Klare Worte nach der Wiederwahl
Gnarrenburg. Nach seiner Wiederwahl hat sich Bürgermeister Marc Breitenfeld für das entgegengebrachte Vertrauen bedankt und zugleich angekündigt, seinen bisherigen Kurs fortzusetzen. „Ich habe immer gesagt: Ich übe dieses Amt gerne und mit voller Kraft auch weit über die reguläre Dienstzeit hinaus aus, solange mir die Menschen in unseren zwölf Ortschaften den Rücken stärken“, erklärte er. Das Wahlergebnis sei für ihn Auftrag und Verpflichtung zugleich.
Bewusst habe sein Team einen positiven und auf Sachthemen ausgerichteten Wahlkampf geführt. Im Mittelpunkt hätten die Entwicklungen der Gemeinde und die anstehenden Aufgaben gestanden. Die Erfolge der vergangenen Jahre seien dabei keine Einzelleistung, sondern das Ergebnis der Zusammenarbeit von Verwaltung, Gemeinderat, Politik, Ehrenamt, Vereinen, Unternehmen und den Menschen in den zwölf Ortschaften.
Klare Grenze bei persönlichen Angriffen
Zugleich zog der Bürgermeister eine klare Grenze mit Blick auf die Auseinandersetzungen der vergangenen Monate. „So wie bisher kann und werde ich nicht weitermachen“, erklärte er. Kritik – auch harte Kritik – gehöre zur Demokratie. Nicht akzeptabel seien für ihn jedoch persönliche Diffamierungen, Drohungen gegen Mitarbeitende und die Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen.
Äußerungen zum Fall Frida
Ausführlicher äußerte er sich in diesem Zusammenhang zum sogenannten Fall Frida. Während des Wahlkampfes habe er bewusst darauf verzichtet, auf jede öffentliche Behauptung einzugehen, um die Auseinandersetzung nicht auf dem Rücken von Jugendlichen, Mitarbeitenden und Familien auszutragen.
Zu seiner Kenntnislage erklärte Breitenfeld, der konkrete Vorwurf einer Vergewaltigung sei am 26. Juli 2025 von den Eltern gegenüber einem Mitarbeiter erhoben und über die interne Meldekette weitergegeben worden. Er selbst sei am 27. Juli darüber informiert worden. Am folgenden Tag habe ein Gespräch mit den Eltern stattgefunden. Für eine frühere Kenntnis seiner Person von einem Vergewaltigungsvorwurf gebe es nach seiner Darstellung keine Grundlage. Zu vertraulichen Gesprächsinhalten wolle er sich weiterhin nicht öffentlich äußern. Der Schutz der betroffenen Jugendlichen habe Vorrang.
Mit dem Vorgang hätten sich inzwischen verschiedene Behörden und Institutionen beschäftigt. Das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vergewaltigung sei von der Staatsanwaltschaft Stade eingestellt worden – eine dagegen gerichtete Beschwerde habe die Generalstaatsanwaltschaft Celle zurückgewiesen.
Breitenfeld betonte, behördliche Entscheidungen dürften selbstverständlich kritisiert und Rechtsmittel ausgeschöpft werden. Zugleich wandte er sich gegen den Vorwurf einer Vertuschung. „Wer konkrete Vorwürfe erhebt, muss sich an überprüfbaren Tatsachen messen lassen. Das gilt für mich genauso wie für jeden anderen.“
Blick auf die Aufgaben der kommenden Jahre
Nach der Wahl wolle er den Blick nun stärker auf die Entwicklungen Gnarrenburgs richten. Zu den zentralen Aufgaben zählt er die Sicherung der medizinischen Versorgung, Investitionen in Kitas und Schulen, die Feuerwehren, die Dorfentwicklung und die Zukunft der Moorregion.
„Wir müssen nicht immer einer Meinung sein. Wir dürfen streiten und unterschiedliche Positionen vertreten. Aber wir müssen respektvoll miteinander umgehen, bei den Tatsachen bleiben und gemeinsam daran arbeiten, dass unsere zwölf Ortschaften auch in Zukunft ein guter Ort zum Leben sind“, erklärte er. „Gemeinsam geht es weiter voran: positiv, entschlossen, aber mit klarer Kante.“

