Nadine Schilling

Warum unsere Eltern schuld an unseren kaputten Beziehungen sind

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Foto: Sai de Silva by unsplash

Genauer gesagt: unsere Mütter. Das behauptet zumindest eine Studie aus den USA. Das Team aus Ohio, das seit 1979 Daten von mehr als 12.600 Müttern und ihren biologischen Kindern sammelte, stellte fest: Kinder haben in der Regel ungefähr so viele Beziehungen wie ihre Mutter. Und nicht nur das – auch Beziehungsschemata wiederholen sich.  

Die Forscher fanden heraus, dass diese Verbindung völlig unabhängig von sozialem Stand oder Umfeld stattfand. Denn die Ursachen für die Ähnlichkeiten im Dating-Verhalten liegen darin begründet, dass Mütter maßgeblich für die Formung der Sozialkompetenzen ihrer Kinder verantwortlich sind. So lenken unsere Erziehung und der mütterliche Einfluss also, wie wir mit anderen Personen umgehen – auch mit unserem Partner.

Beziehungsmuster über Generationen hinweg verglichen

In Verlauf der Studie, die das amerikanische Wissenschaftsmagazin „Plos One“ veröffentlichte, untersuchten Wissenschaftler regelmäßig das Beziehungsverhalten der Versuchspersonen und ihrer Kinder. Über Jahre hinweg befragten sie die Teilnehmer nach eingegangenen Partnerschaften. Wie viele Beziehungen hatten die Probanden? Mit wem waren sie zusammengezogen? Hatten sie geheiratet oder sich wieder scheiden lassen?

So konnten Beziehungsmuster über mehrere Generationen hinweg dokumentiert und von dem Team der Ohio State University miteinander verglichen werden.

Die Leiterin der Studie, Claire Kamp Dush, erklärte der britischen Nachrichtenseite "Daily Mail", dass unser größtes Vorbild im Hinblick auf die Interkation mit anderen Menschen unsere Eltern sein. Und in vielen Fällen überwog vor allem der Einfluss der Mutter darauf  "wie wir Zuneigung zeigen, wie wir uns entschuldigen, wie wir uns vorstellen, wie wir mit Menschen anderen Alters oder des anderen Geschlechts umgehen oder Fremden begegnen."

Wenn also schon Mütter dazu neigten, häufig den Partner zu wechseln oder nach einer Trennung zum Ex zurück zu kehren, erlernten ihre Kinder die verantwortlichen Verhaltensmuster und integrierten diese in ihr eigenes Beziehungsverhalten.

Laut der Dozentin für Humanwissenschaften und Soziologie belege die Studie, dass die Fähigkeit, wie gut ein Mensch Vertrauen aufbauen oder Partnerschaftsprobleme lösen kann, davon abhängig ist, wie gut ihre Mütter das konnten. Dies wiederum beeinflusst, wie wir uns in Liebesbeziehungen verhalten: "Ob wir sie uns wünschen oder sie fürchten und wie wir instinktiv mit jemandem umgehen, der uns am Herzen liegt."

Nicht weiter untersucht wurde die Frage, wie genau sich das Bindungsverhalten der Väter auf die Beziehungen ihrer Kinder auswirkt.

 
 


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