Janine Girth

„Charlies Weg“ - Beeindruckendes Stück auf Gut Sandbeck

Bilder
Diese hübsche Stück mit diesen klasse Schauspielerinnen und Schauspielern wird bis zum 24. März (letzter Spieltag) im TiO auf Gut Sandbeck gezeigt.  Foto: ek

Diese hübsche Stück mit diesen klasse Schauspielerinnen und Schauspielern wird bis zum 24. März (letzter Spieltag) im TiO auf Gut Sandbeck gezeigt. Foto: ek

Osterholz-Scharmbeck. Zur Premierenfeier, die sich der ersten Aufführung der letzten Produktion dieser Saison „Charlies Weg“ angeschlossen hatte, war die Bühnenleiterin Astrid Gries voll des Lobes für jeden einzelnen Mitwirkenden im Stück.
Doch besonders die Hauptdarsteller Carsten Mehrtens und Jens Wendelken hob sie hervor: „Mit euch haben wir zwei Schauspieler, die mit ihrer Professionalität ganz woanders mitspielen könnten - doch ihr habt euch für uns entschieden“, freute sie sich – zu Recht.
In der Komödie „Charlies Weg“ konnten Carsten Mehrtens als Charlies personifizierter Tod Willy und Jens Wendelken als todkranker Charlie ganz ohne betroffen machende Seifigkeit die Idee des Autors Michael McKeever lebendig machen. Mehrtens war ein cooler Tod, schnoddrig beinahe und wenig, wenn nicht sogar gar nicht mitleidig. Wendelkens Darstellung von Charlie war auch nicht mitleiderregend, sondern eher mitreißend. Das mutige Erkennen von seinen Ängsten im Leben, die er ausgerechnet im Angesicht des Todes endlich überwinden kann, hat Wendelken mit einem ihm eigenen feinen Fingerspitzengefühl sichtbar gemacht. Die eigentliche Hauptrolle spielte dabei allerdings Irmi, Charlies personifizierte Liebe, so farbenfroh, immer überraschend und unumstößlich gut gelaunt dargestellt von Petra Frerichs. Sie ist es, die sich über die Zeit und letztendlich über den Tod erhebt. Und das mit einem umwerfenden Charme. Gastregisseur Bernd Schröter war ebenso zufrieden wie Astrid Gries mit seinem Ensemble. Wie von ihm angekündigt, spielte die Bühnentechnik eine große Rolle: Blau wurden die Rückblenden angestrahlt, immer wärmer wurden die Bühnenlichter während des Verlaufs des Stücks. Auch Nelly, in die sich Charlie verliebt und dargestellt von Tina Stelljes, wurde von Auftritt zu Auftritt farbenfroher. Auch die Anzahl der Blumen in der Vase wuchs von Bild zu Bild, je weiter die Liebe Irmi zu Charlie durchdrang. Das Publikum war nicht nur von der schauspielerischen Leistung der Mitspieler begeistert. Auch die Geschichte, die sich so angenehm gewandelt hat, ließ keinen Zuschauer kalt. Aber bedrückend war der Verlauf des Stückes trotz des mit Düsternis verbundenen Todes nicht. Ganz im Gegenteil! Denn zwei Rollen, die dieses Stück zu einem ganz gewöhnlich traurigen würden werden lassen, waren gar nicht erst besetzt, geschweige denn überhaupt hineingeschrieben worden: die Angst und die Zeit. Außer mit Theo, dem Automechaniker-Nachbarn der süßen Nelly, gespielt von Karl-Heinz Fürst, der leider auch nicht am Happy End beteiligt ist.



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