Bremervördes Kinomacher
Bremervörde. Hans Luettke ist ehrenamtlich der erste stellvertretende Vorsitzende des Bremervörder Kultur- und Heimatkreises e.V. (KuH) in Bremervörde. Im Verein kümmert sich der 62-Jährige unter anderem um seine Herzensangelegenheit: Er leitet er die Arbeitsgruppe „Kino“ – und dafür lieben ihn die Ostestädter.
Seit Januar 2023 präsentiert die Arbeitsgruppe „Kino“ des KuH in Zusammenarbeit mit der Ev.-luth. St.-Liborius-Kirchengemeinde Bremervörde sowie dem Mobilen Kino Niedersachsen Filme verschiedener Genres im Ludwig-Harms-Haus in der Kirchenstraße 2. Und damit genau an einer Stelle, an der mit Röttings Gasthof vor circa 100 Jahren bereits einmal ein Kino etabliert war. Neben großartigen Spielfilmen präsentieren Luettke und sein Team jeweils an einem Samstagabend im Monat um 20 Uhr nicht nur Kino-Atmosphäre mit frischem, selbstgemachtem Popcorn, sondern zudem die Möglichkeit, sich zu treffen und auszutauschen.
Teamwork
Das durchweg ehrenamtlich agierende Kino-Team besteht aus Claudia und Thomas Woltmann, Claudia Leach, Helga und Marie Wirthwein, Almute Anglada-Lemkau, Tina Picht, Erwin Bremer, Christina Tittje, Corinna Scheuch, Holger Engelmann, Martina Klingner, Christina Luettke, Ulla Jankowski und Elke Laudahn-Berger. Weitere Unterstützung erhält das Team von Angelika Thomann, Karsten Thomsen (Licht/Ton) sowie von Stefan Weitz (Licht/Ton). Kopf und Ideengeber, sozusagen Bremervördes „Mr. Kino“, ist jedoch Hans Luettke. „Unser kleines Kino ist nicht nur Kino, sondern eben auch Treffpunkt. Denn es kommen so viele Leute dorthin, denen es egal ist, welcher Film gezeigt wird. Sie möchten einfach mal einen netten Abend verbringen. Die Rückmeldungen, die ich nach einem Film von unseren Gästen bekomme, sind fast zu 100 Prozent positiv“, so Luettke. Daher ist es kein Wunder, dass bislang alle Abendvorstellungen ausverkauft waren. Auch wenn es teilweise recht anstrengend sei, den gesamten Saal vorzubereiten, würden doch alle Beteiligten sehr viel Spaß an der Sache haben. „Das ist richtig viel Arbeit für das gesamte ehrenamtliche Team. Der Lohn dafür sind die zufriedenen, lächelnden Gäste nach den Vorstellungen.“ Das gilt im besonderem auch für die jeweiligen Nachmittagsvorstellungen, die, in Kooperation mit dem Bremervörder Ortsverein vom Kinderschutzbund, vor allem den Kindern, ihren Eltern und Großeltern vorbehalten sind. „Dann strahlen die kleinen Augen.“
Der Organisator
Hans Luettke, Jahrgang 1963, ist in der Ostestadt aufgewachsen, also ein echter Bremervörder Jung‘. Zwar musste er seinen Wohnort aus beruflichen Gründen mit dem Beginn seiner Bundeswehrzeit im Oktober 1983 zwischenzeitlich aufgeben, doch schon 1988 zog es ihn zurück in die Ostestadt.
Da viele seiner Freunde jedoch inzwischen in verschiedene Großstädte gezogen waren, begann Luettke am 1. November 1989 nebenberuflich im Vörder Kino – dass sich bis 2007 in der heutigen Brunnenstraße befand – zu arbeiten, um so „neue Leute“ kennenzulernen. Glücklicherweise wurde dort gerade ein Kartenabreißer gesucht. Luettke arbeitete seinerzeit hauptberuflich in einer Autovermietung als Fuhrparkmanager. Da der damalige Pächter nicht oft vor Ort war, führte Luettke mit einem Kollegen stellvertretend für den Pächter die Geschäfte. „Wir hatten 252 Sitzplätze im damaligen Raucherkino. Bei guten Filmen reichte die Zuschauer-Schlange im Vorfeld bis zu Steffen“, erinnert sich der Filmkenner schmunzelnd. Neben seinem Hauptjob hat Luettke anschließend zwölf Jahre lang, bis zum 31. Dezember 2001, samstags, sonntags und dienstags nebenher im Kino gearbeitet. Zu seinen Aufgaben zählte von der Vorbereitung der Vorstellung, bis zur Nachbereitung, inklusive Ticketverkauf und Abrechnung, fast alles. Samstags liefen neben Nachmittagsvorstellungen und dem Hauptfilm um 20 Uhr zudem stets noch eine Spätvorstellung.
Natürlich habe er dabei gutes Geld verdient, so der Kino-Fan. Hauptsächlich sei es ihm jedoch um den Spaß während und nach den Kinotagen gegangen. „Ich habe dabei so viele großartige und interessante Menschen kennengelernt“, so Luettke. Das glaubt man ihm sofort. Denn mittlerweile erledigt er seit drei Jahren fast alle Arbeiten, die zum Drumherum einer Filmvorführung gehören, wie die Sichtung und Auswahl der Filme, Annahme und Bestätigung der Reservierungen inklusive Bearbeitung sowie die Organisation der Lizenzen, ehrenamtlich für den KuH. Luettkes Hauptanliegen ist es, dass sich alle Besucher im Kino wohl fühlen und gerne wiederkommen. „Der rote Teppich im Eingangsbereich soll allen Gästen unsere Wertschätzung zeigen“, betont er.
