Janine Girth

Leben retten - Ein Defibrillator für Tüschendorf

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Sascha Feldt zeigt Rolf Gerlach und Alke Meyer, wie der Defibrillator zu bedienen ist (von links). 
 Foto: ui

Sascha Feldt zeigt Rolf Gerlach und Alke Meyer, wie der Defibrillator zu bedienen ist (von links). Foto: ui

Grasberg. „Little Anne“ steht auf der grauen Tasche. Sascha Feldt öffnet sie und holt eine Puppe heraus, das heißt nur den Oberkörper. Nachdem er ein paar Mal auf den Brustkorb gedrückt hat, legt er Elektroden an und befolgt dann ganz genau, was die Stimme aus dem kleinen Gerät von ihm für die Reanimation verlangt … Dieses Gerät ist ein Defibrillator der Firma Starmedic Rescue Service, und Sascha Feldt ist deren Geschäftsführer. 15 Männer und Frauen versammeln sich um ihn, sie nehmen an seiner Erstanwenderschulung im Dorfgemeinschaftshaus Tüschendorf teil.
Diesen Defibrillator hat sich die Dorfgemeinschaft aus eigenen Mitteln sowie durch Spenden kaufen können, freut sich die Vorstandsvorsitzende Alke Meyer. Auch Rolf Gerlach, der diesen Wunsch schon vor zwei Jahren auf der Jahreshauptversammlung äußerte, ist glücklich über die Anschaffung. Wenn hier in Tüschendorf ein Rettungswagen benötigt würde und dieser käme aus dem nahe gelegenen Tarmstedt, hätte man Glück. Wenn er aus Osterholz-Scharmbeck oder Lilienthal käme, ginge kostbare Zeit verloren.
Rolf Gerlach hat dann alles in die Hand genommen. 2.800 Euro kostet der Defibrillator, inklusive Schulung und Wartung. Der Preis sei ein Witz, wenn man bedenke, so billig könne es sein, ein Leben zu retten, sind sich Alke Meyer und Rolf Gerlach einig. Beide sind Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Tüschendorf und hätten nach eigenen Aussagen das „Syndrom, immer zu helfen und zu retten“. Der Defibrillator gebe eine gewisse Sicherheit. „Aber wir hoffen dass wir ihn nicht benutzen müssen.“ Im Übrigen sei er für Laien ebenso geeignet wie für Ersthelfer. Er befindet sich wettergeschützt und alarmgesichert vor dem Eingang des Dorfgemeinschaftshauses und ist für jeden zugänglich. „Auch für Nachbardörfer“, sagt Rolf Gerlach. Mit einer Viertelumdrehung lasse sich der runde Deckel abnehmen, dann den Griff anpacken und loslaufen …