Mareike Kerouche

Menschen gehen, ihre Kunst bleibt - Treffpunkt Künstlerbahnhof Mulsum gut besucht

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Bildhauer und Maler Lothar Behrmann, besser in der Kunstszene „House“ bekannt, kann sich vorstellen, die Tradition des  Künstlerbahnhofs weiter fortzuführen.  Foto: ls

Bildhauer und Maler Lothar Behrmann, besser in der Kunstszene „House“ bekannt, kann sich vorstellen, die Tradition des Künstlerbahnhofs weiter fortzuführen. Foto: ls

Mulsum. Der Tag verlief wohl ganz im Sinne des vor Kurzem verstorbenen Künstlers Hans-Gerd Rehpenning. Freunde des Künstlers und seiner Kunst trafen sich zum 15. Offenen Ateliertag im Künstlerbahnhof Mulsum.
Es war schon so etwas wie Tradition, wenn Rehpenning zum offenen Ateliertag einlud. Jetzt waren es seine Schwester Rita Rehpenning und der Freundeskreis Gerd Rehpenning die eingeladen hatten. Wie ehedem saß man zusammen, tauschte sich aus, trank Kaffee, aß die selbst gebackenen Leckereien oder Wurst vom Grill und betrachtete die Kunstwerke, die der Bildhauer und Maler geschaffen hatte.
Überraschend viele unbekannte Werke wurden erstmalig aus- und vorgestellt. „Wir waren selbst überrascht, was noch alles im Fundus war“, erzählte Rita Rehpenning. Der Mietvertrag mit der EVB besteht noch bis Ende Juni, was soviel heißt, dass die Räumlichkeiten des Künstlerbahnhofes geräumt werden müssen. Und dabei kam eben viel Unbekanntes aus dem Nachlass zum Vorschein.
Ganz im Sinne der Erkenntnis, dass Leben Wandel und Veränderung ist, zeigte sich dies speziell in Werken, die eigentlich entsorgt werden sollten. Bilder, deren Leinwand beschädigt war oder angefangene und nicht beendeten Holzskulpturen.
Doch da schaltete sich der Bildhauer und Maler Lothar Behrmann, besser in der Kunstszene unter seinem Künstlernamen „House“ bekannt, ein. „Die Sachen dürfen auf gar keinen Fall in den Container.“ Es war ein spontanes Ding, wie er erzählte. Er nahm die Sachen mit, restaurierte die Bilder, ergänzte sie, veränderte sei zum Teil. „Ich habe eine Zeit lang gebraucht, dies zu machen. Durfte ich das überhaupt?“ Doch House trat mit Rehpenning in den Dialog, mit dem Künstler, den er eigentlich gar nicht richtig kannte. „Und trotzdem war da eine Verbundenheit vorhanden, die ich nicht erklären kann.“
So arbeitete er an einem Holzkopf weiter, holte ein Gesicht halbseitig aus dem für Rehpenning typisch gestalteten Kopf heraus. Letztlich entstand ein gemeinsames Kunstwerk, welches zur Hälfte ein Rehpenning- zur anderen Hälfte ein House-Objekt wurde. „Mir lief ab und zu ein Schauer durch den Körper. Ich habe hier an seiner Wirkungsstätte diesen Kopf bearbeitet.“
Und doch hat es ihm auch wahnsinnig viel Spaß gemacht, wie er sagt. Die von ihm ergänzten Werke Rehpennings haben die volle Zustimmung und Anerkennung der Schwester und des Freundeskreises bekommen.
Und so, wie diese Werke einen Übergang darstellen, könnte es auch einen Übergang in diesem Künstlerbahnhof Mulsum geben. Denn der Künstler „House“ interessiert sich für die Räumlichkeiten, könnte sich vorstellen, hier zu arbeiten.
So könnte sich die von Hans-Gerd Rehpenning geschaffene Tradition weiter fortsetzen.


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