Mareike Kerouche

Gelebte Partnerschaft - Börde-Delegation weilte in Wladyslawowo

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Samtgemeinderatsvorsitzender Manfred Knust (Mitte) legte mit Ehrensamtgemeinde- bürgermeister Werner Otten und einer Vertreterin aus Scalea Blumen an einem Denkmal in den Piasnitzer Wäldern nieder. Foto: sla

Samtgemeinderatsvorsitzender Manfred Knust (Mitte) legte mit Ehrensamtgemeinde- bürgermeister Werner Otten und einer Vertreterin aus Scalea Blumen an einem Denkmal in den Piasnitzer Wäldern nieder. Foto: sla

Lamstedt. „Tolle Tage liegen hinter uns“, war die einhellige Meinung der 20-köpfigen Delegation der Samtgemeinde Börde Lamstedt, die fünf Tage in Polen weilte. Die Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie einem bunten Mix der Institutionen und Vereine unter der Leitung von Samtgemeindebürgermeister Holger Meyer nahmen am ersten Forum der Partnerstädte teil, zu dem die Stadt Wladyslawowo eingeladen hatte. Zu den weiteren Gästen zählten die Abordnungen aus Scalea (Italien) und Makow Podhalanski (Polen).
Italienisches Temperament und deutsche Ordnungsliebe trafen in diesen Tagen neben einem intensiven Rahmenprogramm auf kaschubisch-polnische Gastfreundschaft und kulinarische Vielfalt. Sprachliche Probleme wurden auf Englisch sowie mit Händen und Füßen gemeistert. Bürgermeister Roman Kuzel eröffnete in der „Schule Nr. 1“ das Forum und erinnerte an den Beitritt Polens in die Europäische Union am 1. Mai 2004.
Dank der Förderung aus verschiedenen EU-Programmen sei es möglich gewesen, die Infrastruktur der Stadt erheblich zu verbessern. Der Bürgermeister erinnerte an Projekte im Straßenbau, im Natur- und Umweltschutz sowie im Tourismus. Weitere Vorhaben seien bereits in der Planung. Er hoffe, dieses Forum sei der Anfang einer weiteren intensiven Zusammenarbeit. Seine Ausführungen klangen mit einem Werbefilm über Wladyslawowo (rund 10.000 Einwohner) aus.
Samtgemeindebürgermeister Holger Meyer und seine ausländischen Kollegen präsentierten ebenfalls ihre Kommunen. Scalea mit seinen rund 11.000 Einwohnern liegt an der westlichen Küste Kalabriens. Die Stadt ist von Meer und Bergen umgeben. Die historische Altstadt bildete einen gelungenen Gegensatz zum modernen Zentrum am Ufer das Tyrrhenischen Meeres. Auf rund 16.200 Einwohner kommt Makow Podhalanski im Süden Polen, unweit der Grenzen zu Tschechien und der Slowakei.
Am Nachmittag drängten sich einige Hundert Gäste durch die Aula des Schulzentrums. Ihnen wurde die Möglichkeit geboten, Kostproben regionaler Lebensmittel der beteiligen Kommunen zu genießen. Die Molkerei Lamstedt hatte Käse, Butter und Kakao zur Verfügung gestellt. Reichlich Absatz fanden ebenfalls die Schnittchen mit Blaubeeren aus Nindorfer Erzeugung. Natürlich fehlten am Stand der Italiener nicht Rotwein und Olivenöle. Die herzhaften gefüllten Teigtaschen (Piroggi) erwiesen sich neben deftigen Würsten bei den Vertretern aus Südpolen als Renner. Die Gastgeber warteten mit einem abwechslungsreichen Angebot an Fischdelikatessen auf.
Untermalt wurde das emsige Treiben mit Vorführungen von Folkloregruppen. Viel Beifall heimsten die beiden Paare der Volkstanz- und Trachtengruppe Börde Lamstedt in ihren alten Geestbauerntrachten mit dem „Hetlinger Bandriter“ und dem „Krüzkönig“ ein. Der Abend endete in ungezwungener Atmosphäre mit After-Show-Party. Zu einer ausgelassenen Stimmung trugen die Börderaner mit ihren Liedern „Hermann Löns, die Heide brennt“ und dem Niedersachsenlied bei. Für musikalische Unterstützung sorgten zwei kalabrische Handharmonikaspieler, die die Noten direkt von einem Smartphone ablasen.
Der nächste Tag stand unter dem Zeichen der Flagge. Nach einem Umzug durch die Stadt mit den Flaggen der beteiligten Nationen, begleitet vom Stadtorchester, führte der Weg über den „Walk of Fame“ (Sportsterneallee) zur imposanten Wasserfontäne, die Bürgermeister Roman Kucel in Betrieb setzte. Nach den Abspielen der Nationalhymnen ließen die Delegationsleiter Friedenstauben aufsteigen. Nachmittags hatten die ausländischen Gäste die Gelegenheit, bei einer Rundfahrt die Stadt Wladyslawowo kennenzulernen.
Samtgemeindebürgermeister Holger Meyer, Grundschulkonrektorin Marita Hellwege knüpften Kontakte zur Leiterin der Schule Nr. 1. Sie signalisierte Bereitschaft, weitere Gespräche über einen zukünftigen regelmäßigen Schüleraustausch zu führen. Lamstedts stellvertretender Ortsbrandmeister besuchte die Brandschützer aus Wladyslawowo und lud sie anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Partnerschaft in die Börde ein. Schließlich zeigte Bürgermeister Roman Kuzel in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der DLRG-Ortsgruppe, Frank Leddin, die deutschen Rettungsschwimmer am Ostseestrand einzusetzen, zumindest solange die eigenen Leute nicht entsprechend ausgebildet sind.
Der Freitag stand ganz im Zeichen des Besuchs der Piasnitzer Wälder. Dort führten zu Beginn des Zweiten Weltkrieges deutsche Sonderkommandos Massenexekutionen durch, bei denen nach derzeitigem Stand rund 12.000 Personen ermordet wurden. Ihnen fielen vor allem Vertreter der polnischen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Intelligenz, aber auch psychisch erkrankte Personen sowie Gegner der nationalsozialistischen Ideologie aus Polen und Tschechien zum Opfer. Die Delegationen legten an den Denkmalen Blumen nieder und zündeten Grablichter an.
Im Rahmen der abendlichen Abschiedsrunde verwies Samtgemeinderatsvorsitzender Manfred Knust auf die seit 27 Jahren bestehende Partnerschaft mit Wladyslawowo. In dieser Zeit seien intensive Freundschaften entstanden. „Im Rahmen des Forums sind wir zu einer großen Familie zusammen gewachsen.“


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