Anja Kalski

Die neuen Online-Casino-Regulierungen im Jahr 2021

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Eine der bedeutendsten Entwicklungen der letzten drei Jahrzehnte passierte im Jahr 1990. Exakt am 6. August dieses Jahres ging der erste Hypertext Dienst online und von da an ging es mit der Entwicklung des Internet Schlag auf Schlag. Schon im Jahr zuvor hatte Tom Berners-Lee die Grundlagen des WWW entwickelt. Seit diesem Zeitpunkt ist kein Stein auf dem anderen geblieben, das Freizeitverhalten hat sich ebenso signifikant durch die Freigabe des Internet geändert wie das Berufsleben. Sogar vor mondänen Spielhäusern hat das Internet nicht Halt gemacht: Sie sehen sich bereits seit vielen Jahren zunehmender Konkurrenz von Online Casinos konfrontiert. Bisher zeigte sich die deutsche Regierung in diesem Punkt als sehr restriktiv und nur ein Bundesland stellte Lizenzen für Online Casinos aus. Das wird sich Medienberichten zufolge im nächsten Jahr ändern.

 

 

Der Ist- Zustand von Online Casinos in Deutschland

Online Casinos erfreuen sich völlig zurecht großer Beliebtheit. Denn immerhin haben Spieler in der virtuellen Welt zu jeder Tageszeit und auch nachts Gelegenheit ihrem Hobby nachzugehen. Doch manche Fragen sich ob das überhaupt legal ist? Immer wieder hört man, dass sich Online Casinos in Deutschland in einer Grauzone bewegen. Das ist grundsätzlich richtig, denn aktuell werden nur im Bundesland Schleswig-Holstein Lizenzen vergeben. Im Jahr 2011 entscheid sich das Bundesland für einen Alleingang, was die Lizenzvergabe betraf. Laut Angabe der Regierung waren im Jahr 2019 12 Online Casinos mit Schleswig-Holsteiner Lizenz registriert.

 

Genau genommen darf in Deutschland nur legal spielen, wer seinen Wohnsitz in Schleswig-Holstein hat und sich in einem dieser 12 Casinos registriert. Allerdings gilt die Genehmigung ausschließlich für Bewohner des Bundeslandes, alle anderen unterliegen dem Glückspielstaatsvertrag. Dieser reglementiert genau und verbietet Online Glückspiel generell. Warum so viele Deutsche dennoch im Internet Roulette, Black Jack, Automaten und andere Games spielen liegt an der Fülle ausländischer Anbieter. Hier einige der bekannten davon:

 

  • Die Malta Gaming Authority
  • Das HM Government of Gibraltar
  • Die Isle of Man Lizenz
  • Die Alderney Gambling Control Commission

 

Das Karamba Casino online mit großer Spieleauswahl zum Beispiel hat seine Lizenz in Malta gelöst.

 

 

Warum es jetzt zu einer Gesetzesänderung kommt

Die Glückspiellizenzen der Schleswig-Holsteiner Online Casinos lief im Januar 2019 aus. Sechs Monate später entschied sich das Bundeland für eine Verlängerung. Auch die Bundesregierung sah Handlungsbedarf, was diese Glückspielsparte betrifft. Immerhin ist Deutschland Europas größter Glückspielmarkt. Sportwetten- und Casinobetreiber sowie Lottogesellschaften setzen pro Jahr 13.9 Milliarden Euro um. Da Schätzungen zufolge ein Fünfteldieser beachtlichen Summe an illegale Betreiber fließt, entgeht dem Staat viel Steuergeld.

 

Die nun vorliegende Gesetzesnovelle reagiert auf die ständig wachsende Nachfrage an online Glückspielangeboten. Außerdem gab es von Seiten der Europäischen Union eine Rüge an die deutsche Regierung, weil die nationalen Regelungen nicht mit EU-Recht konform sind. Die Europäische Union sah die Dienstleistungsfreiheit in Gefahr und rügte Deutschland außerdem dafür, die Suchtgefahren von Online Glückspielen nicht entsprechend zu untersuchen.

 


Was konkret geplant ist

Ungefähr 70 Seiten lang ist der neue Entwurf zum Glückspielstaatsvertrag, der Mitte 2021 in Kraft treten soll. Nun sind konkrete Fakten bekannt, wie die Online Casinos und Wettbüros in Zukunft reguliert werden sollen. Geplant ist ein zentrales Aufsichtsorgan, das dem Vernehmen nach in Sachsen-Anhalt angesiedelt werden soll. Aufgabe der Behörde wird es sein, Anträge für Lizenzen zu prüfen, diese zu vergeben und die Einhaltung der strengen Richtlinien zu überwachen. Außerdem sind weitreichende Maßnahmen zum Spielerschutz geplant. Dazu zählen Sperrlisten, die zwei Möglichkeiten offenlassen. Einerseits kann sich jeder Spieler selbst eintragen lassen, der bei sich selbst Suchtpotential entdeckt. Doch auch Casinobetreiber können auffällige Spieler sperren lassen.

 

In dieselbe Richtung tendiert das geplante Einzahlungslimit, das 1.000 Euro pro Monat vorsieht. Wie genau diese Einschränkung überwacht werden soll, ist bis dato noch nicht bekannt. Vielleicht kommt ein genereller Glückspielaccount, wo alle Transaktionen eingetragen werden. Hier melden allerdings Datenschützer ihre Zweifel an. Im aktuell vorliegenden Entwurf des neuen Glückspielstaatsvertrags ist außerdem ein Verbot von Live Wetten vorgesehen. Experten zufolge birgt gerade diese Wettart ein erhöhtes Suchtrisiko in sich.

 

Signifikante Änderungen wird es auch bei der Werbung für Sportwetten und Glückspiel im Allgemeinen geben. Gerüchten zufolge sollen sie nur von 21 Uhr abends bis 6 Uhr früh im Radio und Fernsehen gesendet werden dürfen. Auch für Werbeeinschaltungen im Internet soll diese Regelung gelten. Besonders hart wird diese Regelung Sportwettenanbieter treffen, die durch gezielte Werbung ihre Kunden anlocken.

 

Wenig Gegenliebe stößt der neue Glückspielstaatsvertrag bei Vereinen, die sich für den Spielerschutz einsetzen. Sie kritisieren, dass der vorliegende Entwurf zu wenig konkrete Maßnahmen biete, um bei der Prävention von Spielsucht zu greifen. Die Legalisierung des Online Glückspiels sei sozusagen ein Freibrief und würde ein exzessives Spielverhalten begünstigen.

 

 

Fazit

Durch den für Mitte 2021 angekündigten neuen Glückspiel Staatsvertrag wird sich in der Online Spielerszene viel ändern. Während sich Spieler, die sich in online Casinos registriert hatten, bisher in der Grauzone bewegten, wird Online Glückspiel in Deutschland legal. Eine zentrale Aufsichtsbehörde soll Lizenzen vergeben und die strengen Auflagen kontrollieren. Dazu zählt zum Beispiel eine maximale Einlage von 1.000 Euro pro Monat, die möglicherweise durch eine zentrale Spielerdatenbank überwacht werden soll. Auch was die Werbung betrifft, soll es Einschränkungen geben. Sie soll gemäß des Jugendschutzes nur mehr in den Nachtstunden zu sehen und hören sein.
 


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