Gemeinsam für die Zukunft
Lamstedt. In Hackemühlen gab es bis vor einigen Jahren eine Gaststätte, die als zentraler Treffpunkt für Jung und Alt diente. Sie war nicht nur ein Ort der Geselligkeit, sondern auch eine wichtige Begegnungsstätte für das Dorfleben. Da die Gaststätte seit einigen Jahren nicht mehr betrieben wird, wäre eine Sanierung – insbesondere mit öffentlichen Geldern für eine mögliche Mehrzweck- oder Freizeithalle – wirtschaftlich nicht vertretbar. Damit verschwand ein wichtiger sozialer Mittelpunkt aus dem Ort.
Gemeinsame Idee, große Kosten
Aus dieser Situation heraus entstand in den Orten Hackemühlen, Ihlbek und Rahden eine gemeinsam Idee: Der Bau einer neuen Dorfgemeinschaftshalle. Die Planungen wurden konkret und ein Kostenrahmen zwischen 820.000 und 980.000 Euro wurde ermittelt. Schnell stellte sich jedoch die zentrale Frage, wie ein solches Projekt von den frei Gemeinden in der Börde Lamstedt finanziert werden kann.
Eine entscheidende Unterstützung bot sich durch ein Förderprogramm aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Im Rahmen der sogenannten Basisleistungen „ZILE“ konnte ein Förderung in Aussicht gestellt werden, die bis zu 50 Prozent der Baukosten – maximal jedoch 500.000 Euro – abdeckt. Der Förderantrag wurde bereits m Jahr 2023 gestellt und schließlich bewilligt.
Bürger tragen das Projekt
Wie in der Börde Lamstedt üblich, spielt auch das Engagement der Bürger:innen eine große Rolle. Ein erheblicher Anteil der Finanzierung soll durch Eigenleistungen getragen werden. Rund 200.000 Euro sind hierfür eingeplant. Bürgermeister Manfred Knust setzt dabei auf die starke Gemeinschaft in der Region und weiß, dass sich insbesondere die Vereine aktiv einbringen werden.
Die ersten Erdarbeiten begannen bereits vor Weihnachten, wurden jedoch durch einen langen Winter unterbrochen. Inzwischen konnten die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Mit der Grundsteinlegung wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht, und die Maurerarbeiten schreiten voran. Wenn alles nach Plan verläuft, ist das Richtfest für Mai vorgesehen.
Ort für Begegnung und Demokratie
Die neue Mehrzweckanlage soll Platz für etwa 100 Personen bieten. Geplant sind zudem moderne sanitäre Anlagen für Damen, Herren, Divers und Menschen mit Behinderungen, sowie eine Küche, Parkplätze, ein Abstellraum und eine Veranda. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
Die zukünftige Halle soll weit mehr als nur ein Gebäude sein. Sie ist als Ort der Begegnung, des Austausches und der Demokratie gedacht und soll die Verbindung der drei Dörfer stärken. Das rege Vereinsleben in den Orten – mit Sportvereinen, Landjugend, Kriegervereinen, Jägergemeinschaften, dem Schleusenverband und weiteren Gruppen – erhält damit wieder eine gemeinsame Heimat. Auch Versammlungen und Wahlen sollen hier künftig stattfinden können.
In die Planungen eingebracht haben sich Vertreter:innen aus allen drei Orten. Rainer Steffens, Dirk Bube und Sabrina Mahler haben in der Organisationsgruppe die Wünsche und Bedürfnisse der Dorfgemeinschaften zusammengetragen und berücksichtigt.
Ein besonderer Dank gilt den ortsansässigen unternehmen, de den Zuschlag für die Bauarbeiten erhalten haben. Dazu zählen unter anderem das Bauhandwerk Malte Schimmelpfennig sowie die Zimmerer- und Tischlerfirma Tiedemann aus Mittelstenahe. Durch ihre Beteiligung bleibt ein großer Teil der Wertschöpfung in der Region.
Ein kleines Detail am Rande zeigt den symbolischen Charakter des Projekts: In einer Zeitkapsel, die im Rahmen der Grundsteinlegung eingebracht wurde, befinden sich neben Bauplänen und Münzen auch eine aktuelle Ausgabe des Bremervörder Anzeigers. Sie soll künftigen Generationen einen Einblick in die Entstehungszeit des Gebäudes geben.
Mit dem Bau der Dorfgemeinschaftshalle entsteht in Hackemühlen ein neuer Mittelpunkt, der die Gemeinschaft stärkt und den Zusammenhalt der drei Dörfer nachhaltig fördert.

