Nadine Schilling

Digitalisierung kann zu Ablehnung führen - Digitaler Wandel: Schnelllebigkeit überfordert viele Menschen

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Foto: Markus Spiske by unsplash

Wortneuschöpfungen, sich stetig weiterentwickelnde, innovative Technologien und eine gewisse Schnelllebigkeit sind Auswirkungen der voranschreitenden Digitalisierung. Für viele Menschen ist dies ein Segen, denn sowohl private als auch berufliche Abläufe können so optimiert und effizienter gestaltet werden. Einige Menschen können sich jedoch nur sehr schwer mit dieser Veränderung anfreunden. Insbesondere die älteren Generationen fühlen sich oftmals mit dem digitalen Wandel und der damit einhergehenden Schnelllebigkeit überfordert. Dies führt wiederum dazu, dass die Einsamkeit mehr in den Vordergrund rückt und die Gesundheitsversorgung eingeschränkt bleibt.

 

Der Einfluss der Sprache


Die Digitalisierung bringt nicht nur neue Technologien und optimierte Arbeitsprozesse mit sich, sie verändert auch die Sprache. Ein Großteil der Menschen kommuniziert heutzutage überwiegend Online. Sei es der Austausch per E-Mail oder das Verschicken einer kurzen Nachricht über Messenger-Dienste wie WhatsApp, es findet in der digitalen Welt statt. Die digitalen Anwendungen haben einen sehr großen Einfluss auf das Kommunikationsverhalten der Menschen genommen und das aus einem guten Grund. Viele Menschen bevorzugen diese Art der Kommunikation, weil sie Zeit spart. Sachverhalte können innerhalb von wenigen Minuten geklärt werden, sei es mithilfe einer kurzen Textnachricht oder eine Sprachnachricht. Des Weiteren können diese Nachrichten jederzeit und überall abgerufen und beantwortet werden. Doch da sich die Menschen meist kurzfassen möchten, werden immer häufiger Abkürzungen genutzt. Verniedlichungen, Memes oder Abkürzungen werden in der Kommunikation immer beliebter. Das wirkt sich jedoch auch auf die Sprache und den Sprachgebrauch aus. Zudem finden die meisten Wortneuschöpfungen in der digitalen Welt statt. Abkürzungen, die Bedeutung von Memes oder neuen Wörtern können jedoch einfach auf
bedeutungonline.de nachgeschlagen werden. Dies ist besonders hilfreich, wenn die nächste Nachricht wieder eine neue und völlig fremde Abkürzung enthält.

Ablehnung entsteht durch Unsicherheit


Die jüngere Generation begrüßt sie, doch die ältere Generation steht ihr skeptisch gegenüber und lehnt sie teilweise ab. Die kontinuierlichen Veränderungen, die mit dem digitalen Wandel einhergehen, verunsichern viele Senioren. Aufgrund dieser Unsicherheit lehnen viele Menschen, die digitale Welt und ihre Anwendungen ab. Der häufigste Grund liegt jedoch in der fehlenden
digitalen Kompetenz. Die Ursache dafür liegt auf der Hand, denn das Angebot für Senioren ist heute noch mangelhaft. Es gibt zwar verschiedene Kurse, die ältere Menschen dabei unterstützen sich in der digitalen Welt zurechtzufinden, doch es sind immer noch viel zu wenige. Ein flächendeckendes Angebot kann somit nicht gemacht werden, zumal viele ältere Menschen in ländlichen Regionen leben, wo die Digitalisierung noch auf sich warten lässt.

Ein gewisses Maß an digitalen Fähigkeiten hätte jedoch einige Vorteile, die auch die Gesundheitsversorgung betrifft. Je mehr digitale Anwendungen wahrgenommen werden können, desto länger können Senioren in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Des Weiteren ist die zunehmende Vereinsamung ein sehr wichtiges Thema, welcher mithilfe von digitalen Anwendungen und einer digitalen Kommunikation entgegengewirkt werden könnte. Die Nutzung von Spielen beispielsweise kann zudem die geistigen und kognitiven Fähigkeiten stärken. Das ist besonders wichtig, um frühzeitig
geistigen Erkrankungen entgegenzuwirken oder deren Verlauf zu verlangsamen. Einige Senioren möchten sich jedoch gar keine digitalen Fähigkeiten aneignen. Die Gründe sind weder Ablehnung noch Unsicherheit, vielmehr möchten sie sich, aufgrund des Alters, keine neuen Fähigkeiten aneignen. Vielleicht dauert es etwas länger, doch niemand ist zu alt, um etwas Neues zu erlernen.


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