Nadine Schilling

Wie man als Freelancer Auftraggeber findet

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Foto: Thought catalog by unsplash


Immer mehr berufstätige Menschen verzichten darauf, sich von einer Firma anstellen zu lassen. Stattdessen bevorzugen sie es, als Freelancer tätig zu sein und ihre Arbeitskraft dadurch mehreren Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Diese weitreichende Entscheidung hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Als Freiberufler hat man beispielsweise keine festen Dienstzeiten, sondern kann arbeiten, wann man möchte. Gönnt man sich hingegen ein paar freie Tage, dann verdient man in dieser Zeit kein Geld – im Gegensatz zum Festangestellten, der auch für Urlaubstage bezahlt wird. Dafür können sich viele Freelancer den Ort selbst aussuchen, an dem sie ihrer Arbeit nachgehen, und müssen nicht immer im gleichen Büro sitzen.

Ein entscheidender Unterschied zwischen festangestellter und freiberuflicher Tätigkeit ist der Arbeitgeber. Ein Angestellter ist nur für eine einzige Firma tätig und erhält von dieser sein monatliches Gehalt. Freiberufler können hingegen für so viele Unternehmen Aufträge erledigen, wie sie möchten. Entsprechend schicken sie für jede Tätigkeit Rechnungen an die entsprechenden Firmen. Viele Freelancer wissen vor allem zu schätzen, dass sie durch ihr breites Spektrum an Auftraggebern finanziell besser abgesichert sind als Festangestellte. Wird ein Arbeitnehmer entlassen, dann gehen ihm auf einen Schlag sämtliche Einnahmen verloren. Springt aber einem Freiberufler ein Auftraggeber ab, dann hat er noch immer seinen Stamm an Kunden, mit denen er Geld verdient – auch wenn dies zunächst weniger ist als zuvor. Dem Freelancer steht es jedoch frei, sich sofort wieder auf die Suche nach neuen Firmen zu machen, die ihm Aufträge erteilen. Dabei gibt es verschiedene Arten, wie er vorgehen kann.

Eine Möglichkeit, als Selbstständiger mit Auftraggebern in Kontakt zu kommen, ist
die Plattform Fiverr. Dort können kreative Freelancer ihre Tätigkeit zum Verkauf anbieten. Ganz gleich, ob es in dem Designen von Logos, das Gestalten von Webseiten, das Erstellen von Erklär-Videos oder andere Tätigkeiten geht: Als Freiberufler gibt man einfach die Konditionen an, zu denen man für einen Auftraggeber arbeiten kann. Man kann ein Basis-, ein Standard- und ein Premium-Angebot erstellen, die sich je nach Leistungen und Preis unterscheiden. Die Basis-Variante ist dabei die kostengünstigste und schnellste, die aber nicht alle möglichen Dienstleistungen enthält. So könnte zum Beispiel in der Erstellung eines Firmenlogos nicht die Bereitstellung einer Vektorgrafik enthalten sein. Das Standard- und das Premium-Angebot bestehen hingegen aus einem größeren Paket an Leistungen, für die der Auftraggeber entsprechend tiefer in die Tasche greifen muss. Zudem unterscheiden sich die einzelnen Offerten oftmals hinsichtlich der Anzahl der gewährten Revisionen. Zuweilen kommt es vor, dass ein Auftraggeber nicht auf Anhieb mit dem Ergebnis seiner Beauftragung zufrieden ist. Dann ist es nützlich, wenn er mit dem Freelancer mögliche Überarbeitungen ausgemacht hat. Wie oft es dazu kommen kann, ist in der Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Freiberufler enthalten. Ist der Auftrag beendet, hat der Auftraggeber die Möglichkeit, die Leistung des Freelancers auf einer Skala von einem bis fünf Sternen zu bewerten sowie einen Kommentar zu hinterlassen. Das Bewertungssystem ist für beide Seiten überaus sinnvoll. Künftige Auftraggeber können dank der durchschnittlichen Sternezahl und der Kommentare besser einschätzen, welche Freiberufler gute und zuverlässige Arbeit leisten. Die Freelancer sind ihrerseits dazu angehalten, ihr Bestes bei ihrer Tätigkeit zu geben. Schließlich gibt es kein besseres Lob und keine bessere Empfehlung als die volle Anzahl an Sternen.

Freiberufler haben aber noch weitere Möglichkeiten, mit potentiellen Auftraggebern in Kontakt zu treten. So lohnt es sich immer, sich im Freundeskreis umzuhören. Die Freunde mögen nicht im gleichen Berufsfeld tätig sein. Dennoch besteht eine Chance, dass sie jemanden kennen, der einen Experten auf einem bestimmten Gebiet benötigt. Auch im weiteren Bekanntenkreis kann man nachfragen, ob Bedarf an Dienstleistungen besteht. Eventuell hat sich auch durch frühere Tätigkeiten ein Kontakt ergeben, der sich nun als nützlich herausstellt. Ohnehin ist der Aufbau eines beruflichen Netzwerks für Freelancer unverzichtbar. Man sollte stets daran interessiert sein, neue Menschen kennenzulernen. Denn eventuell ergeben sich daraus neue berufliche Möglichkeiten – wenn nicht unmittelbar, dann aber vielleicht in Zukunft. Das Netzwerk eines Freiberuflers sollte aus Personen bestehen, die in verschiedenen Bereichen arbeiten. Dazu gehören selbstverständlich Mitarbeiter von Unternehmen, aber auch andere Freelancer. Als selbstständig Tätiger ist man in vielen Dingen auf sich allein gestellt. Daher ist es äußerst hilfreich, sich mit Gleichgesinnten austauschen zu können. Möglicherweise hat auch ein Freiberufler Aufträge zu vergeben oder zu delegieren oder hat Kontakt zu Unternehmern, die auf der Suche nach Selbstständigen aus einem bestimmten Arbeitsfeld sind.

Wie für Firmen bietet das Internet auch für Freelancer eine ganze Reihe von Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen. Wenn ein Unternehmen einen Experten sucht, dann ist für viele Zuständige eine Suchmaschine die erste Anlaufstelle. Über Google und Co. finden sie dann im Idealfall die Homepage eines Freiberuflers, der mit Wissen und guten Referenzen glänzen kann. Allerdings beurteilt der Suchalgorithmus nicht, ob ein Freelancer gut in seinem Job ist oder nicht. Vielmehr geht es der Suchmaschine um Kriterien wie das Vorhandensein von relevanten Begriffen auf der Webseite. Daher müssen Selbstständige etwas von SEO verstehen. Das ist die Abkürzung von „Search Engine Optimization“, also die
Optimierung einer Homepage für die Suchmaschine. Neben den richtigen Keywords gibt es noch viele weitere Faktoren, die eine Webseite gut auffindbar machen. Ein Freelancer, der seinen Internet-Auftritt nach den Prinzipien der SEO ausrichtet, wird besser gefunden und mit Aufträgen versorgt.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Macht der sozialen Medien. Die Nutzung von Instagram, Facebook, Twitter und anderen Plattformen kostet nichts, kann sich aber als überaus nützlich herausstellen. Dort können Freelancer mit einer eigenen Präsenz auf sich aufmerksam machen, indem sie beispielsweise Neuigkeiten aus ihrem beruflichen Leben veröffentlichen. Versehen sie die Posts mit den passenden Hashtags, dann besteht dir Chance, dass interessierte Unternehmen auf sie aufmerksam werden. Nutzt man
Social Media, dann ist es allerdings ratsam, dass man seine Kanäle regelmäßig bespielt. Lässt man lange nichts von sich hören, dann sinkt die Aufmerksamkeit rapide. Allerdings ist die Pflege der Social-Media-Kanäle mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden. Davor schrecken viele Freelancer zurück. Alternativ lassen sich die sozialen Medien auch dafür nutzen, aktiv auf Unternehmen zuzugehen. So kann man ihnen Direktnachrichten schicken und rundheraus fragen, ob sie Bedarf an externen Mitarbeitern haben. Mit ein wenig Glück ist dies der Fall.

 
 


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