Gemeinsam für ihre Stadt
Bremervörde. Die Schülervertretungen aller weiterführenden Schulen in Bremervörde und die Arbeitsgemeinschaft für Demokratie und Menschenwürde präsentierten kürzlich in der Mensa der Schule am Birkenweg ihre Umfrageergebnisse zu Anliegen und Wünschen bezüglich der Lebensqualität in Bremervörde.
Die detaillierte Erhebung war im Herbst 2025 unter 1.420 Schüler:innen der haupt- und Realschule, des Gymnasiums und der Berufsbildenden Schulen (BBS) durchgeführt worden. Insgesamt 1.193 Jugendliche beteiligten sich mit Innovationen, 227 Schüler:innen reichten keine Antworten ein. „Es ist das erste Mal, dass diese Schulen tatsächlich zusammenarbeiten“, so die moderierende Lehrerin Dagmar Weidler, die die sieben Arbeitsgruppen mit deren Wünschen in der Mensa vorstellte. „Wir haben die gruppen beim ersten mal gemischt und es lief gut. Wir standen hier und haben gedacht, sie sind so am Reden und am Planen und Machen. Es war einfach großartig.“
Shopping, Kino und Freizeit
Die Frage „Was fehlt dir in Bremervörde?“ beantworteten 30,2 Prozent mit besseren Möglichkeiten zum Shoppen, 23,6 Prozent wünschten sich ein Kino. Bessere Bedingungen für Sport nannten 7,4 Prozent. Weitere Wünsche wurde unter anderem mit „anderes Fast Food“, „schöne Aufenthaltsorte für Jugendliche“, „Jumphouse“. „mehr Polizei“ und „Spielplätze“ betitelt. Die Arbeitsgruppen, ebenfalls bestehend aus Schüler:innen, stellten den Vertretenden der Stadt, des Stadtrates, des Kinderschutzbundes, des Lions-Clubs, der Stadtteilläden und den Schulsozialarbeitenden anhand von großen Schautafeln ihre Ideen vor. „Wir haben ein sehr enges Zeitfenster von zehn Minuten pro Gruppe, um allen Gruppen auch Gehör verschaffen zu können“, so Weidler. Die jeweilige Präsentation nahm etwa zwei Minuten in Anspruch, die individuelle Diskussion zu jedem Thema acht Minuten.
Ortsbürgermeister Dirk-Frederik Stelling und Bürgermeister Michael Hannebacher konnten zwar Fragen beantworten, die Verwaltung allerdings nicht gleich definitive Lösungen versprechen. Einige wurden dennoch formuliert: „Für den Kinderschutzbund sage ich zu, dass wir uns an Kissen und/oder Sofa beteiligen. Beträge kann ich jetzt nicht sagen, das müssen wir abstimmen, aber da geben wir etwas dazu“, so Marlies Wellbrock vom Bremervörder Ortsverein des Kinderschutzbundes. Sie erklärte sich bereit, einen Geldbetrag für Anschaffungen der Jugendbegegnungsstätte „Jubs“ zur Verfügung zu stellen.
Ideen für Treffpunkte und Kooperationen
Die beiden 18-jährigens Gymnasiastinnen Neval Akyürek und Marie Zimmermann aus dem 12. Jahrgang wünschten sich als siebte und abschließende Arbeitsgruppe Aufenthaltsorte für Schüler:innen in der Nähe der Schule und/oder gegebenenfalls ein selbstbetriebenes Schüler-Café mit gesunden Speiseangeboten. Diesbezüglich meldete sich Sabine Schneider, Sozialarbeiterin im Nachbarschaftsladen Engeo, zu Wort. Sie fragte, ob die Wünsche auch als Mehrgenerationenprojekt planbar seien: „Ich hoffe, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster: Die Räumlichkeiten des Frauenzimmers werden nicht durchgängig genutzt. Die Nutzung wäre für die Pausen nicht möglich, aber vielleicht für den Nachmittags. Vielleicht wird mit einem bestehenden Träger oder einer bestehenden Gruppe überlegt, wer dort mit wem kooperieren könnte.“
Mit Bezug auf Wünsche für ein Kino in bremervörde betonte Dr. Uwe Strohbach, Schulleiter des Gymnasiums, dass sehr gut besuchte Filmabende in der Schule stattfinden würden und zukünftig gern auch Schüler:innen der anderen Schulen dazu kommen könnten.
