Anja Kalski

Niederlande wollen den Glücksspielmarkt ab 2021 regulieren

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Foto: Denilo Vieira by unsplash.com

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In den Niederlanden wurde nun über die Regulierung des Glücksspielmarktes verhandelt. Vordergründig geht es dabei um Online-Casinos, welche erstmals in den Niederlanden eine Lizenz erhalten sollen. Nach nun mehrmaligen Verzögerungen startet die Regulierung ab 2021.

 

Anforderungen zur Regulierung wurden bereits geschaffen

Die niederländische Regierung hat nun erfolgreich einen Gesetzesentwurf angefertigt, welches sich um das Online-Glücksspiel handelt. Ein erstes Gesetz wurde bereits im Februar 2019 beschlossen, hierzu fehlten aber damals die konkreten Anforderungen zur Umsetzung,wie hier beschrieben wurde.

Nun allerdings werden die Anforderungen erfüllt. Zurzeit finden weitere Verhandlungen statt, damit festgesetzt wird, wie das Gesetz aussehen wird. Eigentlich hätte dieser Prozess längst stattfinden müssen, denn das Gesetz sollte ab dem 1. Juni 2020 starten. Dies hatte ursprünglich die Glücksspielbehörde Kansspelautoritieit (KSA) entsprechend geplant.

Weil nötige Entscheidungen nicht getroffen werden konnten, ist dieser Termin nicht mehr einzuhalten. Obwohl es nun aber sicher ist, dass es zu einem Online-Glücksspielgesetz kommt, können noch keine Lizenzen für Buchmacher und Casinos vergeben werden.

Damit das geschehen kann, sind noch weitere Regeln im Detail zu klären, sofern dies passiert ist, wird die KSA sich den Prüfungen zur Vergabe von Lizenzen widmen. In Folge könnte es weitere Monate dauern, bis es zur Lizenzierung eines Unternehmens kommt. Das Land sieht ein aufwendiges und strenges Verfahren zur Lizenzierung an.

Für den Markt sieht die Niederlande Sportwettenanbieter und seriöse Glücksspielanbieter vor. Die Niederlande wird damit nicht zu einem Glücksspiel-Paradies, wie es nun Malta oder Gibraltar ist. Als Ziel wurde nun festgelegt, dass am 1. Januar 2021 die ersten Anbieter mit einer niederländischen Lizenz präsentiert werden sollen.

 

Bewerbungsverfahren wurde nun eröffnet

Ein entsprechender Antrag kann bei Interesse eines Unternehmens schon jetzt gestellt werden. Eine Bearbeitung findet aber nicht statt. Die Anfragen sich nur dafür da, damit die KSA schon jetzt abschätzen kann, wie viele Verfahren voraussichtlich abgewickelt werden müssen.

Ein ähnliches Verfahren gab es auch schon in Schweden. Hier hatten die Behörden geschätzt, dass es etwa 60 Lizenzanträge geben wird. Am Ende waren es circa 120 Anträge von Buchmachern und Casinos. Dies führte zu einem erhöhten Arbeitsaufwand und somit wieder zu Verzögerungen. Dieses Problem möchten die niederländischen Behörden vorwegnehmen.

In beiden Ländern wird es keine Einschränkung darüber geben, wie viele Lizenznehmer dieses Verfahren in Anspruch nehmen können. Daher fällt es den jeweiligen Behörden schwer, den potenziellen Aufwand abzuschätzen. Somit werden weitere Verzögerungen wahrscheinlich nicht geschehen.

 

Branche wartet auf neue Meldungen

Die derzeitigen Verzögerungen sind für Behörden und Unternehmen aus der Glücksspielbranche von Nachteil. Es ist für die Branche in Europa wichtig, dass die Niederlande hierzu einen regulierten Markt schafft. Sobald dies geschehen ist, kann dies auch den Prozess in anderen Ländern beschleunigen.

Es ist ein Dominoeffekt zu erwarten, sobald die jeweiligen Gesetzesänderungen in Schweden, Dänemark, Spanien und Niederlande geschehen ist. Nachziehen könnten Länder wie Deutschland, die bisher noch keine Regelungen diesbezüglich haben.

In Deutschland ist ein neuerGlücksspielstaatsvertrag ab 2021 zu erwarten, wodurch sich die Situation womöglich ändern wird. Einige Gesellschaften haben bereits geäußert, dass Online-Casinos verstaatlicht werden sollen.

Bisher ist die Lizenzierung eine Aufgabe der Bundesländer. Schleswig-Holstein zeigte sich in Vergangenheit sehr spendabel, wenn es um die Verteilung ging. Die verteilten Lizenzen sind aber mittlerweile abgelaufen, weshalb diese Art von Glücksspiel illegal ist.


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