Anja Kalski

Diese Redewendungen aus dem Sport sind in den Sprachgebrauch übergegangen

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Der Sport ist wichtiger Bestandteil im Leben zahlreicher Menschen. Egal ob als passiver Beobachter oder als aktiver Teil einer Bewegung, Sport prägt und formt Körper, wie Gesellschaft. Doch er liefert auch für die deutsche Sprache zahlreiche Metaphern und Analogien, die mithelfen, eine Situation präzise zu beschreiben. Nicht umsonst sind Sprachkurse ein wesentlicher Bestandteil für die Integration von Mitbürgern, die nichtdeutscher Herkunft sind.

Metaphern sind in den alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen und helfen so mit, Deutsch lebendig zu halten und langfristig zu retten. Der Wettbewerbscharakter, der den Sport definiert, findet sich schließlich in zahlreichen Sparten der Gesellschaft. Daher eigenen sich viele Fachbegriffe aus der Welt des Sports ideal dazu, sich deutlich zu artikulieren.

 

Der Denksport beherrscht die Sprache bei Verhandlungen

Doch nicht nur Begriffe aus dem Fußball oder Boxen haben ihren Weg in die deutsche Sprache gefunden, sondern auch Redewendungen aus dem Denksport. Immerhin bezeichnen Journalisten spannende Verhandlungen gerne als Poker. Schließlich bezieht nicht nur das bekannte Kartenspiel seine Spannung vom Ringen um die Vorherrschaft am Tisch. Das Gleiche gilt auch für Verhandlungen um Verträge oder das Durchsetzen der eigenen Position.

Kämpfen Sportler, Politiker, oder Stars darum, sich gegen einen Partner zu behaupten, dann „pokern“ sie. Steht die Entscheidung bevor, setzen risikofreudige Teilnehmer gerne alles auf eine Karte. Dann gehen sie „All-in“. Auch dieser Begriff stammt aus der reichhaltigen Schatulle von Idiomen, die beim Pokern verwendet werden und gerne in Artikeln verwendet werden. Beim All-In werden im Spiel alle verfügbaren Chips gesetzt, um eine Entscheidung zu den eigenen Gunsten herbeizuführen. Dieser Spielzug wird auch in Verhandlungen gerne eingesetzt und sorgt in der begleitenden Berichterstattung für Spannung.

 

Das Spiel der Könige ist gefragt

Geht er allerdings schief, kommt gerne eine Metapher aus dem Schach zum Einsatz. Wer sein Blatt überreizt, kann schnell „Schachmatt“ gehen. Dann hat man seine Fähigkeiten überschätzt und wurde vom Gegner außer Gefecht gesetzt. Der ultimative Zug beim Spiel der Könige beendet auch im Leben jede weitere Verhandlung. Daneben gibt es beim Schach noch jede Menge weitere Begriffe, die heute Teil der deutschen Sprache geworden sind.

So spricht man beispielsweise davon „jemanden in Schach zu halten“, wenn es darum geht, einen Kontrahenten einzubremsen und nicht übermächtig werden zu lassen. Wer jedoch „wie eine Schachfigur herumgeschoben wird“, hat keine Kontrolle mehr über sein Tun. „Ein kluger Schachzug“ drückt hingegen die Bewunderung über eine Tat aus, die jemand begangen hat. Damit hat er bewiesen, dass er „mehrere Züge im Voraus“ denken kann. Das ist wichtig, wenn man „am Zug“ ist und die Situation kontrollieren möchte. Wer nicht über den Tellerrand hinausdenkt, könnte sich schnell „einer Patt-Situation“ gegenübersehen und „in Zugzwang“ geraten. Dann wird ein „Bauernopfer“ fällig, um die schwierige Lage aufzulösen oder zu befrieden.

 

Das runde Leder bleibt am Ball

Ähnlich erfolgreich wie Schach, hat auch der Fußball Einzug in den sprachlichen Alltag der Deutschen gehalten. Schließlich zieht der Sport jedes Wochenende die Massen in die Stadien oder vor den Fernseher, da ist die intensive Nutzung von Metaphern wenig überraschend, denn das wendet Bilder gekonnt an. Schließlich möchten gute Redner auch verstanden werden, daher bedienen sie sich gerne der Sprache des runden Leders.

Im Geschäftsleben ist Teamwork gefragt, daher suchen Unternehmen vor allem Mitarbeiter, die fähig sind „im Team zu spielen“. Wer abseits der Unternehmenskultur agiert, kann sich schnell „ein Eigentor schießen“ und so seine Ziele grandios verfehlen. Strebt man nach Höherem, geht es vor allem darum „am Ball zu bleiben“. Wer „den Ball zurückspielt“ ist schlagfertig, wer hingegen „den Ball abgibt“ zeigt, dass er seine Verantwortung delegiert oder andere miteinbezieht. Doch dann kann es schnell passieren, dass man „ins Abseits gerät“ und somit vom Spielfeld verbannt wird. In so einer Situation könnte es hilfreich werden, „den Ball flach zu halten“, um damit ruhig zu bleiben und jedes unnötige Risiko zu vermeiden. Dann gilt es „den längeren Atem zu haben“, oder möglicherweise „einen fliegenden Wechsel“ anzustreben.

Ein „Game-Changer“ kann hingegen etwas Positives oder etwas Negatives sein. Jedenfalls werden so „die Karten neu gemischt“. Aus dem Boxsport kommen die Redewendungen „unter der Gürtellinie“, ebenso wie „das Handtuch werfen“. Am Ende zeigt sich, dass Begriffe aus dem Sport das Zeug zu einem wahren „Marathon“ haben. Sie sind längst Bestandteil der deutschen Sprache geworden, weil sie komplexe Sachverhalte perfekt auf den Punkt bringen können.

 

 


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