Anja Kalski

Was Selbstständige bei der Kontowahl beachten sollten

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Wer mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen und eine eigene Firma zu gründen, der hat etliche Entscheidungen zu treffen. Neben der offiziellen Anmeldung beim Gewerbeamt und einer gesicherten Finanzierung gehört dazu auch die Frage nach einem Geschäftskonto. Doch warum sollten Gründer eigentlich ein entsprechendes Firmenkonto eröffnen? Worin liegen die Vorteile und was ist bei der Kontoauswahl am Ende zu beachten?

 

Müssen Selbständige für ihre Tätigkeit ein Geschäftskonto eröffnen?

Die Antwort lautet hier ganz klar: Es kommt drauf an. Eine generelle Pflicht zur Eröffnung und Nutzung von Geschäftskonten für die eigene selbstständige Tätigkeit besteht nicht. Selbstständige können also rein rechtlich auch mit ihrem Privatkonto betriebliche Ein- und Ausgaben buchen. Dies ist gerade bei vielen Buchungen jedoch nicht sinnvoll und von den Banken nicht gern gesehen.

Es gibt jedoch auch Fälle, in denen eine Kontoeröffnung obligatorisch ist. Dies gilt für die Gründung einer Kapitalgesellschaft wie einer GmbH, UG, AG oder KGaA. Da diese Gesellschaften eigenständige juristische Personen im rechtlichen Sinne sind, müssen diese ihre Finanzgeschäfte auch über ein eigenes Konto abwickeln. Und in diesem Fall muss es auch ein Geschäftskonto sein, juristische Personen dürfen kein privates Konto eröffnen und nutzen.

Tipp:Wenn die selbstständige Tätigkeit zunächst als Kleingewerbe betrieben wird, sieht das Ganze anders aus. Dieses wird oft von der Umsatzsteuer (Kleinunternehmerregelung) und Steuervorauszahlung befreit. Hier kann es aus Kostengründen sinnvoll sein, kein eigenes Konto dafür zu eröffnen, sondern die Umsätze über das private Bankkonto abzuwickeln.

 

Privatkonto und Geschäftskonto – wo ist der Unterschied?

Rein rechtlich gesehen gibt es kaum Unterschiede zwischen privatem und geschäftlichem Konto. Die Trennung wird hauptsächlich von den Banken aus innerbetrieblichen Gründen vorgenommen. Die Banken nehmen die strikte Trennung vor, um für die Geschäftskonten nicht die hohen Bedingungen und Regeln anwenden zu müssen, die durch die Verbraucherschutzgesetze für private Girokonten gelten. Und noch viel wichtiger ist die Möglichkeit, höhere Gebühren für die Geschäftskonten berechnen zu können.

Geschäftskonten sind also im Prinzip ganz „normale“ Girokonten, über die Überweisungen, Geldeingänge, Bargeld-Ein- und Auszahlungen und allgemeine Finanztransaktionen abgewickelt werden können. Es besteht jedoch eine Ausnahme: Über ein Geschäftskonto lässt sich auch ein Lastschrift-Einzug einrichten, sofern ein entsprechendes SEPA-Mandat besteht.

Privatkonten und Geschäftskonten unterscheiden sich darüber hinaus vor allem in Bezug auf die Gebühren. Firmen müssen für die Kontoführung oft deutlich mehr zahlen als Privatpersonen. Einige Banken bieten mittlerweile auch schon sehr günstige Geschäftskonten an, die dann jedoch überwiegend als Online-Konten fungieren. Gerade Bargeldeinzahlungen könnten dabei deutlich umständlicher sein, weil die Banken kein eigenes Filialnetz betreiben.

Zusätzlich stellen heute gerade moderne Geschäftskonten die Möglichkeit zur Verfügung, das eigene Konto mit einer Buchhaltungssoftware zu verbinden und alle Buchungen automatisch übertragen und einbuchen zu lassen.

 

Was spricht für und gegen ein eigenes Konto für die selbstständige Tätigkeit?

Ganz abgesehen davon, ob es notwendig oder Pflicht ist, ein eigenes Konto für die selbstständige Tätigkeit zu eröffnen oder nicht. Gibt es praktische Überlegungen, die dafür und dagegen sprechen. Ein genauer Blick auf Pro und Contra zum eigenen Konto bietet einen Überblick:

Pro

-      bessere Übersicht über die geschäftlichen Transaktionen

-      einfachere Buchführung

-      einfachere Kontrolle über den wirtschaftlichen Erfolg

-      Trennung von betrieblichen und privaten Ausgaben


Contra

-      zusätzliche Kosten


Aus dieser Gegenüberstellung ist leicht ersichtlich, dass eigentlich viel mehr für ein eigenes Konto für die selbstständige Tätigkeit spricht als dagegen. Gerade die vereinfachte Buchführung ist ein Argument dafür, sich nach einem passenden Kontomodell umzuschauen. Schließlich lässt sich auf diesem Weg viel Zeit sparen, die dann eher in das eigene Kerngeschäft investiert werden kann.  

 

Was sollte ein gutes Geschäftskonto heute können?

Wer sich für ein Geschäftskonto interessiert, sollte dabei nicht auf das erstbeste Angebot zurückgreifen. Ein Vergleich verschiedener Anbieter kann dabei helfen, am Ende genau das Konto zu finden, welches besonders gut zum eigenen Bedarf passt. Auf GirokontoVergleich.eu werden entsprechende Kontoangebote genauer unter die Lupe genommen.

Ein Geschäftskonto sollte heute folgende Merkmale aufweisen:

1.     Niedrige Gebühren

Auch bei einem Firmenkonto ist es wichtig, dass die Kosten nicht Überhand nehmen. So werden heute Kontomodelle angeboten, die auf die Erhebung einer Grundgebühr verzichten. Andere Konten bringen zwar eine Grundgebühr mit sich, inkludieren dabei aber auch schon eine gewisse Zahl an kostenfreien Online-Buchungen. Darüber hinaus existieren Anbieter, die sowohl auf die Grundgebühr als auch auf Buchungsgebühren verzichten.

2.    Karten

Ob EC-Karte oder Kreditkarte – diese bieten die Möglichkeit, fast überall betriebliche Ausgaben direkt über das Konto abzuwickeln. Wer hingegen bar bezahlt, muss alles zusätzlich abrechnen und belegen. Dies erleichtern zudem auch die Abrechnung von Ausgaben, die Mitarbeiter tätigen (z.B. auf Dienstreise).

3.    Passende Unternehmensform

Nicht jedes Kontomodell schließt auch alle Unternehmensformen mit ein. So legen einige Banken speziell für Freiberufler und Selbständige Geschäftskonten auf, die jedoch Kapitalgesellschaften nicht offenstehen.

4.    Möglichkeiten beim Banking

Die Online-Oberfläche beim Banking sollte intuitiv ausfallen und zudem eine gute Übersicht bieten. Darüber hinaus helfen heute Sonderleistungen wie eine Schnittstelle zu bekannter Buchhaltungssoftware dabei, die Buchhaltung erheblich zu vereinfachen. Wer Wert auf solche oder andere Sonderleistungen legt, sollte sich die verschiedenen Anbieter auf jeden Fall genauer anschauen.

Hinweis: Wer ein Business mit Bargeschäften betreibt, sollte darauf achten, dass das Firmenkonto entsprechende Einzahlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.

 

Fazit: Das richtige Geschäftskonto vereinfacht den Geschäftsalltag

Es gibt sehr viele gute Gründe, die für ein extra Konto für die eigene selbstständige Tätigkeit sprechen. Ob nun die sinnvolle Trennung von privaten und geschäftlichen Ausgaben oder die Vereinfachungen in Bezug auf die eigene Buchhaltung – ein Geschäftskonto macht vieles einfacher. Doch vor der Kontoeröffnung steht zunächst die Anbieterwahl. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Angebote, aus denen Selbstständige und Unternehmer wählen können. Gute Konten sind dabei nicht allzu teuer, bieten eine übersichtliche Banking-Oberfläche und die Möglichkeit, alle Buchungen direkt per Schnittstelle an die Buchhaltung weiterzuleiten.

 

 


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