Der Vogel des Jahres 2026
Gnarrenburg. Kaum ein heimischer Brutvogel hat in den vergangenen Jahrzehnten derart drastische Betsandsverluste erlitten wie das Rebhuhn. Seit 1980 sind die Bestände des kleinen Hühnervogels in Deutschland um rund 90 Prozent zurückgegangen. Um auf die starke Gefährdung aufmerksam zu machen, hat der Naturschutzbund (NABU) das Rebhuhn zum Vogel des Jahres 2026 gekürt.
Der Vogelkundler Moritz Otten stellt die Feldvogelart am Dienstag, 3. März, um 19 Uhr in einem reich bebilderten Vortrag im Bürgerhaus Gnarrenburg vor. Veranstaltet ist der NABU Bremervörde-Zeven.
„Die Probleme des Rebhuhns stehen sinnbildlich für diejenigen der gesamten Brutvogelgemeinschaft in der Agrarlandschaft“, erläutert Moritz Otten. „Aufgrund der fortschreitenden Intensivierung der Landnutzung fehlen ihm heutzutage einerseits sichere Brutplätze wie breite Feldraine, offene Wiesen und Brachflächen, andererseits finden seine Jungvögel kaum noch genügend Futter.“
Ursprünglich war das Rebhuhn ein Bewohner von Steppen- und Waldsteppengebieten Mitteleuropas bis nach Asien. Mit der Ausweitung der Landwirtschaft wurde es zum Kulturfolger. Doch immer seltener sei in den frühen Morgen- und späten Abendstunden die raue Stimme der Hähne zu hören, beschreibt Otten den alarmierenden Populationsrückgang. Welche Maßnahmen entgegenwirken können, ist ebenso Thema des Abends wie praktische Hinweise zur Bestimmung, Beobachtung und Erfassung der Art.
„Wir vom NABU Bremervörde-Zeven sind sehr froh, dass Moritz trotz seines übervollen Terminkalenders noch im März diesen eindrucksvollen Bildervortrag für uns anbietet“, betonen die beiden Vorsitzenden Walter Lemmermann und Renate Warren. „Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt, denn jetzt im Frühjahr beginnt die Balz, und die Vögel sind um diese Jahreszeit aktiver und deshalb am ehesten zu beobachten.“

