Mareike Kerouche

Raumprogramm abgesegnet - Planungen für Neubau von Gymnasium und BBS schreiten voran

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Erst vor 40 Jahren erstellt, aber schulbautechnisch bereits im Greisenalter: das Gymnasium Bremervörde.  Foto: sla

Erst vor 40 Jahren erstellt, aber schulbautechnisch bereits im Greisenalter: das Gymnasium Bremervörde. Foto: sla

Bremervörde. Das Raumprogramm für den Neubau von Gymnasium und Berufsbildenden Schulen in Bremervörde steht. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Kreisschulausschusses für den von einer Lenkungsgruppe erstellten Entwurf aus. Die Nutzfläche beträgt 14.160 Quadratmeter.
Vor rund zwei Jahren hatten sich die politischen Gremien dafür ausgesprochen, beide direkt aneinander angrenzenden vor rund 40 Jahren errichteten Gebäude abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzten.
Der Kreisausschuss habe im März 2018 ein Raumprogramm für die Schule mit einer Nutzfläche von 14.661 Quadratmeters beschlossen, erinnerte Erster Kreisrat Dr. Torsten Lühring. Damals noch anstehende Fragen sollten mit beiden Schulgemeinschaften unter Beteiligung der Fachschaften sowie der Eltern- und Schülervertretungen geklärt und in die Gesamtplanung aufgenommen werden. Das nun erarbeitete Raumprogramm fließe in das Raumbuch ein, in dem neben den Flächenangaben weitere Punkte, zum Beispiel Ausstattung, Bodenbelag, enthalten sind. Das Raumbuch werde nach Bestätigung durch den Kreisausschuss ein Bestandteil der funktionalen Leistungsbeschreibung für das weitere Vergabeverfahren.
Das Raumprogramm stellte Knut Wenke von der iwb (Braunschweig), dem vom Landkreis beauftragten Projektsteuerungsunternehmen vor. Es ist in Cluster aufgeteilt. Die Klassenräume haben eine durchschnittliche Größe von 75 Quadratmetern. Dabei werden die Räume der Klassen 11 bis 13 vom Gymnasium und der BBS gemeinsam genutzt.
Die Verpflegung erfolgt über eine Groß- und zwei weitere Küchen. Zentraler Treffpunkt zwischen beiden Schulen ist der Marktplatz (Pausenhalle) mit 750 Quadratmetern. Das Medienzentrum umfasst eine Fläche von 500 Quadratmetern.
Nicht in den rund 15.000 Quadratmetern Nutzfläche enthalten sind die Außen- und Sportanlagen mit Chill-out-area, grünem Klassenzimmer, Schulküche sowie Kiss&Ride-Zone. Für den Sportunterricht stehen unter anderem eine Joggermeile, ein Spielfeld und eine 110-Meter-Laufbahn zur Verfügung.
Ebenfalls einstimmig durchlief die Satzung über die Festlegung von Schulbezirken und Förderschulen in der Trägerschaft des Landkreises den Fachausschuss. Dem Gymnasium Bremervörde sind weiterhin die Schulbezirke der Stadt Bremervörde, Samtgemeinde Geestequelle, Gemeinde Gnarrenburg sowie innerhalb der Samtgemeinde Selsingen die Gemeinden Deinstedt, Farven und Sandbostel zugeordnet.
Eine Änderung gab es bei den Förderschulen. Die bisherigen drei Schulbezirke im Landkreis wurden zu einem zusammengefasst.
Im Anschluss an die Ausschusssitzung kam es zu einem Pressegespräch auf Wunsch der Schulen mit Lars Lewinski, stellvertretender BBS-Schulleiter, Dr. Uwe Strohbach, kommissarischer Schulleiter des Gymnasiums sowie dessen Kollegin Gabriele Holpel, zugleich Personalratsvorsitzende, Sven Jansch und Vertretern der Kreisverwaltung.
Hauptthema war die vor einiger Zeit geführte Diskussion über die angeblich ungenügende Beteiligung der Schulen an der Planung. „Wir haben uns in dem heute präsentierten Raumprogramm mit unseren Anregungen wiedergefunden“, betonte Gabriele Holpel. Jetzt würden gute Arbeitsbedingungen für alle geschaffen. Einige Kollegen hätten sogar ihre Versetzungsanträge zurückgezogen.
Nach Auffassung von Sven Jansch habe der Schulleiterwechsel am Gymnasium zu einer positiven Entwicklung beigetragen. So konnten jetzt die Fachobleute detaillierte Vorschläge, von der Anzahl der Steckdosen und der Schränke bis hin zur Beleuchtung der Räume unterbreiten.
Dr. Uwe Strohbach stellte erfreut fest: „Das Kollegium hat jetzt mitgezogen. Vorher fehlten die Hintergrundinformationen.“ Er erwarte durch die gemeinsame Nutzung verschiedener Räume weitere Synergieeffekte.
Lars Lewinski sprach von einer expliziten Mitarbeit beider Schulen am Raumprogramm und hob die gelungene Zusammenarbeit hervor.
Dr. Torsten Lühring verwies auf weitere Einsparungen im technischen Bereich wie Heizung, gemeinsamem Hausmeister und Mediathek. Ein Lob galt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich nicht nur in der Lenkungsgruppe engagierten, sondern sich jede Woche zu einem Abstimmungsgespräch trafen. Er erläuterte das weitere Vergabeverfahren, bei der Planung und Bau in einer Hand liegen. Zur Vertragsunterzeichnung könnte es Mitte nächsten Jahres kommen.
Die Maßnahme einschließlich Rückbau sollte bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Die Kreisverwaltung geht von Investitionskosten im mittleren achtstelligen Bereich, eventuell etwas darüber liegend, aus.


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