Nadine Schilling

Deutschlands clevere Art,Touristen anzulocken, vor allem wenn es sich um die eigenen Bürger handelt 

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Es gibt ein Problem, mit dem die meisten Städte zu kämpfen haben, auch die, die als Reiseziele besonders begehrt sind. Obwohl sie viele ausländische Besucher haben, neigen ihre eigenen Bürger dazu, immer wieder ins Ausland in den Urlaub zu fahren. Dies ist sicherlich etwas, dem man Aufmerksamkeit schenken muss, denn die eigenen Bürger stellen eine riesige Gruppe von Menschen dar, von der die eigene Stadt oder das eigene Land profitieren könnte. Deutschland hat dies erkannt und beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen. Wie, werden Sie sich fragen? Natürlich mit der Hilfe von Technologie! Ihre Methode ist so clever, dass sie leicht von vielen anderen Ländern übernommen werden könnte, die mit demselben Problem zu kämpfen haben. 

Warum verbringen die Menschen den Urlaub nicht in ihrem Heimatland?

Dafür kann es eine Vielzahl von Gründen geben, die jeweils von unterschiedlichen Umständen abhängen. Ein offensichtlicher Grund könnte sein, dass es ihnen in ihrem eigenen Land zu langweilig geworden ist und sie andere Teile der Welt erkunden möchten. Ein weiterer Grund könnte sein, dass in ihrem Heimatland das Wetter unbeständig ist. Wer würde in diesem Fall seine Freizeit nicht lieber an einem Ort verbringen, an dem es immer sonnig ist, wie z. B. am Strand? Zudem könnten sie der Ansicht sein, dass es einfach nichts zu tun gibt. Die Angebote und Aktionen sind nicht interessant genug, und die Orte sind vielleicht schon besucht worden.

Dies sind nur allgemeine Annahmen, aber viele Menschen würden sie nachvollziehen können. Wie hat Deutschland also beschlossen, mit dieser Situation umzugehen?

Zwei Worte: soziale Medien

Es ist keine Neuigkeit, dass wir heutzutage soziale Medien für so gut wie alles nutzen: um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, um Pläne mit ihnen zu machen, um ihnen Einladungen zu Spielen wieBook of Ra Deluxe zu schicken, um unsere Erfahrungen zu teilen und für viele andere Dinge. Das Unternehmen Deutsche Bahn hat sich den Status der sozialen Medien zunutze gemacht und dort eine Kampagne gestartet.

Aber warum die Deutsche Bahn und was für eine Kampagne? Nun, auf die erste Frage haben wir eine einfache Antwort. Es gibt einen Trend, der darin besteht, das Reisen mit dem Flugzeug zu vermeiden, weil es die Umwelt belastet. Die Kampagne ging zwar nicht speziell auf dieses Thema ein, aber der Kontext war sicherlich hilfreich.

 Wenn wir schon bei Konzepten sind, ein weiteres, das diese Kampagne gefördert hat, war #staycation. Falls Sie damit noch nicht vertraut sind: Es geht darum, den Urlaub im eigenen Land und nicht im Ausland zu verbringen. Das ist in vielen europäischen Ländern nicht üblich, wie wir am Beispiel Deutschlands sehen können.

 Ein Aufruf zur Kreativität

Auch ein einfaches Angebot für eine Werbeaktion auf Tickets hätte sicherlich nicht ausgereicht. Stattdessen war ein einzigartiger Ansatz erforderlich. Die Kampagne bietet Bilder von berühmten Reisezielen im Ausland, wie Arizona, USA, mit einem parallelen Vergleich: ein identisches Reiseziel in Deutschland (für unser Beispiel: Rheinland-Pfalz). Hier bestand die Herausforderung darin, diejenigen Bilder zu finden, die zur Kampagne passen. Dazu wurde auf Getty Images ein Algorithmus erstellt, um Look-alikes aus Deutschland und den USA zu finden. Die Botschaft dieser Kampagne lautete, dass Deutschland genauso viel zu bieten hat wie die begehrtesten Reiseziele.

Etwas, das wirklich wichtig ist, besonders wenn man mit sozialen Medien arbeitet, ist es, sein Publikum zu kennen. Es ist zwar klar, dass sich eine allgemeine Strategie bei der Werbung für Reiseziele nicht als allzu effizient erweisen würde, aber die Frage ist doch, wie man es dann anstellen sollte. Die Antwort ist einfach, wenn man bedenkt, welche Werkzeuge einem die sozialen Medien zur Verfügung stellen. Jede einzelne Anzeige wurde an den aktuellen Standort und die Interessen der Nutzer angepasst.

 

Abschließend gibt es noch zwei Dinge zu sagen. Das erste ist, Deutschland für seine Kreativität und sein unkonventionelles Denken zu loben, das diese Kampagne möglich gemacht hat. Zweitens sollte man noch mehr Länder, vor allem solche, die von dieser Problematik betroffen sind, dazu ermutigen, sich hier inspirieren zu lassen. Das Endergebnis wird immer den Menschen und damit dem ganzen Land zugute kommen.

 
 


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