Neuer Name, neue Strukturen

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Aus der Mittelweserbahn wird die evb Logistik GmbH. Zugleich ordnet die evb ihren Schienengüterverkehr neu und bereitet die Ausgliederung des Geschäftsbereichs Logistik in eine eigenständige Gesellschaft vor.

 

Bild: Eb

Die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) stellen ihren Geschäftsbereich Logistik neu auf. Mit veränderten Strukturen will das Unternehmen Zuständigkeiten klarer regeln, Abläufe vereinfachen und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum im Schienengüterverkehr schaffen. Die Neuorganisation folgt dem seit Mai geltenden Dreiklang „Rangieren. Traktionieren. Operieren.“

Ein sichtbarer Schritt der Neuaufstellung ist der Abschied vom Namen Mittelweserbahn. Zum 1. Oktober wurde die Mittelweserbahn GmbH in evb Logistik GmbH umbenannt. Die Geschäftsführung übernimmt Tobias Behncke, der seit Februar 2026 den Geschäftsbereich Logistik leitet und zugleich Geschäftsführer der Intermodal-Tochter Necoss GmbH ist. Juristischer Sitz der evb Logistik GmbH bleibt Zeven, gesteuert wird das Unternehmen aus der Logistik-Zentrale in Bremen. Für die Beschäftigten ändert sich durch die Umbenennung zunächst nichts. Die bestehenden Arbeitsverhältnisse bleiben unverändert.

 

Abschied von der Mittelweserbahn

„Die Umbenennung war ein längst überfälliger Schritt“, sagt evb-Geschäftsführer Matthias Herten. Die Mittelweserbahn sei seit mehr als zehn Jahren nicht mehr unter diesem Namen am markt aktiv. Die evb hatte 2010 die Mehrheit an der 1998 gegründeten Mittelweserbahn übernommen und das Unternehmen 2013 vollständig in die evb-Gruppe integriert. Als organisatorische Einheit bestand die Mittelweserbahn GmbH jedoch weiter – nun trägt sie auch formal den Namen evb Logistik.

Die Umbenennung ist zugleich Vorbereitung für einen größeren organisatorischen Schritt. Für 2027 plant die evb, vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Gremien, den bisherigen Geschäftsbereich Logistik in die evb Logistik GmbH auszugliedern. Damit sollen sämtliche Tätigkeiten des Geschäftsfeldes künftig in einer eigenständigen Gesellschaft innerhalb der evb-Gruppe gebündelt werden. Die Necoss GmbH soll dagegen rechtlich selbstständig bleiben.

 

Drei Bereiche im Mittelpunkt

Große Teile der internen Neuorganisation sind nach Unternehmensangaben bereits umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen die drei operativen Bereiche Rangieren, Traktionieren und Operieren. Hinzu kommen zentrale Aufgaben wie Claim- und Forderungsmanagement, Flottenmanagement sowie Prozesse und Digitalisierung. Vertrieb und technisches Flottenmanagement sollten ebenfalls gestärkt werden.

„Die Reorganisation schafft im ersten Step klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten“, erklärt Behncke. Sie sei Teil eines Effizienz- und Modernisierungsprogramms, mit dem sich die evb auf die Anforderungen eines sich verändernden Schienengüterverkehrsmarktes ausrichten wolle. Gleichzeitig solle vorhandenes Know-how im Unternehmen gehalten werden.

Eine besondere Rolle spielen die Rangieraktivitäten der evb in den großen deutschen Nordseehäfen und an wichtigen Industriestandorten. Durch eine engere Vernetzung und einheitlichere Strukturen sollen die einzelnen Standorte stärker zusammenarbeiten. Die evb verspricht sich davon Synergien und mehr Flexibilität für Kunden im Rangier- und Anschlussbahnverkehr.

 

Standorte sollen gestärkt werden

Auch personell werden Aufgaben neu verteilt. Die Koordination und der Vertrieb der Rangierstandorte liegen künftig bei Mareike Scheeler. Die Standortleitungen in Bremerhaven mit Stefan Struß und Hamburg mit Raymond Struck bleiben bestehen. Die Leitung des Standortes Wilhelmshaven übernimmt Stephan Weisskopf.

Im Flottenmanagement übernehmen ebenfalls langjährige Mitarbeitende neue Funktionen. Timo Knoche leitet künftig das technische Flottenmanagement, Thomas Kück übernimmt die Stabstelle des kaufmännischen Flottenmanagements. Beide Bereiche kümmern sich um Lokomotiven und Wagen.

Auch die rund 150 Beschäftigten im operativen Bereich rücken nach Angaben des Unternehmens stärker in den Fokus. Matthias Balink übernimmt als Leiter Betriebspersonal ihre Betreuung und Personalentwicklung. Das Claim- und Forderungsmanagement wird auf einer Stabsstelle von Claudia Feist betreut.

Mit der Neuorganisation verbindet die evb ausdrücklich Wachstumsziele. „Die Reorganisation schafft die Voraussetzungen für eine effiziente Produktion unserer Dienstleistungen sowie weiteres Wachstum und eine noch stärkere Marktpositionierung“, sagt Behncke. Kunden, Beschäftigte und Fuhrpark sollten dabei im Mittelpunkt stehen. Auch äußerlich soll die Neuausrichtung sichtbar werden: Rangier- und Streckenlokomotiven erhalten schrittweise ein neues Erscheinungsbild.

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