Nadine Schilling

Ist Inflation eine Bedrohung für unsere Wirtschaft?

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Sie ist aktuell in aller Munde: die böse Inflation. Aber ist Inflation wirklich so schlimm, wie immer gesagt wird? Und weshalb haben wir gerade eine relativ hohe Inflation? Diese und weitere Fragen klären wir im heutigen Artikel.

Was ist Inflation?

Man spricht von Inflation, wenn Geld im Lauf der Zeit an Wert bzw. an Kaufkraft verliert. Während man vor einigen Jahren z. B. noch für 1,50 € zwei Kugeln Eis kaufen konnte, bekommt man heute nur noch eine Kugel dafür. In nahezu jeder großen Volkswirtschaft herrscht Inflation. Das liegt daran, dass Inflation auch politisch gewollt ist, da sie die Wirtschaft ankurbelt. Das Grundprinzip ist simpel: Wenn Geld nach und nach Wert verliert, dann haben die Menschen einen Anreiz, das Geld auszugeben oder zu investieren. Dadurch entsteht Wachstum, welches die Wirtschaft voranbringt. Allerdings muss Inflation immer in einem gewissen Rahmen bleiben, ansonsten könnte es negative Folgen für die Wirtschaft haben.
Die europäische Zentralbank, die EZB, strebt aktuell eine jährliche Inflation von circa 2 % an. Allerdings lag die Inflationsrate in den letzten Monaten deutlich höher, teilweise bei 4 % (pro Jahr). Das liegt daran, dass der Leitzins enorm niedrig ist und die Menschen viele Investitionen und Anschaffungen einfach mit Geld aus Krediten tätigen. Außerdem wird viel Geld gedruckt, um in Klimaschutz, Gesundheitswesen, Infrastruktur und so weiter zu investieren. Dadurch ist viel Geld im Umlauf, wodurch wiederum die Inflationsrate steigt.

Ist Inflation aktuell ein Problem?

Das Gute an der Inflation ist, dass sie unserer Wirtschaft seit Jahrzehnten ein gesundes Wachstum beschert. Die Angst vor der Inflation ist in unserer globalisierten, fortschrittlichen Welt inzwischen meist unbegründet. Zentralbanken können durch Anpassungen des Leitzinses die Inflationsrate inzwischen relativ zuverlässig steuern. Außerdem können sie entscheiden, dass weniger neues Geld gedruckt wird, um die Inflationsrate zu kontrollieren. Jedes Land bzw. jede Währungsunion verfolgt aber eine andere Geldpolitik, sodass in manchen Ländern eine höhere oder niedrige Inflation herrscht. Beim sogenannten Forex-Trading machen sich Händler diese Tatsache zunutze, indem sie eine Währung im Verhältnis zu einer anderen handeln und so Gewinne erzielen können. Doch was genau ist Forex-Trading denn eigentlich? Beim Forex-Trading geht es darum, vorher zu erkennen, welche Währung mehr Wert bzw. weniger Wert verliert als eine andere Währung. Bei einer richtigen Vorhersage macht der Händler Gewinn, bei einer falschen Vorhersage macht er Verlust. Anhand von Anzeichen wie Höhe des Leitzinses und Politik der Zentralbank trifft ein Trader eine bewusste Entscheidung. Im deutschsprachigen Raum ist Forex-Trading auch als Devisenhandel bekannt, allerdings hat sich inzwischen der englische Begriff etabliert.

Wie kann ich mich gegen Inflation schützen?

Auf diese Frage gibt es verschiedene Antworten. In erster Linie muss sich niemand gegen Inflation schützen, solange man berufstätig ist, da die meisten Arbeitgeber regelmäßig eine Gehaltserhöhung als sogenannten Inflationsausgleich anbieten. Auch Eigenheime sind gegen Inflation geschützt, da die Immobilienpreise in der Regel mit der Inflation steigen. Viele Menschen wollen aber ebenso ihr Erspartes gegen Inflation schützen und kaufen daher Edelmetalle wie Silber oder Gold. Auch Investitionen in Aktien, Fonds oder Anleihen können vor Inflation schützen, sind aber teilweise riskant. Falls man ein Konto mit über 2 % Jahreszins hat, dann schützt dieses ebenfalls (zumindest vor der von der EZB angestrebten) Inflation.
Abschließend ist zu sagen, dass die große Panik vor der Inflation eher unangebracht ist. Im Gegenteil, in den letzten Jahren war gesteuerte Inflation einer der Gründe für unseren wirtschaftlichen Aufschwung. Wer der EZB nicht traut, kann zumindest die Politik dieser verfolgen und sich selbst ein Bild machen. Die Entscheidungen der Zentralbank sind weitgehend öffentlich und können bei Bedarf eingesehen werden.


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