Ulla Ingenhoven

Weltklimastreik auch in Worpswede - Engagierte Bürger organisieren Demo

Worpswede. Cornelia Nihl saß mit anderen Leuten an einem Tisch. Sie unterhielten sich über dies und jenes, und schnell kam das Thema auf „Fridays for Future“ mit dem Aufruf, dass alle Generationen in ihrem Dorf eine Aktion starten sollten „und alle Menschen, die wir kennen, zu fragen, ob sie dabei sein wollen“. Ziemlich schnell brachte die Worpswederin einen Stein ins Rollen, der nun zur Folge hat, dass engagierte Bürger eine Demo zum weltweiten Weltklimastreik am 20. September auf deine Beine stellen.

Bilder
Wie die Demo am 20.9. ablaufen und was weiterhin geschehen wird, erläuterten (v. li.) Jochen Semken, Dieter Viefhues, Almut Schmidt, Cornelia Nihl, Robert Kirchner und Dr. Hans-Gerhard Kulp.  Foto: ui

Wie die Demo am 20.9. ablaufen und was weiterhin geschehen wird, erläuterten (v. li.) Jochen Semken, Dieter Viefhues, Almut Schmidt, Cornelia Nihl, Robert Kirchner und Dr. Hans-Gerhard Kulp. Foto: ui

In einem Pressegespräch erzählte Cornelia Nihl, dass es zuvor zwei gut besuchte Treffen in der Ratsdiele gegeben habe, bei denen viele gute Ideen gesammelt wurden. „Daraus ist dann die Demo entstanden“, sagte Jochen Semken von der UWG. Das sei der Anfang einer Reihe, so Cornelia Nihl weiter, denn nach der Demo wolle man weitermachen. „Es ist eine offene Gruppe entstanden.“ Sie denke da zum Beispiel an Infoabende mit Experten.
 
Mobilität, Moor, Energie und Landwirtschaft
Doch zurück zur Demo: Treffen ist um 14 Uhr auf der Wiese gegenüber von Edeka in der Osterweder Straße. Verfehlen kann man das nicht, Plakate machen auf den Platz aufmerksam. Um 15 Uhr geht es los - über die Osterweder Straße, Findorffstraße, Hembergstraße, eventuell über die Bergstraße bis zum Albert-Reiners-Platz. Ein Trecker mit Anhänger soll als Bühne genutzt werden, von der aus auf der rund zwei Kilometer langen Strecke kurze Beiträge zu Themen wie Mobilität, Moor, Energie und Landwirtschaft ausgerufen werden.
 
CO2-Fußabdruck
„Am Ende wird es keine große Abschlusskundgebung geben“, teilte Jochen Semken mit. Aber es werden kleine Gedichte vorgetragen und das Lied „Nach dieser Erde wäre da keine“ vorgetragen.
Almut Schmidt, wie Cornelia Nihl eine Frau der ersten Stunde, machte auf eine etwa drei Meter hohe Skulptur aufmerksam, die schon vorbereitet vor dem Alten Rathaus stehen wird und von den Demonstranten vollendet werden kann. Das Oberthema sei ein sogenannter CO2-Fußabdruck, erklärte sie. Der Fuß sei erst einmal schwarz, er stehe für alle Klimakiller wie Kreuzfahrten oder Plastikverpackungen. Mit Farbe, Papier und Puzzleteilen werde er bunt. Dabei gehe es darum, „wie wir dazu beitragen können, Wasser und Strom zu sparen oder regional einzukaufen“. Alle Beteiligten hoffen, dass sich viele Menschen an der Demonstration beteiligen werden. Und so gibt es Kontakt zum Museumsverbund, aber auch zu der Scheune, um auch junge Leute zu animieren. Robert Kirchner vom NABU Worpswede freute sich, dass von drei NAJU-Gruppen (das ist die Naturschutzjugend) 15 Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern und Jugendleitern teilnehmen werden. Das Bildungszentrum Hüttenbusch werde am Tag des Weltklimastreiks ein Frühstück ohne Plastik zubereiten, wusste Jochen Semken zu berichten. Und: „Wir versuchen noch, Kontakt zur Kirchengemeinde herzustellen.“ Auch die Grundschule Worpswede wird sich beteiligen. Am 20. September werden die Grundschüler/innen ab 10.00 Uhr eine große Aktion rund ums Schulgelände starten und den Verpackungsmüll sammeln.
 
Kein Abklatsch von Fridays for Future
Dieter Viefhues vom Grünen Stammtisch Worpswede machte klar: „Wir wollen kein Abklatsch von Fridays for Future sein, wir sind Erwachsene, die sagen: ‚Auch wir müssen Verantwortung übernehmen‘.“ Dr. Hans-Gerhard Kulp von der BUND-Kreisgruppe Osterholz ergänzte: „Wir bieten nur eine Plattform. Wir haben viele Themen, die man individuell in seiner Lebensgestaltung berücksichtigen kann.“ Aber auch die Politik sei gefragt. „Die Politiker sollen sich trauen, etwas zu machen.“ „Ziel ist es, dass wir weitermachen“, sagte Jochen Semken. Jetzt seien sie schon 50 engagierte Bürger, „dann gucken wir, dass wir eine Verstetigung der Arbeit kriegen, damit für uns und für die Gemeinde etwas Gutes dabei herauskommt, das ist unser Wunsch“. Die Initiative von Bürgern sei überparteilich und für jeden offen.


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