Ralf G. Poppe

Denn sie wissen nicht, wohin

Oerel. Die Oereler Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren sind mit den Freizeitmöglichkeiten in ihrem Dorf unzufrieden. Um ihre Situation zu verbessern, haben sie kürzlich ihren Bürgermeister angeschrieben.

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Wissen oft nicht, wohin: Ramazan Boral (v. li.), Yoshua Zobel und Susan Stegitz. Sie haben sich im Namen vieler anderer Jugendlicher deshalb an den Bürgermeister gewendet.

Wissen oft nicht, wohin: Ramazan Boral (v. li.), Yoshua Zobel und Susan Stegitz. Sie haben sich im Namen vieler anderer Jugendlicher deshalb an den Bürgermeister gewendet.

Foto: Ralf G. Poppe

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir haben viele Spielplätze für kleine Kinder, doch leider nichts, wo sich Jugendliche aufhalten können. Das finden wir sehr schade“, schrieben Susan Stegitz (13), Yoshua Zobel (13), Ramazan Boral (14) sowie weitere Jugendliche - insgesamt mehr als 50 Jungen und Mädchen.
 
Treffpunkt mit kleinem Skatepark?
 
Um in der Freizeit nicht nach außerhalb reisen zu müssen, sondern sich direkt im Ort verabreden zu können, wünschen sich die jungen Menschen einen Treffpunkt, der speziell auf ihre Altersgruppe ausgerichtet ist. Dieser „Jugendplatz“ sollte mit einem WLAN-Netz verbunden sein und neben einem Fahrradständer eine Sitzbank, bzw. einen Pavillon mit Bank und Tisch enthalten. Die Sitzgelegenheiten würden allerdings eher für die Ruhepausen benötigt. Denn Susan, Yoshua, Ramazan und ihre Freunde wünschen sich einen Platz, an dem sie sich richtig „auspowern“ dürfen. Eine kleine Fläche, an der ein Basketballkorb angebracht wird, wäre kostengünstig realisierbar. Weiterhin ist den Jugendlichen ein kleiner Skatepark mit Halfpipe, Skate-Pool und/oder -Hügeln wichtig, um ihr favorisiertes Sportgerät adäquat nutzen zu dürfen. Selsingen dient als ein gutes Beispiel.
 
Bürgermeister beeindruckt
 
Stellvertretend für alle Unterzeichner:innen hat Susan Stegitz vom Bürgermeister der Gemeinde Oerel, Marco Noetzelmann, eine Antwort erhalten. Noetzelmann zeigte sich beeindruckt davon, dass so viele Jugendliche das Schreiben unterzeichnet hätten. Ein kurzes Gespräch zwischen Bürgermeister und Jugendlichen in Begleitung von Patrick Monsees, dem Vorsitzenden des Ortsgestaltungsausschusses, folgte. „Vor Kurzem haben sich Jugendliche aus der Gemeinde mit dem Anliegen an mich gewandt, ob eine Freizeitmöglichkeit - beispielsweise eine Skateranlage - in Oerel oder Umgebung entstehen kann“, bestätigt Noetzelmann auf Anfrage. „Über diese Initiative habe ich mich sehr gefreut. Auch der Gemeinderat hat das Ansinnen positiv aufgenommen. Wir sind daher in die Prüfung eingestiegen, was eine mögliche Örtlichkeit und die Finanzierbarkeit angeht“, erläutert der Bürgermeister, um gleich anzufügen, dass weitere Gespräche folgen werden. Der TSV Oerel-Barchel sei mit in die Planungen eingebunden worden.
Den Jugendlichen ist allerdings bewusst, dass die Mühlen der Politik manchmal langsam mahlen und sie dem Teenageralter schnell entwachsen sein werden. Die Zeit drängt also. Andererseits möchten sie sich nicht nur für sich, sondern auch für ihre jüngeren Geschwister einsetzen, die den „Jugendplatz“ nutzen können, wenn sie selbst sich bereits in einer Berufsausbildung befinden. Dennoch hoffen die Jugendlichen, dass bald Nägel mit Köpfen gemacht werden.


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