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Monika Hahn

Pflegegeld entlastet

Bürokratische Hürden erschweren aber oft den Zugang

Wer mit der Beantragung von Pflegegeld überfordert ist, bekommt unter anderem Hilfe bei Senioren- und Pflegestützpunkten.

Wer mit der Beantragung von Pflegegeld überfordert ist, bekommt unter anderem Hilfe bei Senioren- und Pflegestützpunkten.

(mh). Ilona Rex aus Sandbostel hat ein Pflegekind mit Pflegegrad und schildert, welche Erfahrungen sie mit der Pflegegeldbeantragung gemacht hat.

Mit der gesetzlich verpflichtenden Pflegeversicherung haben Betroffene Anrecht aus Leistungen aus der Pflegekasse. Diese bieten Pflegenden und Pflegepersonen wertvolle Unterstützung im ohnehin aufreibenden Alltag. Doch in der Praxis erschweren Bürokratie und begrenzte Ressourcen wirkungsvolle Hilfe. Wir haben mit Pflegenden Angehörigen über ihre Erfahrungen bei der Beantragung gesprochen.

Los geht es bereits mit der Hürde zu bemerken und zu belegen, dass zusätzliche Hilfen notwendig sind und welche Leistungen Abhilfe schaffen könnten. Die Pflegeversicherung unterstützt mit Sach- und Geldleistungen.

 

Stets auf Betreuung angewiesen

 

Ilona Rex aus Sandbostel hat ein Pflegekind mit Pflegegrad. Das Kind sei stets auf Anleitung und Betreuung angewiesen, was sie insbesondere in Ferienzeiten vor sehr große Herausforderungen gestellt habe. Um als Alleinerziehende auch in den Ferien ihrer Arbeit nachgehen zu können, brauchte sie regelmäßig eine Betreuungskraft für 5 Stunden täglich. Maßnahmen zur Verhinderungspflege, wie z. B. die Betreuungskraft in den Ferien müssten jedes Mal einzeln bei der Krankenkasse beantragt werden und das Budget aus der Pflegekasse zehre sich sehr schnell auf. Monatlich bekommt die Mutter einen kleineren Betrag für die sogenannte Entlastungspflege. „Dieses Geld ermöglicht meinem Kind die Ausübung von Hobbys in einer Gruppe von Gleichgesinnten. Es kann Sport treiben, ohne dass immer die mütterliche Aufsicht dabei ist“, sagt Ilona Rex. Diese Sozialkontakte seien wichtig für alle Menschen und insbesondere für Jugendliche.

 

Bedarf wird nicht gedeckt

 

Auch wenn die Mittel sie und ihr Kind unterstützten, deckten sie den Bedarf bei weitem nicht, so ihre Erfahrungen. Auch habe sie sich mühsam das Wissen rund um mögliche Unterstützung oder in dem Zusammenhang mit Pflegschaft stehende steuerrelevante Informationen selbst aneignen müssen. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es hilft, fachkundige Menschen in seinem Umfeld zu haben. Durch die Pflegschaft stand ich im Kontakt zu Behörden, die mir weiterhelfen konnten und so die Anträge zügig bearbeitet wurden. Ich kann mir vorstellen, dass es Menschen ohne Angehörige mitunter sehr schwer haben, die Anträge auszufüllen und das Durchhaltevermögen, auch im Fall einer Ablehnung Widerspruch einzulegen“, sagt Ilona Rex.

 

Recht auf Pflegeberatung

 

Mit dem Gesetzanspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung geht auch das Recht auf eine Pflegeberatung einher. Diese ist unabhängig davon, ob bereits ein Antrag bei der Pflegeversicherung gestellt wurde, oder ob die Beurteilung eines Pflegegrades bereits erfolgt ist. Im Landkreis Rotenburg können sich Ratsuchende an den Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen „RoSe“ wenden. Nach telefonischer Anmeldung können individuelle Beratungen an drei Standorten im Landkreis vereinbart werden.

 

Beratungsstelle im Landkreis Rotenburg

 

Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Rotenburg (Wümme) „RoSe“

Telefon: 04281 9836846

Erreichbarkeit

Mo.-Fr. von 8-12 Uhr

Mo.-Do. von 14-16 Uhr

E-Mail: spn@lk-row.de


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