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Mehr Eigenverantwortung gefragt

Landkreis Rotenburg (lst). Aufgrund der neuen Quarantäne-Verordnung kann sich das Gesundheitsamt auf die Infizierten konzentrieren, und die wiederum müssen ihre Kontakte eigenverantwortlich informieren.

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„Das Kontaktpersonenmanagement wird in die Hände der Fallpersonen gelegt“, erklärte Heike von Ostrowski vom Gesundheitsamt am Mittwoch im Rahmen einer Online-Pressekonferenz. Im Klartext heißt das, dass aufgrund der derzeit rasant steigenden Coronazahlen die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes nicht mehr die Kontaktpersonen eines oder einer Infizierten informieren, sondern dass die mit PCR-Test positiv getesteten Personen eigenverantwortlich ihre Kontakte informieren müssen.
Anders sei es derzeit nicht möglich, die vielen Fälle zeitnah zu bearbeiten bzw. aufzunehmen und an das RKI zu melden. Man habe es mit einer Vervierfachung der Zahlen im Vergleich zu den sonstigen Spitzenwerten zu tun. Insgesamt seien 40 Personen ausschließlich mit Corona-bezogenen Arbeitsabläufen beschäftigt und dies sei nur der engere Kreis.
Man rechne damit, dass die Zahlen noch einige Zeit auf diesem hohen Niveau bleiben werden, so Heike von Ostrowski.
Es sei klar, dass mit der neuen Regelung nicht alle Kontaktpersonen erreicht werden können, heißt es weiter aus dem Gesundheitsamt. Grundsätzlich würden sich die Bürger:innen aber trotz der immer wieder neuen Verordnungen und Änderungen aber vorbildlich verhalten und sehr gut mitmachen.
 
Omikron für 95 Prozent der Fälle verantwortlich
 
Die Omikron-Variante sei inzwischen für rund 95 Prozent aller Coronafälle verantwortlich. Eine Totalerhebung über die Varianten gebe es allerdings nicht, es spiele aktuell aber auch keine Rolle, um welche Variante es sich handele, weil für alle Infizierten die gleichen Regeln gelten.
In rund Zweidrittel aller Kitas und Schulen gebe es inzwischen Fälle oder Kontaktpersonen. Ganze Gruppen sollten aber aufgrund eines Falles nicht geschlossen werden, heißt es aus dem Gesundheitsamt.
In den Hospitalisierungszahlen schlage sich das Fallgeschehen übrigens bislang nicht nieder. Hier sei abzuwarten, wie es in ein bis zwei Wochen aussehe. Die Rückmeldung der Krankenhäuser sei allerdings eindeutig: Mit Covid kämen die Geimpften, wegen Covid die Ungeimpften.In diesem Zusammenhang appellierte Heike von Ostrowski noch einmal eindringlich an alle, sich impfen oder boostern zu lassen.
 
Was tue ich, wenn ich positiv bin?
 
Grundsätzlich gilt: Wer einen positiven Schnelltest hat, muss sich um einen PCR-Test beim Hausarzt oder in einem Testzentrum kümmern, das PCR-Tests durchführt (eine Übersicht gibt es unter www.lk-row.de). Das Ergebnis liege in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen vor. Sofort nach dem positiven Schnelltest-Ergebnis sollen die Betroffenen sich absondern und eine Liste ihrer Kontakte erstellen. Ist auch das PCR-Ergebnis positiv, müssen das Gesundheitsamt und die Kontakte sowie Arbeitgeber oder ggf. Kita und Schule durch den oder die Betroffene/n informiert werden und der oder die Betroffene muss sich für zehn Tage absondern. Als Tag 1 gilt der Tag nach Erhalt des PCR-Test-Ergebnisses. Betroffene können sich nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test freitesten.
 
Das gilt für Kontaktpersonen
 
Kontaktpersonen, die bereits geboostert sind, deren Zweitimpfung nicht älter als drei Monate ist oder die genesen und innerhalb der vergangenen drei Monate einmal geimpft wurden, müssen nicht in Quarantäne, wenn sie keine Symptome haben. Ansonsten müssen sich auch die Kontaktpersonen einer per PCR-Test positiv getesteten Person für zehn Tage absondern und können sich frühestens am 7. Tag nach dem letzten Kontakt zur positiv getesteten Person freitesten. Schüler:innen und Kita-Kinder bereits nach fünf Tagen.


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