiert hat. Später hatte ich immer wieder Kontakt zu Dr. Elfriede Bachmann, seiner Tochter, die unsere Stiftung mitbegründet und das Museum so sehr geprägt hat“, erzählt Pingel. Als Vorstandsmitglied sei es ihm ein Anliegen, das Bachmann-Museum mitzugestalten.
Die Stiftung ist inzwischen nicht nur Eigentümer der größten Sammlung zur Geschichte der Region, sondern auch des gesamten Archivs der Familie Bachmann, das für die Erforschung der Sammlung und der Geschichte von der großer Bedeutung ist. „Diesen einzigartigen Bestand zusammen mit dem Objektbestand zu erschließen und zu erforschen ist besonders mit Blick auf die Wiedereröffnung der Ausstellung eine sehr spannende Aufgabe“, so Pingel.
Aktuell ist das Museumsgebäude ausgeräumt, große Teile der Sammlung des Museums eingelagert und der Ausstellungsbetrieb ruht, da das Museumsgebäude saniert werden muss. Pingel betont die Bedeutung des Hauses: „Das Bachmann-Museum bewahrt die Geschichte des zentralen Elbe-Weser-Dreiecks. Damit übernimmt es eine wichtige Aufgabe für unseren Landkreis, aber auch weit darüber hinaus. Die wechselvolle Geschichte und die einzigartigen Objekte werden wir nach der Wiedereröffnung erstmals zusammenhängend und moderner als bisher präsentieren.“ Auch während der Schließung bietet das Museum viele Möglichkeiten an, die Regionalgeschichte zu entdecken. Diese Aktivitäten wird das Museum in nächster Zeit weiter verstärken, sodass das Museum auch ohne Ausstellung seiner Bedeutung als wichtige Kultur- und Bildungsinstitution für die Region nachkommt.
Frank Pingel hat sich als Objekt zum 25-jährgien Jubiläum der Stiftung eine Ofenplatte aus dem 18. Jahrhundert ausgesucht. Sie war Teil des sogenannten Kastenofens, dessen Seiten aus gusseisernen Platten bestanden. Die schwern Platten hielten der großen Hitze im Ofen gut stand und gaben die Wärme an den Raum weiter. Sie waren häufig reich verziert, zum Beispiel mit biblischen Szenen, historischen Motiven oder Wappen.
Die ausgewählte Ofenplatte aus Bremervörde zeigt das königliche Wappen von Georg II. Besonders gut ist die große Krone über dem Wappen zu erkennen. Das eindrucksvolle und schwere Objekt erinnert an die wechselvolle politische Geschichte des Elbe-Weser-Dreiecks, das ab 1712 zum Kurfürstentum von Hannover gehörte. Georg II. war nicht nur Kurfürst, sondern ab 1727 auch König von Großbritannien und Irland. „Ich interessierte mich sehr für die Geschichte des Königreichs Hannover. Umso mehr freue ich mich, dass wir so ein aufwendig gestaltetes historisches Artefakt in der Museumssammlung haben, mit dem wir die Geschichte unserer Region im 18. Jahrhundert zeigen können. Ich hoffe sehr, dass wir es zukünftig auch in unseren Ausstellungen wieder der Öffentlichkeit zeigen können“, sagt Pingel.

