Ehrenamt fördern

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Bremervördes CDU will das Ehrenamt stärker ins Zentrum der Kommunalpolitik rücken – mit einem Lotsen in der Verwaltung, weniger Hürden für Vereine und langfristigen Plänen für finanzielle Entlastung.

 

„Nicht alle Heldinnen/Helden tragen Umhänge – einige tragen Verantwortung“ war der Titel der Aktion zum Tag des Ehrenamtes.

„Nicht alle Heldinnen/Helden tragen Umhänge – einige tragen Verantwortung“ war der Titel der Aktion zum Tag des Ehrenamtes.

Bild: Eb

Bremervörde. Auf ihrer Mitgliederversammlung hat die CDU Bremervörde kürzlich die von ihrem Bürgermeisterkandidaten Dirk Stelling präsentierte Agenda zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements verabschiedet. Grundlage für diesen Beschluss ist die Umfrage, die der Gemeindeverband zum Tag des Ehrenamts durchgeführt hatte. Ehrenamt wird eine zentrale Rolle im Wahlprogramm er Bremervörder Christdemokraten spielen.

Im vergangenen Dezember verteilten Stelling und Mitglieder des CDU-Gemeindeverbandes Schoko-Nikoläuse zusammen mit Postkarten, die drei zentrale Fragen zum Ehrenamt enthielten: Wo bis du aktiv? Was motiviert dich? Was könnte besser laufen? Mit rund 50 Rückmeldungen liefert die Umfrage ein aussagekräftiges Bild darüber, was die Ehrenamtlichen in Bremervörde bewegt und wo sie Unterstützung benötigen.

 

Anpassung der Ehrenamtsvergütung

Die zentralen Erkenntnisse der Umfrage verdeutlichen den hohen Stellenwert des unentgeltlichen Engagements in Bremervörde. Laut der Umfrage sind die Teilnehmer vor allem im Sport, in den Blaulicht-Organisationen sowie im sozialen und kulturellen Bereich aktiv. Als wesentliche Motivatoren für ihren Einsatz nennen die Befragten den Teamgeist, den sozialen Zusammenhalt sowie die Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse deutlichen Handlungsbedarf auf, da viele Ehrenamtliche unter geringem finanziellen Spielraum, mangelnden Raumkapazitäten und hohen bürokratischen Hürden leiden. Besonders der Wunsch nach einem festen Ansprechpartner in der Verwaltung für Anliegen wurde in den Rückmeldungen mehrfach formuliert.

Auf ihrer Mitgliederversammlung hat die CDU Bremervörde nun eine Agenda beschlossen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die Stadt wird darin als Partner auf Augenhöhe definiert, während die geplanten Maßnahmen wegen der schwierigen finanziellen Haushaltslage schrittweise angegangen werden sollen. Kurzfristig sieht die Agenda die Einrichtung eines „Ehrenamts-Lotsen“ in der Verwaltung vor, der die Kommunikation zwischen den Akteuren koordiniert und eine Brücke zur Servicestelle des Landkreises schlägt. Zudem soll ein eigener Fachausschuss mit dem Schwerpunkt Ehrenamt etabliert werden, während parallel dazu die Raumbedarfe aller Vereine sowie ein Sanierungsfahrplan für kommunale Sportstätten erfasst werden.

Mittelfristig plant die CDU unter Einbeziehung der Ehrenamtlichen ein Nachnutzungskonzept für die ehemalige Grundschule Stadtmitte und beabsichtigt, die traditionelle Sportlerehrung zu einem breiter gefächerten Ehrenamtspreis weiterzuentwickeln. Auch eine Anpassung der Ehrenamtsvergütung für Führungskräfte der Feuerwehr ist in diesem Zeitraum vorgesehen. Langfristig setzt sich der Gemeindeverband für die Schaffung zusätzlicher Hallenkapazitäten ein, um den Anforderungen von Vereinen und Ganztagsschulen gleichermaßen gerecht zu werden.

Ein weiterer Ansatz ist die Einführung eines „Energiegeldes“ für Vereine mit eigenem Immobilienbesitz, das aus Beiträgen der erneuerbaren Energien gespeist werden soll. Schließlich sollen bestehende Vergünstigungen wie die Ehrenamtskarte und spezielle Sportangeboten für Atemschutzgeräteträger dauerhaft gesichert werden.