Janine Girth

Vom Sturm in meiner Seele - Tina Härtel ganz anders zurück: CD „Küstenkind“ veröffentlicht

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Osterholz-Scharmbeck. Tina Härtel sitzt vor mir, eine Tasse Cappuccino in den Händen und sieht besser aus als je zuvor. Hinter ihr liegt mit 2017 ein besonderes Jahr, das ihr viel abverlangt, aber auch viel beschert hat. Unter anderem „mein Baby: ‚Küstenkind‘.“ Ihre erste CD mit eigenen Songs wird heute im Hafenrevuetheater in der Überseestadt ab 18 Uhr mit einer CD-Release-Party gefeiert.
„Ganz intensiv habe ich seit 2017 an diesem Album gearbeitet. Viele Ideen hatte ich dafür schon vorher. Aber nun wurde endlich meine eigene Musik draus.“ Zusammen mit dem Delmenhorster Pianisten Jens Buntemeyer, mit dem Tina Härtel bereits seit Jahren zusammenarbeitet, entstanden schöne Arrangements aus den „Melodien in meinem Kopf“. Nur beim Song „Ein blau-weißes Zimmer“ wollte sich partout nichts einstellen. „Den Text habe ich meinem alten Schulfreund und heutigem Profimusiker Christian Sondermann nach Lübeck geschickt. Und der hat diese wunderschöne Walzermelodie draufgelegt.“
Ein Küstenkind
Ein Wochenende im Jahre 2017 hat sich die Härtel gegönnt - komplett raus, ganz allein an die Nordsee. „Ich war einfach nur da. Meer, Küste, Hafen - das ist mein Ding“, sagt die gebürtige Lübeckerin. Vier Lieder seien an jenem Wochenende entstanden. „Seitdem sprudelt es nur so“, sagt Tina Härtel. Textfragmente schwirren ihr durch den Kopf, sie nimmt alles bewusster wahr. „Wie fühlt sich der Strand an? Oder der Wind im Gesicht?“ Dann kam mit dem fertigen zwölften Lied der Moment: „Eigentlich ist jetzt alles fertig fürs Studio.“ Doch die Feuerprobe ist bei Tina Härtel immer ihr Publikum: „Ich habe das ein oder andere Lied dann in meinem Chansonprogramm ausprobiert – Resonanz: nur positiv!“, strahlt sie wieder. „Es ist echt, es ist authentisch. Und ehrlich gesagt, mache ich mich mit dieser CD emotional richtig nackig.“ Einige Songs gingen eben schon sehr tief, wie „Der Kleine“. Hier schreibt sie aus der Sicht eines von seinem Sohn getrennten Vaters, welche Gedanken er sich um den Kleinen macht. „Aber es gibt auch die lustigen Songs wie das vom Fischbrötchen. Mein Gott, ich habe die Biografie eines Fischbrötchens geschrieben…“ - doch auch der „Krabbenkutter-Kapitän“ hat durchaus lustige Passagen. „Ich hab‘ einfach nur vom Sturm in meiner Seele geschrieben“, und auch ein Lied für ihren heute achtjährigen Sohn, an den sie dachte, als sie „Such mich am Meer“ schrieb. Besonders schön ist „Der Kapitän“ geworden. Und wer ihre Geschichte dazu kennt, dem wächst die Gänsehaut beim Zuhören erst recht.
Die 36-Jährige fühlt sich sehr wohl mit der 2016 und jetzt noch deutlicher eingeschlagenen Musikrichtung, die sich für sie viel ehrlicher und überhaupt nicht mehr kitschig anfühlt. „Im Chanson, Jazz, Swing, da bin ich zu Hause. Und jetzt erst bin ich wirklich erfolgreich als Sängerin. Das ist wohl sowas wie Liebe.“ Auf die Konzerte freut sich Tina Härtel schon besonders: „Konzerte sind was sehr Persönliches.“ Sie mag es, direkt an ihrem Publikum zu sein, es zu spüren, es zum Lachen, zum Fühlen zu bringen, die Menschen zu bewegen. Sie mag es, ihnen alte treue Songs zu liefern und dabei was Neues zu präsentieren. In Delmenhorst sei sie oft angefragt. Besonders freut sich Tina Härtel auf „Nordlichter - Tina Härtel meets Godewind “ am 28. September in der Markthalle Delmenhorst, Rathausplatz 2. „Ich bin mit Godewind aufgewachsen, jetzt darf ich mit ihnen in wenigen Monaten singen“, freut sie sich deutlich. „Das ist ein erstmaliges Projekt. Unsere Lieder passen einfach perfekt zusammen und ich freu mich auf den zweistimmigen Gesang.“
Konzert auf Gut Sandbeck
Im Gegensatz zu Delmenhorst sei es „hier in Osterholz-Scharmbeck eher ein schwierigeres Pflaster“. Dennoch wird sie am 30. März im Gut Sandbeck um 19.30 Uhr (Karten beim Modehaus Kammann und Nordwestticket) mit der Bremer Sängerin Steff Heinken das gemeinsame, superbeliebte Programm „Ziemlich beste Freundinnen“ zeigen und freut sich schon sehr darauf. Dieser Prosecco-lastige und „ziemlich musikalische Mädelsabend“ zöge auch immer mehr Herren ins Publikum, die mal wissen wollen, worüber Frauen so quatschen in Abwesenheit der Kerle. „Als wir das Programm geschrieben haben, haben wir schon ordentlich gelacht über unsere Stories. Es ist schon stellenweise recht schlüpfrig - aus dem normalen Leben einer Frau eben. Nach diesem Abend gehen die Leute, auch die Männer, restlos begeistert nach Hause.“ Songs von Annett Louisan, Anna Depenbusch oder Ina Müller, die von Tina Härtel sehr verehrt werden, aber auch von Roger Cicero und vieles mehr werden dabei sein. Und vielleicht auch ein bisschen was von der neuen CD „Küstenkind“, die bestimmt erfolgreich nach vorn gehen wird. „Ich arbeite furchtbar gern“, sagt die Sängerin, die authentischer vorher nie war. „Aber eine unnahbare Diva werde ich nie sein. Ich bin und bleibe immer noch die Härtel, eine Mutter, eine Frau.“ Die CD und viel mehr Infos gibt es unter www.tinahaertel.de